Archiv der Kategorie: Torten

Schoko-Himbeer-Torte und NEUN Jahre Zuckerbäckerei

Am Montag war mein 23. Geburtstag und heute vor neun (!) Jahren habe ich den ersten Post in der Zuckerbäckerei veröffentlicht. Grund genug, eine richtig aufwändige Torte zu backen.

Schoko-Himbeer-Torte

Wie ihr euch vorstellen könnt, orientierte ich mich einmal wieder an einem von Bravetarts Rezepten (bald sieht es aus als würde die Zuckerbäckerei ein Julie&Julia-Style-Blog, nur mit Stella Parks und mir?), nämlich dem „Chocolate Cherry Layer Cake“. Das besondere daran ist vor allem das Frosting, das aus pulverisierten gefriergetrockneten Kirschen und Sahne besteht.

Schoko-Himbeer-Torte

Gefriergetrocknete Kirschen aufzutreiben erwies sich dann allerdings als nicht so einfach, aber ich freute mich über jede Fruchtsorte. Im bestsortierten Supermarkt der Gegend fand ich schließlich gefriertgetrocknete Himbeeren, zu einem Kilopreis von *unschlagbaren* 105,60 Euro. Gut, dass ich nur 50 g brauchte.

Schoko-Himbeer-Torte

Aber auch der Kuchen selbst ist besonders. Er enthält fast so viel Kakaopulver wie Mehl und wird dadurch sehr schwarz. Mir wurde sogar unterstellt, dass ich die Böden hoffnungslos verbrannt hätte!

Schoko-Himbeer-Torte

Leider hatte ich keine zwei 8-inch-Alukuchenformen (ca. 20 cm Durchmesser) zur Hand, dafür aber gleich drei mit 26 cm Durchmesser. Deshalb beschloss ich, den Teig zu verdoppeln und einfach drei größere Böden daraus zu backen. Den zusätzlichen Zwischenraum würde ich einfach mit Himbeermarmelade aus dem WG-Vorrat (so viele Mamas/Omas/Tanten, die Obst einkochen!) füllen.

Schoko-Himbeer-Torte

Übrige Deko-Himbeeren hatte ich auch keine, sodass ich die Torte einfach mit Kakao bestäubte, um meine mangelnden Torten-Einstreich-Fähigkeiten zu kaschieren. Dank vier Wollfäden gabs auch noch ein Muster und fertig war der *superfancy* Geburtstagskuchen.

Fehlte nur noch das einstündige (weil Assistenz- und Stativlose) Fotoshooting am Schreibtisch.

Schoko-Himbeer-Torte und NEUN Jahre Zuckerbäckerei weiterlesen

Punschkrapferl

Inspiriert, oder eher gezwungen von den rosa-herzerl-glitzer-Posts, die in der vergangenen Woche das Internet überfluteten, beschloss ich spontan, mal Punschkrapferl zu machen. Diese österreichische Spezialität hatte ich zwar schon oft gesehen, aber noch nicht ein einziges Mal gekostet.

Punschkrapferl

Laut Wikipedia handelt es sich dabei um einen Würfel (seltener auch Zylinder) aus Biskuitteig, der mit einer Masse aus Marmelade, Rum oder Punsch und Schokolade gefüllt und mit einer rosa Glasur (sog. Punschglasur, als solche in Österreich erhältlich) überzogen ist.

Punschkrapferl

Soweit so einfach – Punschkrapferl scheinen die österreichische Variante von Granatsplittern (die ich zuletzt 2010 gebacken habe) zu sein. Ich wollte es allerdings nicht so halten wie z.B. mit Oreos und eine „berühmte“ Speise nachbacken, ohne vorher einmal das „Original“ probiert zu haben. Deshalb stattete ich den Konditoreien in meinem Umfeld einen Besuch ab und machte einen Punschkrapferltest:

punschkrapferl-verkostung
v.l.: Punschkrapferl vom MANN, Konditorei Hübler und meine zwei Varianten – einmal mit, einmal ohne Kakao

Auf die Idee hatte mich dieser Post von Katharina Seiser gebracht, die 2010 die besten Punschkrapferl Wiens gesucht hatte. Richtig überzeugt hat mich aber keines meiner, zugegeben recht wenigen, Testexemplare. Aber immerhin hatte ich einen Anhaltspunkt!

Ich kombinierte einige Rezepte, die ich im Internet gefunden hatte, und wurde zumindest bezüglich des Biskuits gründlich enttäuscht. Vielleicht habt ihr es meiner Instagramstory gesehen – mir fiel einfach der ganze Biskuit gänzlich zusammen. Gut, dass ich schier endlose Vorräte hege und auch nach Mitternacht einfach einen zweiten – diesmal nach meinem Rezept – backen konnte. Auch gut: Punschkrapferl als „Resteverwertung“ – der ruinierte Boden fand trotzdem Verwendung. Damit ihr euch nicht genauso ärgern müsst, habe ich euch hier aber mein oft getestetes und funktionierendes Biskuitrezept aufgeschrieben, es ergibt genauso viel fertigen Biskuit wie das andere.

Auf jeden Fall sind Punschkrapferl ziemlich viel Arbeit, aber solltet ihr größere Mengen an übrigem Biskuit haben, gehts schon viel schneller. Außerdem besteht die Füllung in meinem Rezept aus Blutorangensaft und gar nicht so viel Zucker, sodass die dann nicht pappsüß und schrecklich künstlich schmeckt wie häufig bei gekauften Exemplaren.

Punschkrapferl weiterlesen

Biskuitroulade mit Aprikosenfüllung und Kardamom

Über die Ferien war ich mehrere Wochen weg aus meiner WG. Wieder da freute ich mich ziemlich, endlich wieder eine (fast) eigene Küche und, wichtiger, Entscheidungsfreiheit über alles was ich Kochen und Backen wollte, zu haben.

Eines späten Abends wollte ich dann etwas fürs Semesterstart-Picknick, das am nächsten Vormittag stattfinden sollte, backen. Ich öffnete meine wohl sortierte Vorratsschublade – und es flatterten mir zahlreiche Motten entgegen. Nachdem ich alle (offensichtlich undichten) Boxen überprüft hatte, musste ich feststellen, dass nur Zucker, Mehl, Speisestärke und Kakao nicht von Ungeziefer befallen waren. Alles andere – Nüsse, Mandeln, Trockenfrüchte, weitere Mehlsorten, Grieß, Polenta und so viel mehr – musste ich leider in den Müll werfen.

Meine Vorrats-Schublade

Das alleine war schon ärgerlich genug. Doch was sollte aus meinem Picknick-Mitbringsel werden? Butter hatte ich auch kaum mehr zu Hause, die Milch fast leer. In Marokko wäre ich einfach zum Hanut gegangen, um auch um 22 Uhr alles, was für Gebäck notwendig war, einzukaufen. In Wien musste ich kreativ werden. Nach langem hin- und herüberlegen hatte ich endlich einen Einfall: Biskuitrouladen!

Dafür bräuchte es nicht mehr als viele Eier, Zucker, ein wenig Mehl, Stärke und Butter. Als Füllung könnte ein selbstgemachtes Glas Konfitüre aus dem Vorrat herhalten, zur Deko ein bisschen Puderzucker.

Biskuitrouladen mit Aprikosenfüllung und Kardamom

Das Ergebnis meiner nächtlichen Notnagel-Backaktion erwies sich allerdings als richtig lecker – Aprikose-Kardamom ist einfach unschlagbar.

Biskuitroulade mit Aprikosenfüllung und Kardamom weiterlesen

Himbeer-Mascarpone-Charlotte

An Torten wage ich mich nur selten, denn ich finde sie ziemlich unpraktisch. Sie sind aufwendig zu machen, schlecht zu transportieren, nur in großer Menge (also für weit mehr als 2 Leute) sinnvoll und nicht lange haltbar.

Himbeer-Mascarpone-Charlotte

Hin und wieder, so zum Beispiel auch für die diesjährige Osterbrunch-Tafel meiner Familie, packt mich aber der Ehrgeiz und ich sinniere über luftige Biskuitböden, cremige Sahnefüllungen und süße Früchte zur Dekoration. Eine zusätzliche Herausforderung für das Ostersonntagsexemplar: Möglichst viel von den ausgeblasenen Eiern (also Eiweiß-Eigelb-Gemisch) aufbrauchen, am Besten auch noch den unendlichen Vorrat an selbstgemachter Marmelade schrumpfen lassen.

Himbeer-Mascarpone-Charlotte

Nichts einfacher als das: die Übrigbleibsel der ausgeblasenen Eier wanderten in die Biskuitböden, ein kleines Glas Himbeer-Rhabarber-Konfitüre dazwischen. Außenherum selbstgemachtes Löffelbiskuit, das die Cremeschicht aus Mascarpone und Himbeerpüree an ihrem Platz hielt. Zur Deko noch ein paar unverschämt luxoriöse frische Himbeeren und Heidelbeeren (vermutlich importiert von der anderen Seite der Welt) und fertig ist der Hingucker!

Himbeer-Mascarpone-Charlotte weiterlesen

Julia Childs Schokoroulade

Julia Child – genau, die aus Julie&Julia – wäre am heutigen Tag 100 Jahre alt geworden.
So habe ich mir gedacht, dass ich doch endlich einmal eines ihrer vielen Rezepte ausprobieren könnte. Als ganz einfach erwies sich das jedoch nicht, denn ich besitze keines ihrer Bücher, nicht einmal ihr berühmtestes Werk „Mastering the Art of French Cooking“. Julie Powells Buch, das als Vorlage für den gleichnamigen Film diente, ist zudem irgendwie auf unergründliche Weise von meinem Bücherregal verschlungen worden und nicht mehr auffindbar. Man glaubt es kaum, aber eine weitere amerikanische „Kochshowpersönlichkeit“, nämlich Martha Stewart, half weiter. Auf ihren zugegeben richtig guten Internetseiten (Julias Kochsendungen sind dafür viel lustiger als Marthas) habe ich Julia and Jacques’s Chocolate Roulade gefunden. Typisch für Julias „Epoche“ – oder bilde ich mir das nur ein? – ist der wahnsinnige Sahneverbrauch: Ein einziges Scheibchen davon reicht lange aus. Trotzdem, lecker ist sie, die Schokoroulade. Happy Birthday Julia Child!

nach einem Rezept von Julia Child und Jacques Pepin bei Marthastewart.com

Zutaten
Roulade
200 g Sahne
225 g Zartbitterschokolade
7 Eiweiß
60 g Zucker
Füllung
200 g sehr kalte Sahne
40 g Zucker
1-2 EL Cognac (oder Rum)
+ Kakao zum Bestäuben
frische Beeren als Deko

Den Ofen auf 180° C Umluft vorheizen und ein tiefes Backblech mit Backpapier auslegen. Die Ränder knicken, so dass eine Art Form entsteht, um den Teig am Auslaufen zu hindern.

Die Sahne in einem kleinen Topf erhitzen und die Schokolade darin auflösen. Anschließend etwas abkühlen lassen.

Währenddessen die Eiweiße und den Zucker jn einer großen Schüssel steif schlagen. Ein Viertel des steifgeschlagenen Eiweiß unter die abgekühlte Schokomasse rühren.

Die Schokomasse dann sehr vorsichtig unter den restlichen Eischnee heben, aber unbedingt alle Klümpchen durch weiterrühren beseitigen.

Die Masse gleichmäßig auf dem Backblech verstreichen und für 10-12 Minuten backen. Etwas auf dem Blech abkühlen lassen, dann das Backpapier auf ein feuchtes Geschirrtuch ziehen, damit sich der Kuchen später leichter davon löst.

Für die Füllung die Sahne mit Zucker und Cognac sehr steif schlagen.

Die steifgeschlagene Sahne gleichmäßig auf der Rouladenplatte verteilen. Diese dann sehr vorsichtig über die kürzere Seite aufrollen. Die beiden Enden schräg abschneiden und die Roulade anschließend auf eine Servierplatte setzen. Mit Kakao bestäuben und mit frischen Früchten garnieren.

Hochzeitstorte für Silke & Tom

Zutaten
Böden
430 g Mehl
50 g Speisestärke
1 1/2 Pck. Backpulver (24g)
Salz
590 ml Buttermilch
8 Eiweiße
580 g Zucker
Zitronenschale
340 g Butter
Buttercreme
300 g Zucker
Vanillezucker
6 Eiweiß
500 g Butter
90 ml Zitronensaft (=ungefähr eine Zitrone)
+ 300 g TK-Himbeeren
Verzierung
600-700 g Rollfondant (hier zu kaufen)
Glitzer (hier zu kaufen)
Zuckerperlen
Barbiepuppe

180° C vorgeheizter Backofen – 30-35 Minuten Backzeit – für 2 normalgroße  Springformen, eine kleine Springform und eine ofenfeste Schüssel mit dem selben Durchmesser wie die kleine Springform

Böden:In einer kleinen Schüssel Mehl, Speisestärke, Backpulver und Salz vermischen.
In einer zweiten kleinen Schüssel Buttermilch und Eiweiße verrühren.
In einer großen Rührschüssel Zucker und Zitronenschale so lange verrühren, bis der Zucker den Duft der Zitronenschale angenommen hat.
Butter zugeben und etwa 5 Minuten rühren.
1/3 der Mehlmischung darübersieben, dann die Hälfte von der Buttermilchmischung zugeben und rühren, bis es eine homogene Masse gibt.
Den Rest der Mehlmischung und den der Buttermilchmischung ebenfalls einrühren und etwa 2 Minuten weiterrühren, um zu verhindern, dass sich Klumpen bilden.
Die Masse in die eingefetteten (und evtl. mit Mehl eingestaubten) Formen geben und backen.
Die Böden vollständig abkühlen lassen, aus der Form lösen und dann durchschneiden.

Buttercreme: Zucker, Vanillezucker und Eiweiße im heißen Wasserbad zu Schnee schlagen.
Aus dem Wasserbad nehmen und weiterrühren, bis die Masse etwas abgekühlt ist.
Butter in kleinen Stücken einrühren und etwa 10 Minuten weiterrühren (die Masse stöckelt an einem Zeitpunkt, aber durch beständiges weiterrühren sollte eine cremige Masse entstehen).
Zitronensaft und evtl. eine Prise Zitronensäure zugeben.
Die TK-Himbeeren etwas auftauen (Mikrowelle?!) und pürieren.

Zusammensetzen: Den untersten Boden dünn mit Himbeerpüree einstreichen, den nächsten auf der Unterseite mit Buttercreme einstreichen, mit der Buttercremeseite auf den Boden mit dem Himbeerpüree legen. Den Boden wieder mit Himbeerpüree einstreichen, den nächsten auf der Unterseite mit Buttercreme einstreichen usw…
In den „Rock“ ein Loch in die Mitte schneiden, sodass die Füße der Barbiepuppe darin Platz haben.
Den Kuchen außen dünn mit Buttercreme einstreichen, für 20 Minuten kühlstellen und die restliche Buttercreme daraufstreichen, damit die Oberfläche ganz glatt ist.

Verzierung: Den Fondant auf einer mit viel Puderzucker bestäubten Frischhaltefolie gleichmäßig dünn ausrollen und sehr vorsichtig auf die Torte legen (Achtung, ein Riss ist nicht mehr zu flicken und wenn Brösel an den Fondant kommen, ist dieser nicht mehr verwendbar!!!).
Kleine Luftbläschen mit den Händen glätten und beim Loch für die Barbiepuppe den Fondant herausschneiden.
Die Haare der Barbie vorsichtshalber in Frischhaltefolie wickeln, ihr ein Oberteil aus Fondant anpassen und in das Loch hineinstellen.
Den Übergang vom Oberteil zum Rock evtl. mit Rüschen, Zuckerperlen etc. verdecken.
Den Glitzer leicht erwärmen und das Kleid dünn damit bestreichen.
Die Frisur der Barbie noch etwas „stylen“ – fertig 🙂

Erdbeer-Schoko-Torte


Zutaten
Teig
6 Eier
180 g Zucker
etwas Vanillezucker
80 g Mehl
60 g Speisestärke
60 g Kakao
Füllung
500 g Sahne
etwas Vanillezucker
300 g Erdbeeren
500 g Zartbitterkuvertüre
+ ein paar schöne Erdbeeren zum Garnieren

180° vorgeheizter Backofen – 35 Minuten Backzeit – für eine Herzform/Springform
Teig: Eigelbe mit Vanillezucker und der Hälfte des Zuckers ziemlich schaumig schlagen.
Eiweiße steif schlagen und den restlichen Zucker zugeben.
Eiweiße unter die andere Masse heben.
Mehl, Stärke und Kakaopulver darübersieben und ebenfalls unterheben.
Teig in die Form füllen und backen.
Kuchen abkühlen lassen, aus der Form lösen und mit der Oberseite nach unten möglichst lang (1h) ruhen lassen.
Anschließend drei gleich große Böden daraus schneiden.
Füllung: Sahne mit Vanillezucker steif schlagen.
Gewaschene Erdbeeren vierteln und die Kuvertüre im Wasserbad schmelzen.
Untersten Boden des Kuchens mit Kuvertüre bestreichen und etwas trocknen lassen.
Etwas Sahne daraufstreichen und die Hälfte der Erdbeeren daraufverteilen.
Mittleren Boden mit Kuvertüre bestreichen und etwas trocknen lassen.
Wieder Sahne daraufstreichen und die restlichen Erdbeeren darauf verteilen (Welche zum Garnieren übrig lassen!!!).
Obersten Boden mit Kuvertüre bestreichen und die übrigen Erdbeeren (zumindest wenn sie schön sind) daraufsetzen – oder wie auf dem Bild zu sehen kleine Herzchen ausstechen und evtl. mit Marzipan verzieren.

Übrigens: Diese Torte war ein Abschiedsgeschenk an amerikanische Verwandte und deshalb das grüne Marzipan- Goodbye und die Herzerl-Erdbeeren. Ich war auch sehr unter Zeitdruck und deshalb (und auch weil ich im Tortenherstellen nicht besonders gut bin) ist meine Erdbeer-Schoko-Torte etwas schief geraten. Aber sie schmeckt! 🙂