Archiv der Kategorie: Rezept

Polenta Cornbread

Wieder mal eines dieser Rezepte, das ich im Internet gesehen und *sofort* beschlossen habe, es auszuprobieren. Problem hier: Buttermilch gehört nicht zu den Zutaten, die ich immer im Vorrat habe (in den USA scheint sie dagegen grundsätzlich pantry staple zu sein). Ich musste also tatsächlich den nächsten Vormittag abwarten, um mir die nötigen Zutaten kaufen zu können.

Mit Buttermilch zur Hand ist das das schnellste und einfachste Rezept, das ich seit langem umgesetzt habe – einfach alles in einer Schüssel zusammenrühren, in eine Form schütten und 20 Minuten backen.

Heraus kommt ein Gebäck, dass sich sehr schwer zuordnen lässt. Das Cornbread ist nur sehr wenig süß, mit sehr leichtem Zitronenaroma und fluffig-körniger Konsistenz. Es passt genauso gut als Beilage zu einem Eintopf wie zu Butter, Honig und Marmelade. Und am besten schmeckt es eindeutig noch warm aus dem Ofen oder kurz aufgetoastet.

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Hamantaschen mit Frischkäse und Heidelbeergelee

Von Hamantaschen, einem traditionellen Gebäck zum jüdischen Purimfest, las ich vermutlich zum ersten Mal bei Molly Yeh. In echt gesehen oder probiert hatte ich bis dahin noch nie welche. Zufälligerweise war Mitte März Purim und so machte ich einfach selber welche.

Im Teig ist nicht etwa Butter oder Margarine, wie meistens in Teigen, die ausgerollt werden, sondern Öl. Dadurch bekommen die fertigen Hamantaschen trotz ihrer eindeutigen Keks-Eigenschaften (klein, knusprig, mit Marmelade gefüllt) einen „kuchigen“ Charakter, den ich sehr spannend finde. Diese hier – nach einem Rezept von Molly Yeh – sind außerdem mit Frischkäse gefüllt, was einen stark an Käsekuchen denken lässt.

Natürlich wollte ich am Ende auch wissen, wieso Hamantaschen so dreieckig geformt sind und was es mit dem recht deutsch/jiddisch klingenden Namen auf sich hat. Das Time Magazine bot Antwort:

Sometime in the 18th or 19th century in Germany and Eastern Europe, a triangular pastry pocket filled with poppy seeds often called Mohntaschen — mohn meaning meaning poppy seed, and tasch meaning pocket — came onto the scene. The word became a pun around Purim: oznei Haman plus mohntaschen created hamantaschen.

A Real Purim Story: How Hamantaschen Cookies Got Their Name – Time.com

Haman ist übrigens ein Bösewicht im alten Testament (und oznei sind seine Ohren auf hebräisch), der von einer mutigen Frau besiegt wurde:

“King Ahasuerus loved to have parties and he had this giant event where he asked his wife Vashti to dance for him,” she says. “But Vashti refused, so he sent her away to be executed and held a beauty pageant to find another wife, which is how we got to Queen Esther.” In the story, Esther, whose cousin Mordechai was a leader in their Jewish community, kept her religion to herself until Haman, one of the king’s advisers, hatched a plan to exterminate the Jews. By speaking up, Esther saved her people—and in the end Haman was the one executed on the gallows he had hoped to use to hang Mordechai.

The Feminist History of the Jewish Holiday of Purim – Time.com

Weihnachtsplätzchen schmecken auch im Sommer, Ramadansüßigkeiten (Speckia <3) könnte ich ganzjährig essen und seit neuestem kann ich das auch für jüdisches Festtagsgebäck bestätigen. Backt euch doch auch welches!

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Orangen-Brandteigkrapferl

Nach einem Zitronen-Käsekuchen mit Blutorangensauce und in Orangenblütenwasser-Sirup getränktes Namoura gehts weiter mit den Zitrusfrüchten.

Ich bin nämlich immer noch im Süditalien-Winter-Fieber und so entstanden diese Brandteigkrapferl. Oder Windbeutel, oder bignè, oder choux – je nach sprachlicher Verortung…

Der Teig selbst ist ganz gewöhnlich, übernommen aus dem wunderschönen Buch „Eclairs“ von Marianne Magnier-Moreno und war bereits mehrmals im Blog: Vanille-Eclairs, Windbeutel und Brandteigkrapferl mit Süßholzcreme.

Gefüllt sind die Brandteigkrapferl mit geschlagener Sahne, die mit ein paar Tropfen Orangenblütenwasser aromatisiert und gespickt mit selbstgemachten kandierten Orangenschalen ist.

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Zuckersüß 327

Immer noch Pech, immer noch Zahnweh in dieser Woche. Von beidem so viel, dass ich nicht zur besten aller Podcastkonferenzen, der #subscribe10 beim DLF in Köln fahren habe können. Und das, obwohl eigentlich ein Sketchnotes-Workshop von mir im Programm stand… Gezwungenermaßen sah ich also nur im Stream zu und sketchnotete recht viel, s. Twitter. Einen ausführlichen Rückblickspost gibts später drüben bei Lieblings-Plätzchen.

Für Menschen, die mich als Sketchnoterin für ihre Veranstaltung beauftragen wollen hab ich mir zu der Gelegenheit auch noch eine klitzekleine Landingpage gebastelt. Sehr spartanisch und nur aus einer einzigen html-Datei, aber „responsive“ sollte sie schon sein: jasowieso.com

Hier folgen meine Links der letzten Tage:

Rezepte

Polenta Cornbread – Shutterbean
„Echtes“ Cornbread habe ich nie probiert, das hier werd ich bald mal ausprobieren.

Shaved Cucumber Lemon Herb Labneh Toast – ful-filled
Auf Insta entdeckt, sieht nach super Frühlings-Brotzeit aus.

Sourdough Crackers with Olive Oil & Herbs – Love and Olive Oil
Für das nächste Mal, wenn zu fütternder Sauerteig im Haus ist.

März-Must-have: Mönchsbart aka barba di frate – Keine Rezepte
Der Name des Blogs bedeutet eigentlich schon, dass der Link nicht in diese Zuckersüß-Rubrik passt. Aber spannende Zutaten dürfen nicht in den „Texten“ untergehen! Mönchsbart ist (wie Mispeln) wiedermal etwas, dass ich in fremdsprachiger Umgebung, genauer gesagt im Le Réciproque in Paris, probiert habe, ohne jemals den deutschen Namen kennengelernt zu haben. Im Blogpost damals schrieb ich von „Seegras“, das nicht spinatig war… Jetzt habe ich große Lust, auf einen der beschriebenen Wiener Märkte zu gehen und mir Mönchsbart zu kaufen.

Von Weitem sieht er ein bisschen aus wie Schnittlauch, Mönchsbart schmeckt aber ganz anders: mild und ganz leicht salzig. Er ist frisch und knackig, darum würde ich auch raten ihn wenn überhaupt nur ganz kurz zu garen. Optisch trägt er auch einiges zu spannenden Frühlingsgerichten bei und zwar ohne großen Aufwand.

Texte

Die Sache mit dem geistigen Eigentum – Leena Simon
Ein paar Überlegungen zum Begriff:

Solange ich eine Idee mit keinem Menschen geteilt habe darf ich sie als mein „geistiges Eigentum“ bezeichnen. Doch sobald ich jemandem davon erzähle, gebe ich dieses Eigentum auf. Die Idee und ihre Mutationen existieren dann auch in einem anderen Kopf. Ich kann sie nicht mehr zerstören (eine der wichtigsten Definitionen von stofflichen Eigentum), und ich habe keine Kontrolle mehr darüber.

Warum die Urheberechtsdebatte schon jetzt ein Fortschritt ist – Dirk von Gehlen
tl;dr: sie macht u.a. EU-Politik so richtig greifbar.

Im Sinne des guten alten Spruchs „Ihr werdet Euch noch wünschen wir seien politiverdrossen“ würde ich im Gegenteil behaupten: Die Debatte ums Urheberrecht hat (gemeinsam mit der Klima-Debatte) einen junge Wählerschaft auf eine Weise politisiert, die man am 26. Mai spüren wird. Dann nämlich wird ein neues europäisches Parlament gewählt!

EU citizens being tracked on sensitive government sites – Financial Times
Eine dieser eigentlich unsäglichen Meldungen, die schon gar nicht mehr überraschen…

Nearly three-quarters of the 15 pages scanned on the Irish health service website contained ad trackers, while 21 different companies were monitoring a single French government webpage about abortion services. Sixty-three trackers monitored a single German webpage about maternity leave. Google DoubleClick trackers were found on health pages providing information on HIV symptoms, schizophrenia and alcoholism.

Neorassismus: Nennen wir es doch Wurzelmanie! – SPIEGEL ONLINE
Ferda Ataman über den Opernball und Rassismus in Österreich und Deutschland.

In Österreich ist es im öffentlich-rechtlichen Fernsehen noch völlig in Ordnung, mit der Kamera aus dem Dekolleté einer Frau rauszuzoomen. Dazu ein schmunzelnder Moderator aus dem Off: „Frau Soundso, großzügig dekolletiert.“ Schwenkt das Aufnahmegerät auf die Debütantinnen und hat eine davon eine dunkle Haut, fällt schon mal der Kommentar: „Exotisch geht’s heuer wieder zu“.Vor ein paar Tagen war es wieder soweit. Ein Musiker wird interviewt und sagt: „Ich bin Steierer durch und durch. Original. Bis in den letzten Blutstropfen“. Ich verschlucke mich fast an meinem Bissen, aber die Moderatoren reden einfach weiter, als wäre nichts gewesen. Normaler Smalltalk in Österreich.

Geschlechtergerechtigkeit: Das Leben keiner Feministin – ZEIT ONLINE
Mehr Solidarität unter Frauen!

Aber Lisa wurde älter (keine gute Idee), sie wurde Mutter (mindestens genauso dumm). Sie stellte fest, dass ihre Wirksamkeit als junge, attraktive Frau im Team nachließ und dass immer eine neue junge, hoffentlich attraktive Frau auf sie folgte, die Lisa dann dafür verurteilte, dass sie jung und attraktiv war, während die jüngere, hoffentlich attraktive Frau Lisa ihrerseits dafür verurteilte, verbittert zu sein. Während die Teambereicherungen (die Frauen) – aus nachvollziehbaren Gründen übrigens – damit befasst waren, frauenfeindliche Klischees gegeneinander in Stellung zu bringen, stellte Lisa mit der Zeit außerdem fest, dass sie und all jene hoffentlich jungen, attraktiven Frauen es irgendwie nur selten schafften, in machtvolle Positionen zu kommen. Sie alle durften für einen kurzen Moment strahlen, und dann verschwanden sie wieder (Mutterschaft, Burn-out, Umzug wegen Karriere des Mannes), oder sie blieben irgendwo auf mittleren Ebenen stecken

Feministische Kolumne „Mansplaining“ – Süddeutsche.de
Zum Christchurch-Attentat:

Selbst als Terroristen sind weiße Männer „privilegiert“. Sie werden meist als Einzeltäter wahrgenommen und nicht als Teil einer Bewegung. Ein Islamist wird eher zum Stellvertreter der gesamten muslimischen Gemeinschaft. Ein weißer Nationalist erscheint immer noch eher als Einzelfigur und -schicksal.

Wikipedia-Autorinnen erzählen, wie Männer ihre Arbeit sabotieren – VICE
Ein sehr vice-iger Artikel, aber spannendes Thema!

Wenn Männer bestimmen, was sinnvoll ist, was Relevanz hat, dann tauchen Frauenthemen eben nicht auf. Männer sind eben anders sozialisiert und merken das gar nicht, wenn sie nur unter sich sind. Sachen, die für Frauen wichtig sind, fallen bei ihnen schnell mal unten durch. Das hat sich ja auch daran gezeigt, dass die Laserphysikerin Donna Strickland erst dann einen Artikel bekommen hat, als sie den Nobelpreis gewonnen hat. Als wäre sie vorher nicht wichtig genug gewesen. Aber ich brauchen diese Vorbilder und Rolemodels. Ich kann nicht so richtig verstehen, warum Männer eine Welt bauen, in der Frauen nicht auftauchen.

Flüchtlinge: Royas neue Kleider – ZEIT ONLINE
Ein Text von letztem Jahr, nach wie vor deprimierend.

Kommt der mit zum Sport?“, fragt er. Das Mädchen mit dem blonden Zopf antwortet: „Ey, das ist ein Mädchen!“Der Junge tippt sich an die Stirn. „Der ist ein Junge, das sieht man doch!“Das Mädchen schüttelt den Kopf: „Die kommt aus einem Land, da denken die Eltern, dass es schlecht ist, wenn man ein Mädchen ist, deshalb zieht sie sich wie ein Junge an.“Roya kramt in ihrem Schulranzen. Ihr Deutsch ist gut genug, um alles zu verstehen. Aber sie tut so, als höre sie die beiden gar nicht.

The Perfect Irony That ‘The Wolf of Wall Street’ Film Was Also a Real-Life Scam – MEL Magazine
Ein Typ bereichert sich am malayischen Volk und finanziert damit einen Hollywoodfilm über einen Finanzbetrüger.

To give you a sense of what kind of cash Low was regularly dropping: “Between October 2009 and June 2010 — a period of only eight months — Low and his entourage spent $85 million on alcohol, gambling in Vegas, private jets, renting super yachts and to pay Playmates and Hollywood celebrities to hang out with them.”
Smooth. The people of Malaysia were paying a shit ton of money for Low to live his Paris Hilton dream.

Die Unentspannung – enjoying the postapocalypse
Joël hat sich vorgenommen, 2019 jeden einzelnen Tag zu bloggen.

Und andererseits stresst es mich, weil ich jeden Tag beim Heimgehen denke „Ah, Feierabend! Oh nein, ich muss noch bloggen!“, als könnte ein Mensch nicht entspannen, nur weil noch eine Aufgabe vor ihm liegt. Aber ich kann ja auch nicht entspannen, wenn ich absolut nichts tue, ich bin eine einzige Verspannung, irgendwann mein Körper sich zusammenziehen und ich werde zu einer Art menschlichen Diamant werden, der schreckliche Laserstrahlen schießt und über den Planeten herrscht (oder so).

Audio/Video

Mario Barth vs. die Anstalt – Kobuk (via Netzpolitik.org)
Cooler Zusammenschnitt zweier Comedysendungen – eine populistisch, die andere realistisch – zum Thema Feinstaubgrenzwerte. Wegen Uploadfiltern bei YouTube nur bei Facebook…

Sonst so

DÖW – Vienna Memento Wien
Ehemalige Wohnorte deportierter Wiener_innen jüdischer Abstammung.

How to identify lead paint – Curbed
Könnte eigentlich unter „Texte“ stehen, landet aber wegen der großartigen Illustrationen – in einer Online-Geschichte, nicht im Printmagazin! – bei „Sonst so“.

Foto

Schon wieder Fliesenboden, diesmal im Hauptgebäude der Uni Wien.

Backkatalog

Namoura

Vor einiger Zeit war ich in einem libanesischen Restaurant und freute mich vor allem auf die Nachspeisen. Nach einer Vorspeisenplatte und Okraschoten mit Reis konnte ich aber fast nix mehr essen und statt einer ganzen Dessertauswahl entschied ich mich für ein einzelnes: Namoura.

Drei Props von drei Marokko-Aufenthalten. Der Teller von 2013, die Schüssel von meinem Jahr dort (2014/15) und die „Tischdecke“, die eigentlich Rif-Tracht ist, von 2016.

Das ist ein simpler Grießkuchen, der mit unglaublich viel Orangenblütenwasser-Zuckersirup getränkt wird. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich etwas ähnliches schon einmal in Marokko probiert, aber nicht weil es auch dort „landestypisch“ wäre, sondern weil ein guter Freund direkt über einer syrischen Bäckerei wohnt, bei der ich oft genug Süßigkeiten erstand. Ein Freund der gerade in Jordanien studiert, wies mich via Instagram daraufhin, dass es den Kuchen auch dort gäbe. Und Wikipedia beschreibt die Süßigkeit gleich als „Middle Eastern“, mit Verbreitung über Ägypten (wo der Kuchen Basbousa genannt wird), Türkei (Ravani) und Armenien (Shamali).

Naja, jedenfalls fand ich besagtes Namoura so gut, dass ich mir selber welches backen wollte. Ein Rezept der NYT Cooking hielf aus und so steht es nun auch hier in der Zuckerbäckerei. Besonders faszinierend an diesem Rezept fand ich den Joghurt, der mit Natron vermischt wird und so lange stehen gelassen wird, bis die Masse doppelt so viel Volumen fasst und schaumig aussieht – ohne sie aufzuschlagen. Chemie ist schon was cooles!

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Zuckersüß 326

In dieser Woche ging so viel schief wie überhaupt nur möglich und dann konnte ich mir nichtmal Trost-Schokocookies (ggf. mit Ingwer) backen, weil ich eine Zahn-OP hatte.

Ich hielt mich also an Haferbrei (mit selbstgemachtem Vanillesirup!), matschig gekochter Linsensuppe nach Ottolenghi, Vanilleeis und gebackene Süßkartoffeln mit Joghurt und verschiedensten Gewürzen. Was freu ich mich auf knusprige Kekse, Brot mit Rinde und alles andere Essen, dass eins kauen muss…

Bis dahin mal meine liebsten Links der vergangenen Tage:

Rezepte

Rfissa Express. Fragrant Chicken and Lentils with Papardelle – My Moroccan Food
Rfissa ist eine meiner marokkanischen Leibspeisen. Statt Msimn/Trid wird dieses Rezept mit Pasta zubereitet. Spannend!

Chocolate Pistachio Cream Thumbprints – Love & Olive Oil
Erinnert mich an das wahnsinnig gute Pistaziencremeeis in Napoli. Die Zutaten für das Rezept sind wohl leider unendlich teuer…

blueberry cream cheese hamantaschen – molly yeh
Hamantaschen gibts traditionell zum jüdischen Purimfest (nächste Woche).

White Cake With Brown Butter and Toasted Sugar Recipe – Serious Eats
Ein neues Tortenrezept von Bravetart.

Texte

„Die Gletscher werden noch Jahrzehnte weiterschmelzen“ – futurezone.at
Der Klimastreik setzt immerhin langsam Themen in den Medien… Was ich nicht wusste:

Die Gletscher befinden sich in einem totalen Ungleichgewicht mit dem jetzigen Klima. Verglichen mit den Temperaturen der vergangenen Dekaden sind sie viel zu groß. Je größer der Gletscher, desto träger reagiert er. Der Grosse Aletschgletscher, der noch über 20 Kilometer lang ist, hat etwa 80 Jahre Reaktionszeit. Die dramatischsten Auswirkungen der Klimaerwärmung werden wir dort also erst in den kommenden Jahren und Jahrzehnten erleben.

Christchurch-Attentäter bezog sich auf rechte Soldaten in Bundeswehr – deren Netzwerk führt nach Österreich – DerStandard.at
WAS.

Franco A. ist nur ein Teil eines rechtsextremen Netzwerks aus aktiven und ehemaligen Soldaten und Polizisten, die sich in Chatgruppen miteinander über den Tag X austauschen – jenen Tag, an dem die staatliche Ordnung zusammenbricht. Folgt man ihren Spuren, landet man bei einem Verein für ehemalige Elitesoldaten, beim deutschen Verfassungsschutz, einem merkwürdigen Ritterorden in Österreich – und beim heimischen Verteidigungsministerium

Warum ich nach Christchurch Angst habe: Islamfeindlichkeit gibt es auch in Deutschland – bento
Ein Kommentar von Merve Kayikci (aka primamuslima):

Er hat nicht aus Angst vor Muslimen zur Waffe gegriffen. Er handelte aus Hass. Er wollte Angst schüren. Ich habe Angst. Davor, dass dieser Attentäter mehr Anhänger in Deutschland hat, als wir wahrhaben wollen. Angst um das freiheitlich-demokratische Miteinander. Das Attentat von Neuseeland sollte ein Weckruf sein. Wir sollten enger zusammenstehen. Die Botschaft an die Muslime in Deutschland und Europa sollte jetzt erst recht sein: Jeder darf hier seinen Glauben leben – und gehört dazu.

Can the Instagram Novel Really Get More People to Read Books? – Eye on Design
Über einen dieser Insta-Romane bin ich zum Account der New Yorker Stadtbücherei gekommen – aber nicht dazu, das Buch tatsächlich zu lesen…

“I think the goal or the accomplishment that this project achieves is being like a door—a door to people who are not used to reading,” he said. “You don’t need much to get hooked to a story; maybe you just need to read a couple of lines and then you start thinking and maybe want to learn more. And you’re not aware of it but you’re actually reading and you finished the first chapter and then the second and that’s it. So I think that’s a good door. I don’t think usual readers would go there to read.”

Donald Duck and the art of cartoon translation – DW (via @beritmiriam)
Kapitalismus, eh klar:

In the past, characters‘ names used to be translated to better reflect a country’s culture. Nowadays, names are often kept for merchandising purposes.
For example, Spider-Man was initially translated with the German word for spider, „Spinne.“ As the first animated films came out in Germany, Spider-Man magazines were then titled „Die Spinne genannt Spiderman“ (The spider called Spider-Man). Meanwhile, it’s simply Spider-Man, which makes it easier for marketing.

America’s Professional Elite: Wealthy, Successful and Miserable – The New York Times
Glück kann man nicht kaufen.

I feel like I’m wasting my life,” he told me. “When I die, is anyone going to care that I earned an extra percentage point of return? My work feels totally meaningless.” He recognized the incredible privilege of his pay and status, but his anguish seemed genuine. “If you spend 12 hours a day doing work you hate, at some point it doesn’t matter what your paycheck says,” he told me. There’s no magic salary at which a bad job becomes good. He had received an offer at a start-up, and he would have loved to take it, but it paid half as much, and he felt locked into a lifestyle that made this pay cut impossible.

Of course Kylie Jenner didn’t build that – Los Angeles Times
Vom Tellerwäscher zum Millionär funktioniert schon lange nicht mehr:

Even as inequality grows — particularly along race and gender lines — we want to believe that “self-made” millionaire status is as achievable for the African American daughters of unmarried teens in Mississippi as it is for Westchester-raised Exeter students and reality television stars.
It’s easier to praise the likes of Zuckerberg and Jenner than it is to focus on creating opportunities for people who start out like Winfrey.

Audio/Video

Ani DiFranco
Diese Sängerin hatte ich ja letzte Woche entdeckt und höre sie seitdem durchgehend im YouTube-Mix…

Foto

Nochmal ein Fußboden Foto aus der Krypta des Duomo di Napoli.

Backkatalog

Zitronen-Cheesecake mit Blutorangensauce

In Napoli habe ich eine Eissorte probiert, die sich wegen der enthaltenen Mandeln und kandierten Zitrusfrüchte „Benvenuti al Sud“ nannte. Diesen Geschmack Süditaliens wollte ich auch mit einem Rezept fürs Blog einfangen. Nochmal Zitrusschalen kandieren war mir zu aufwändig, aber zitronig sollte es unbedingt werden, wo ich doch zur Hochsaison (mehr oder weniger) in der Anbauregion war.

Bei Epicurious fand ich ein Käsekuchen-Rezept, das sich zu einem großen Teil auf einen weitere sehr italienische Zutat stützt: Ricotta. Perfekt für meinen Benvenuti-al-Sud-Kuchen!

Beim Kramerladen (aka Greißler) ums Eck, besorgte ich Ricotta passend abgewogen aus der Käsetheke. In den Kuchen kam außerdem natürlich großzügig Zitronenschale und -saft vom Obsthändler ein paar Häuser weiter.

Die kitschige italienische Tischdecke passt ausnahmsweise zum Fotomotiv

Der wahre Star hier ist aber die Blutorangensauce, die den eher langweiligen (meine Ansprüche an Kuchen sind vielleicht auch zu hoch geworden mittlerweile?) Käsekuchen zu etwas ganz Besonderem macht. Sie besteht aus nichts weiter als frisch gepresstem Blutorangensaft, ein bisschen Zucker zum Säureausgleich und einem Löffel Butter, der schadet nämlich sowieso nie.

Ein paar Pistazien und Zitrusscheiben noch zur Deko (*vielleicht* auch zum Kaschieren eines abgebrochenen Kuchenstücks – Unvorsichtigkeit sei dank…) und fertig ist mein italienischer Käsekuchen.

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Fudgy Brownies

Eigentlich habe ich schon genug (gute!) Brownie-Rezepte im Repertoire, dass ich keine neuen mehr ausprobieren müsste. Da sind zum Einen die grandiosen Best Cocoa Brownies, die ganz ohne Schokolade auskommen und deshalb fast schwarz aussehen. Und zum anderen die Olivenöl-Brownies mit Pistazien, die ich erst vor ein paar Wochen entdeckt und liebgewonnen habe.

Bei der Pancake Princess stolperte ich nun aber über einen ihrer sehr ausführlichen Rezeptvergleiche. Im Brownie Bake Off hat sie sagenhafte 13 Rezepte ausprobiert und genau verglichen.

Nachdem die Best Cocoa Brownies aus Butter und Kakao bestehen, und die Olivenöl-Brownies aus Öl, Kakao und Schokolade, wollte ich unbedingt ein Rezept aus einer anderen Kategorie testen: Butter, Kakao und Schokolade. Meine Wahl fiel auf dass Rezept von Sally’s Baking Addiction, das im tl;dr außerdem als super chewy beschrieben wird.

Tatsächlich sind meine Brownies recht fudgy geworden, wobei ihnen wohl 3-4 Minuten weniger im Ofen gut getan hätten. In meinen Augen erfüllen sie alle Kriterien eines soliden Brownie-Rezepts: schokoladig, nicht zu kuch-ig und mit einer (zumindest leicht) glänzenden Oberfläche. Ohne einen direkten Vergleich zu meinen beiden Browniefavoriten zu haben, scheinen mir diese Brownies aber ein bisschen fade.

Das jetzt auf das Originalrezept zu projezieren ist aber auch nicht fair, ich habe nämlich die Zuckermenge großzügig reduziert. 400 Gramm Zucker sind für meinen Geschmack auf nur etwa 600 Gramm sonstige Zutaten zu viel. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Konsistenz meiner Brownies mangels 150 Gramm Zucker gelitten hat. Wenn ich einmal sehr motiviert bin, backe ich das Ganze vielleicht nochmal mit 400 Gramm Zucker, dann aber mit Toasted Sugar nach Bravetart, der weniger aggressiv süß ist.

Ein paar Fleur-de-Sel-Kristalle (bestimmt mit Mikroplastik, wie traurig…), die ich eigentlich als Fotodeko daraufgestreut habe, rissen den Geschmack der Brownies doch noch heraus.

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Zuckersüß 322

Gerade als ich vergangenen Sonntag das Zuckersüß veröffentlicht hatte, ließ ich mein Smartphone fallen. Anders bei den wohl mehreren hundert Stürzen in den vergangenen vier Jahren (mein Gerät von 2015 hielt tatsächlich so lange aus!) ging diesmal das Display kaputt. Mit ein bisschen Raten (motorisches Gedächtnis!) konnte ich es trotz einheitlicher Schwärze zwar noch entsperren und sogar einen Anruf entgegennehmen, aber fest stand, dass ich gleich am Montag ein neues Telefon kaufen würde müssen.

Wie sich herausstellte, hatte ich wenigstens kaum Daten verloren, meine Kontakte liegen bei Google (ich traus mich gar nicht zugeben), wichtige Fotos auf meiner Laptop-Festplatte und die Musik (ich bin weiterhin Streaming-Verweigerin) auf der Mini-SD. Einzig ohne Sicherung (aber vielleicht doch auch noch irgendwie zu retten): ein paar noch nicht synchronisierte italienisch-, darija- und arabisch-Vokabeln in Anki und meine Podcastabos. Das deprimierte mich schon ein bisschen, denn aus meinem Podcastblog, fyyd und Panoptikum würde ich nicht alles rekonstruieren können. Aber seis drum, mein Podcatcher wird einfach erfüllt von Blühendem Leben:

Ein neues Smartphone braucht es aber für den Podcatcher. Ich las mich also durch Tests und Rezensionen und wurde immer schockierter. Die Preise für aktuelle High-End-Geräte sind jenseits der 1000€-Grenze, ständig neue Modelle verbesserten sich aberoffenbar kaum mehr. Die Art der Smartphone-Besprechungen fand ich besonders bedenklich, denn sie scheinen geschrieben für Leute, die sich tatsächlich jedes neue Modell holen. Wie viel unnötigen Elektroschrott das wohl produziert?

Nun ja, ich entschied mich letztlich für ein roségoldenes (eigentlich eh egal, die Hülle versteckt das Gehäuse sowieso) Samsung Galaxy S9, das in etwa genauso teuer war wie damals mein Sony Xperia Z3 (also sehr teuer, nur nicht so absurd wie aktuelle iPhones). Ich finde es zwar ziemlich hässlich und das UI ebenfalls, aber es hat ein tolles Display und eine super Kamera. So gut, dass ich gar nicht aufhören konnte, damit aus dem Zugfenster zu fotografieren. Am Montagabend nahm ich nämlich den Nachtzug nach Rom, um meine Semesterferien digital nomad-mäßig im Süden zu verbringen.

Ich habe deshalb sehr viel Pizza gegessen und ein Wochenende in Napoli verbracht. Darüber schreibe ich hoffentlich bald einen eigenen Post, aber erst wenn meine BA-Arbeit fertig ist (Ferien sind eigentlich ja nicht…). Hier folgen meine liebsten Links der letzten Tage, zugfahrtsbedingt sehr umfangreich:

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Bananenmüsli

Ich frühstücke in den letzten Wochen meistens nur eine Semmel auf dem Weg zur Uni. Und weil ich auch schon im Kindergarten täglich eine Semmel *mit nix* als Pause gegessen habe (später bevorzugt Brezen, aber die sind in Österreich schwierig in guter Qualität aufzutreiben), stört mich das eigentlich nicht besonders.

Das Schild (Edding+Kreppband) habe ich nicht fürs Foto geschrieben, so eine Sauklaue…

Aber hin und wieder, vor allem dann, wenn ich morgens nicht sofort außer Haus muss, ist mir ein anderes Frühstück mehr als recht. Das endet oft in Pfannkuchen (zeitaufwendig!) oder einem Spiegelei (nur wenn Brot da ist). Für alle anderen Fälle gibt es Porridge oder Müsli.

Haferflocken alleine sind zwar eine super Basis, aber eigentlich ziemlich fad. Das ändert sich, sobald sie mit ein paar Körnern gebacken werden – klassisches Müsli, oder auf englisch: Granola. Ich habe schon ziemlich lang keines mehr gebacken, wie ein Blick ins Archiv zeigt:

Instagram sei dank ist mir vor ein paar Tagen Bravetart’s neuestes Experiment (das hier wird noch ein Fanblog?!) untergekommen: Banana Granola. Die Haferflocken darin werden nicht nur mit Körnern vermischt, sondern auch mit zerdrückten Bananen.

Die Idee fand ich superinteressant, doch weil ich sofort loslegen wollte, hatte ich nicht alles zur Hand und habe mich nicht wirklich an das Rezept gehalten. Außerdem habe ich den Zucker enorm verringert, da die Bananen eh schon süß sind. Für meinen Geschmack reicht ein Drittel der Zuckermenge des Originalrezepts.

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