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Zuckersüß 386

…mit vielen Weihnachtsplätzchen, einem Besuch im MAK (Bakelit und Sheila Hicks), zwei Büchern über Kleidung (Zur Hölle mit der Mode und Die Welt der Stoffe), einem neuen österreichischen Kulinarik-Kunst-Magazin (The Healthy Times), zweimal Takeout (SOPHOS und kikko ba) – und wie immer, den besten Links der letzten Tage.

So, es ist quasi Weihnachten, und ich hab keines meiner Plätzerlrezepte, die seit Wochen im Entwurfsstadium festhängen, hier gepostet. Aber immerhin aufgegessen: Vanillekipferl (schon seit 2012 im Blog, puh), Dirty Chai Earthquake Cookies nach Susan Spungen, Marmorkekse und Rugelach nach Molly Yeh. Und meinen allerliebsten weißen Glühwein nach Stevan Paul (ohne Vanilleschotensparsamkeit, weil 2020 ist nicht das Jahr für Sparsamkeit an guten Gewürzen) hab ich im Dezember auch schon mindestens dreimal gemacht.

MAK: Bakelit und Sheila Hicks

Es ist außerdem schon wieder quasi Lockdown, deshalb habe ich die Chance ergriffen und bin mal wieder ins MAK gegangen (dank verlängerter Jahreskarte musste ich nichtmal Eintritt zahlen!). Ein paar Tage vor deren Abbau habe ich es ich die Bakelit-Ausstellung geschafft, in die ich schon im August wollte (damals ging ich stattdessen in Show Off und Sitzen 69 Revisited).

Die einzigen zwei Dinge aus Bakelit, die ich jemals bewusst in der Hand hatte – die auch mein Interesse für diese Ausstellung begründen – waren einerseits ein Spitzer, der noch immer in meiner Kinderzimmerschreibtischschublade herumliegen sollte und andererseits uralte Dreh-Lichtschalter. Ich war sehr verwundert, dass diese beiden Dinge nicht in der MAK-Ausstellung auftauchten (es waren bestimmt 100 Objekte über den Raum verteilt, s. Titelbild), jedenfalls nicht in der mir bekannten Form. Anspitzer gab es neben anderen Schreibtischdingen einige, aber die waren alle elektrisch. In der Kategorie „frühe Elektronik“ gab es insgesamt recht viele Objekte anzuschauen: Telefone, Radios, Fernseher, Staubsauger, Bügeleisen, Föns, Schreibtischlampen oder Mixer, alle im typischen braun-schwarz.

Wikipedia verrät, dass diese Farbe chemisch bedingt wenig variabel ist (und auch dass dieser erste vollsynthetische Kunststoff eigentlich polyoxybenzylmethylenglycolanhydride heißt – so viele Silben!!). Und doch gabs ein paar bunte Gegenstände in den MAK-Vitrinen, z. B. wunderschöne Thermoskannen aus den 1930ern. Die waren dann aber schon nicht mehr aus Bakelit, sondern aus dem verwandten Aminoplast, das auch helle Farben erlaubte.

aminoplast-thermos-mak
Annähernd 100 Jahre alte Thermos-Kannen

Beim Tippen dieses Posts bin ich noch über diese Besprechung von Sabine B. Vogel gestolpert, die offenbar in der Welt am Sonntag erschienen ist – sie gibt einen Überblick über die mittlerweile geschlossene Bakelit-Ausstellung.

Weil ich schon mal da war, ging ich auch noch in „Sheila Hicks. Garn, Bäume, Fluss“ (noch bis 18. April 2021) und erwartete mir erstmal nicht so besonders viel (Update, 16.01.21: man kann jetzt einen Online-Rundgang durch die Ausstellung machen, in 3D!) Doch schon bei den ersten paar Wandteppichen stellte ich fest, dass ich mit Textilkunst doch etwas anfangen kann. „Tangier“ erkannte ich sofort als einen marokkanischen Hauseingang, der riesige Teppich daneben (bestimmt doppelt so groß wie die Küche meiner WG?!) beeindruckte mich allein wegen seines Ausmaßes.

Am längsten schaute ich aber die gewebten Bilder an, die im weitesten Sinne nach Sprache benannt sind: Conversación en suspension III (2019) und Dialogue and Divergence (ca. 1980):

Manche der Webereien (oft mit Muscheln, Pflanzenstängeln o. Ä. durchzogen) in der Ausstellung sind nicht einmal so groß wie ein A4-Blatt, manche Werke sind fast einschüchternd groß, z.B. La sentinelle de safran (2018). So heißt der meterhohe Haufen von gelben, orangen und apricotfarbenen Acrylfaserbündeln, die von Fischernetzen zusammengehalten werden und in einem ansonsten annähernd leeren, turnhallengroßen Saal ausgestellt sind.

La Sentinelle de Safran - Sheila Hicks (MAK)
„La sentinelle de safran“ (2018)

Leider habe ich erst im Nachhinein erfahren, dass es auf Soundcloud einen kostenlosen Audioguide zur Ausstellung gibt. Dort kann man sich auch weitere Erzählungen zu Objekten im MAK anhören, gut zu wissen!

Zur Hölle mit der Mode & Die Welt der Stoffe

Diese beiden Bücher habe ich bestimmt in früheren Posts schon einmal erwähnt, aber weil sie so gut zur obigen Ausstellung passen, gleich noch einmal. Tatsächlich sind beide auch im MAK-Shop zu kaufen – ich glaube, hauptsächlich wegen der Show Off-Modeausstellung vom Sommer.

Zur Hölle mit der Mode wurde 1938 von der Modezeichnerin-, Designerin, -Journalistin und Maßschneiderin Elizabeth Hawes geschrieben und erst dieses Jahr von Constanze Derham ins Deutsche übersetzt (hier bei Twitter ein Thread der Übersetzerin mit ein paar Worten zum Inhalt und Links zu Fotos der Autorin und ihrer Entwürfe). Es liest sich ein bisschen wie ein Blog, und es freut mich sehr, dass ich auch einmal die Alltagserfahrungen einer jungen Frau, die vor gut 90 Jahren so alt war wie ich jetzt, zu lesen. Das einzige Buch, das mir bisher einen ähnlichen Einblick in den Alltag junger Menschen vor langer Zeit gegeben hat, war Stefan Zweigs Die Welt von Gestern. Als ich es gelesen hatte, dachte ich mir, dass es kaum an Aktualität/Relevanz verloren hat, und genauso ging es mir mit Zur Hölle mit der Mode.

In den 1930ern fing die Massenproduktion gerade erst an, doch Elizabeth Hawes kritisierte bereits die Erfindung von ständig wechselnden Trends, die diese Maschinerie am Laufen hielt. Ich selbst habe schon seit mehreren Jahren kaum und wenn dann großteils second hand Kleidung gekauft/zusammengesammelt (aus Nachhaltigkeits- und knappem-Budget-Gründen), trendy bin ich fix nicht (mehr) – meine Jeans sehen alle so mid-2000s aus, noch fünf Jahre und so tief sitzende Hosenbünde sind wieder in… Auf die Idee, mir etwas schneidern zu lassen, das mir wirklich passt (in jeder Hinsicht!) und das ich dann 10 Jahre behalten kann, wie Elizabeth Hawes das vorschlägt, bin ich aber noch nicht gekommen.

Während auch die letzten meiner H&M-Kleider aus der Schulzeit mittlerweile zerfleddern, gibt es tatsächlich Stoffe, die mehrere Jahrtausende überstanden haben. Ein kleines Fleckerl südamerikanischen Webstoffs von irgendwann vor unserer Zeitrechnung ist in der Sheila-Hicks-Ausstellung im MAK zu betrachten. In Kassia St Clair’s Die Welt der Stoffe ist sogar die Rede von jungsteinzeitlichen Fasern, die bis heute erhalten geblieben sind. Andererseits: Die beispielsweise gut konservierten Leinentücher von Tutanchamuns Mumie wurden bei dessen Entdeckung in den 1930ern als eher wertlos betrachtet und wenig sorgsam behandelt, ein anderer altägyptischer Stoff zerfiel sogar während Ausgrabungsarbeiten noch zu Staub.

Bei diesem Buch bin ich noch nicht über die ersten 50 von 350 Seiten hinaus, aber ich finde es wirklich interessant, den Stellenwert von Textilien über die menschliche Geschichte hinweg nachzulesen.

The Healthy Times

Die Healthy Boy Band bestehend aus den drei Köchen Lukas Mraz, Philip Rachinger und Felix Schellhorn haben ein Magazin gestartet! Nachdem ich sehr traurig darüber war/bin, dass das All You Can Eat-Magazin eingegangen ist, dachte ich nicht länger nach und bestellte mir sofort ein Exemplar der ersten Ausgabe The Healthy Times (für 18€ + beachtliche 8 € Versandkosten im Inland!). Mittlerweile ist es auch in ein paar IRL-Geschäften zu haben (z.B. im Pop-Up-Laden meines allerliebsten Lokals bruder), aber das wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht.

Jedenfalls: Mein Exemplar habe ich mittlerweile aus dem Postkasten gefischt und schon bis zur Hälfte gelesen. Das gestaltete sich gar nicht so einfach, denn das Magazin ist eher auf Effekt und Edgyness ausgelegt als auf Leserlichkeit: Die Texte sind artsy, teilweise kopfüber, in schwer entzifferbaren Fonts oder bis knapp zum Seitenrand gesetzt. Das passt allerdings nahtlos ins sonstige Auftreten der Healthy Boy Band (und auch des Mraz&Sohn, über meinen dortigen Besuch im Oktober habe ich hier immer noch nicht gebloggt?!). Auch inhaltlich hat es den Anspruch, sich von anderen Kulinarikmagazinen abzuheben, z. B. mit einem Blick nach Afrika, der Suche nach den (best) male gay chefs oder einem Gastroguide für Zugreisende in Österreich. Rezepte gibts auch ein paar, z.B. für Jollof Rice mit gefühlten 1000 Zutaten oder einem schrecklich anmutenden White Thai Breakfast mit fadem Toast, Spiegelei und Würstchen.

Auswärts Essen: SOPHOS Pizza und kikko ba

Auf Instagram bin ich vor einigen Wochen über eine Empfehlung für Pizza vom neuen U6-Alser-Straße-Imbiss gestolpert. Vor den meisten als Streetfood verkaufte Pizzastücken in diesem Land nehme ich reißaus, doch diese hier wurde in den besten Tönen gelobt.

Die Pizzastücke (mit meiner üblichen Restaurantbegleitung probierte ich mich durchs komplette Sortiment) stellten sich als wirklich wahnsinnig gut heraus – genauso wie ich Snackpizza bei meinen vielen Italienausflügen 2018/19 lieben gelernt hatte: knuspriger, lockerer, großporiger alles andere als geschmackloser oder hefiger Teig mit wohlüberlegtem und gut portioniertem Belag und direkt aus dem Ofen. Zum Beispiel klassisch Margherita, oder Pilze/Petersilie (vegan) oder eine Pizza Biancha mit Schinken und Olivenöl. Der Preis ist mit 2,60€ pro Stück sehr fair, das Ambiente halt ~U6~, aber der Pizzabäcker so sympathisch, dass das auch wieder passt.

Der Laden hat weder Schild, Visitenkarten oder Webseite, nur die Registrierkassa verrät den Namen SOPHOS. Bald soll der ganze Imbiss innen und außen mit Kunst ausgestattet werden (wenn schon, dann Werbematerial, das zum Gesamtkonzept passt) gerade fehlt dafür noch das Geld, erzählte der Pizzaiolo.

In der Folgewoche kam ich nachmittags und hungrig bei der kikko ba im Vierten vorbei, und beschloss mir ein Mittagessen mitzunehemen: bing bread und spicy edamame.

Das frischherausgebackene, warme bing bread erinnerte mich geschmacklich an einen Krapfen: ziemlich süß und ganz leicht fettig. Die Krume war sehr weich, obenauf ein bisschen grobes Salz. Das Hummus dazu war ziemlich sauer und sehr großzügig bemessen (ich bräuchte doppelt oder dreimal so viel Brot, um es aufzutunken) das scharfe rote Öl gibt dem ganzen einen „Asia“-Touch. Die Edamame waren knackig gegart und dampfend heiß, mit einer süß-salzig-scharfen Chilisauce, die mir sehr gut geschmeckt hat – ich glaube, es könnte sich dabei um dieselbe handeln wie beim Hummus.

Gegessen hab ich ein paar hundert Meter vom kikko ba entfernt auf einer Karlsplatz-Bank, der von irgendwoher mit Hot8BrassBand-Musik beschallt wurde. Das Essen war insgesamt ziemlich gut, aber hätte ich nicht so einen Spatzenmagen, hätten mich bing bread und edamame (für mehr als 10€!) wohl nicht sattgemacht. Aber dass die Restaurants der Mochi-Familie in einer hohen Preisklasse spielen, wusste ich schon vorher. Dafür wird das Branding auch bei Abholung/Lieferung durchgezogen. Die hochwertig wirkenden Takeout-Behälter sind aus Karton, mit aufgestempeltem Logo. Die Stäbchen schauen nicht aus wie die vom 08/15-Asia-Imbiss. Bei der Eingangstür stehen die verschiedenen Mochi-Getränke, das Kochbuch und die Brausezuckerl, die auch bei den Waschbecken in den Restaurants zu finden sind.

Und hier folgen endlich mal wieder Lieblingslinks:

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Zuckersüß 362

In den vergangenen zwei Wochen habe ich Zimtschnecken nach Bravetart gebacken und zwei Biskuitrouladen zu unterschiedlichem Grad ruiniert (einmal „links“ herum aufgerollt, einmal völlige Gummikonsistenz), das erste Mal halbwegs akzeptables Chebakia aka Speckia frittiert und dazu gleich noch Harira gekocht. Und dann habe ich superspontan spätabends Crêpes Suzettes gemacht, weil mich drei Freunde im Videocall an eine ähnliche IRL-Runde mit diesem Dessert erinnert haben.

Essen von der Curryinsel

Vor mittlerweile 10 Tagen (wöchentlich bloggen ist schon wieder gescheitert) habe ich mich beim traditionellen Lieferserviceabend (ich freu mich echt auf die Öffnung der Lokale!) für ein Restaurant entschieden, in dem ich schon mal essen war: Die Curryinsel, ein srilankisches Lokal in der Josefstadt.

Gemüse Pakoda (links) und Kadalai Vadai (rechts) mit tollem Krautsalat

Als Vorspeise gab es Kadalai Vadai (oben rechts) und Gemüse Pakoda (links davon im Bild). Ersteres waren handtellergroße Laibchen aus gelben Linsen mit Curryblättern, Fenchelsamen und großzügig Chili. Die Beilage dazu, ein überraschender Krautsalat, mit Karotten (die ich allergiebedingt geflissentlich herausfischen musste), Gurken und Ananasstückchen (!) in einer cremigen Joghurtsauce mit grobem Senf.

Den gleichen Salat gab es zum Pakoda, das die Lieferfahrt leider eher schlecht überstanden hat. Der Kichererbsenteig mit Karottenstückchen darin (also keine Karotten im Teigmantel)wurde offenbar einfach in spontaner Form herausfrittiert, sodass die Teiggebilde an manchen Stellen weich und an anderen knusprig sein sollten. Durch die vergangene Zeit bis zum Tisch im Wohnzimmerrestaurant waren sie leider ziemlich zäh.

Ich hatte als Hauptspeise Masala Thosai mit Sambar, also gefüllte Pfannkuchen mit scharfer flüssiger Gemüsesauce. Ohne einen Blick in die Karte hätte ich auf Kichererbsen- oder Sojamehl getippt, tatsächlich waren die Fladen aus Reismehl und u. a. mit Kartoffeln gefüllt. Die Konsistenz-Kombination aus recht dicken, elastischen Reispfannkuchen, weich gekochter Gemüsefüllung und sehr flüssiger Sauce fand ich sehr spannend. Nicht-süß-gefüllte Pfannkuchen/Palatschinken/Fladen habe ich bis jetzt echt unterschätzt.

Meine übliche Restaurantbegleitung entschied sich für ein Gericht mit sehr vielen verschiedenen Geschmäckern: veganes Saadam, also fünf verschiedene Curries mit Reis. Dazu gab es das knusprigfrittierte Papadam-„Brot“, das mich geschmacklich und von der Konsistenz an Pombären erinnert, obwohl die aus Kartoffel- und nicht Linsenmehl gemacht sind. Das zusätzlich bestellte Parota ist ein gerolltes in der Pfanne gebackenes Fladenbrot, das offenbar die srilankische Variante von marokkanischem Msimn, das zu Rfissa gereicht wird.

Pizza-/Cocktail-Take-Away-Spaziergang

Beste Margherita der Nachbarschaft von der Pizzeria Luna Rossa

Letzten Freitag war ich dann das erste Mal seit Wochen wieder (halbwegs) aus. Also eigentlich nur für einen langen Spaziergang, aber dank guter Planung und Handdesinfektionsmittel mit Pizza und Cocktails.

Von der Pizzeria Luna Rossa an der Währingerstraße (beste der ganzen Gegend, wirklich!) gabs ofenfrische Margherita to go. Als die aufgegessen war (irgendwo beim Übergang vom 9. in den 8. Bezirk) fing ich an, durch das Take-Away-Menü der Matikibar zu scrollen und entschied mich schließlich für eine Bride from Ipanema, meine Begleitung wollte einen Wabelabedabdab haben.

zwei cocktails im schraubglas
Bride from Ipanema und Wabelabedabdab an der Fensterdurchreiche der Matikibar

Nur ein paar Minuten später waren wir in der Gardegasse angekommen und unsere bestellten Drinks wurden frisch zusammengeschüttelt und im Schraubglas durch das Fenster ausgegeben. Mein blassrosa Bride from Ipanema-Cocktail bestand aus Chachaca, Maraschino, Limette, Cranberry, Kokos und Orangenbitters und erinnerte mich insgesamt ein bisschen an ein nicht zu süßes Sahnebonbon. Der Drink war mit einem schönen Cranberry-Spießchen dekoriert und damit eins nicht vom Schraubverschluss weg trinken muss, gabs einen Papierstrohalm dazu. Die mag ich leider überhaupt nicht, da sie superschnell aufweichen und dem Getränk ein komisches Mundgefühl und einen komischen Geschmack verleihen…

Der Wabelabedabdab, etwas dunkler im Rotton und mit gecrushtem Eis, Thymian und einem Maraschino-Kirschen-Spießchen im Glas, bestand laut Karte aus Gin, Strega, Chambord, Zitrone, Amarenakirschsirup, simple Sirup und Pfirsichbitters. Beeindruckt hat er mich vor allem deshalb, weil er mit Strega einen ziemlich intensiven Kräuterlikör enthält, der durch die Fruchtaromen des Beerenlikörs und Sirups aber gut aufgefangen wurden. Zum gemütlichen Trinken fanden wir schließlich eine Parkbank unter einem Baum ein paar Straßenzüge von der Bar entfernt. Auf dem Weg sahen wir noch einige Paare (as in 2 Leute, nicht offensichtlich Liebesbeziehungen) , die es sich auf Eingangstreppchen, Picknickbänken, aufgelassenen Restauranttischen mit Getränken und Snacks bequem gemacht haben – ein wenig Hoffnung für gemütliche Sommerabende gibt es also noch…

Wir kamen auch beim Moby Dick, der Nachfolgebar meines allerliebsten Botanical Garden, vorbei und holten uns dort noch eine To-Go-Tüte mit meiner allerliebsten Espresso-Martini-Variation, Opium Espresso (der jetzt endlich auch auf der Moby Dick-Karte steht!). Diese Bar verfolgt ein etwas anderes Konzept, statt einzelner bereits dekorierter Drinks gibt es „Kits“ mit jeweils zwei Portionen. In unserem Fall ein kleines Fläschchen mit Opium Espresso (Wodka, Espresso, Schokoladenlikör, Mohnsirup), Deko-Mohn-Chips, Snackerdnüssen, Nachschub-Eiswürfel im Plastiksackerl und einer Zusammenbau-Anleitung. Die ignorierte ich aber geflissentlich und trank meine Hälfte des Cocktails mit meinem mitgebrachten Metallstrohhalm (Planung ist alles!) schon auf dem Heimweg. Doch auch hier musste ich feststellen: Aus der dünnwandigen Coupette, schön schaumig aufgeschüttelt, schmeckt Opium Espresso sehr viel besser, da der starke Kaffee so nicht alle anderen Aromen ausstechen kann…

Ansonsten habe ich auch noch an vielen gleichzeitigen Deadlines (Planung wäre alles gewesen) gearbeitet, sodass ich eine Radiosendung zum Thema Konserven (noch bis Freitag auf Ö1 nachzuhören), ein Videoreferat über Risikokommunikation und zwei kleine Essays für die Uni abgeben konnte. Und ich habe die Schütte-Lihotzky-Biografie fertiggelesen, die ich Anfang April bei einer Uni-Wien-Alumni-Verlosung gewonnen habe, dazu hoffentlich bald ein Buchpost. In der Zwischenzeit: Meine liebsten Links der letzten Tage.

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