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Backen auf der Alm

Kürzlich war ich für einige Tage in den Bergen. Dort war ich nicht etwa für einen Aktiv-Wander-Urlaub, sondern hauptsächlich zur Entspannung. Und zum Bücherlesen. Und Backen!

Doch die Hütte, in der ich die Woche über geblieben bin, ist nicht ans Stromnetz angeschlossen. Das heißt, es gibt keinen klassischen Backofen! Wenn der Holzofen nicht zufällig angeheizt ist, z.B. weil es ziemlich warm ist (auch auf 1500m wirds im August noch heiß), bleibt nur der Gasherd als Alternative, auf dem ich deshalb allerlei frittiert habe – z.B. Churros (die nicht besonders gut geworden sind) oder Apfelradl:

Frittierte Apfelradl mit Zimt und knirschigem Zucker

Abends wurde es dann aber doch hin und wieder so kalt, dass der Ofen eingeheizt werden musste und mir eine Steilvorlage zum Backen gab. Zum Ratatouille, das wir darauf schmoren ließen, machte ich das Polenta Cornbread vom April:

Polenta Cornbread
Polenta Cornbread

Und auf der einzigen Wanderung, die mehr als ein kleiner Spaziergang war, verbrachte ich mehr als eine Stunde am Berghang, um Heidelbeeren zu sammeln.

Stacheldrahtzaun, dahinter Heidelbeerstauden, dahinter weitere Berggipfel
So viele Heidelbeeren hinterm Stacheldrahtzaun!
Die Trinkflasche musste als Sammelgefäß herhalten
Die Trinkflasche musste als Sammelgefäß herhalten

Ich kam insgesamt auf gerade einmal 500 Gramm, doch die schmeckten dafür umso besser. Bergheidelbeeren sind wirklich kein Vergleich zu den wässrigen, aufgeblasenen Früchtchen aus dem Supermarkt.

Ich nutzte die Gunst der Stunde (kühle Temperaturen = Holzofen brennt und „Kühlschrank“ ist trotzdem gegeben) und setzte den Teig für Bravetart’s Zimtschnecken an, der über Nacht ruhte. Statt mit Zimt-Zucker-Butter füllte ich den Teig dann aber mit Heidelbeer-Butter und konnte zum Frühstück außerordentlich gute Heidelbeerschnecken servieren:

Heidelbeerschnecken vogelperspektive
Im Holzofen für gleichmäßige Hitze zu sorgen ist nicht unbedingt meine Stärke…
Ein bisschen unförmig, aber so gut!

Ansonsten begegnete ich auch noch ein paar Tieren…

Die Kuh chillt
Die Kuh chillt
Freilaufende Pferde gibts auch!

…und dem weltbesten Zirm auf der Wimmer-Alm.

mehrere schnapsgläser mit oranger flüssigkeit
So guter Likör!

Eine Reise nach Ljubiljana

Über Ostern war ich mit ein paar Freund_innen aus meinem Erasmus-Semester in Ljubiljana. Ausnahmsweise hatte ich mich für diese Reise um gar nichts gekümmert und im Vorhinein kein bisschen zum Ziel recherchiert. Und dann stellte sich Ljubiljana als unglaublich süße, sympathische Stadt heraus! So viel Grün, ein Fluss mit vielen Brücken und keine Autos in der Innenstadt – und glücklicherweise auch noch schönes Wetter.

Die rosa Kirche heißt eigentlich Maria-Verkündigungs-Kirche.

Praktisch Alles ist in zu-fuß-geh-Distanz und es gibt unzählige kleine Cafés, in die eins einkehren kann, wenn es doch mal zu anstrengend wird. Wir haben eine großartige Free Walking Tour (täglich 11h am Prešeren-Platz vor der rosa Kirche) mitgemacht und so weiß ich jetzt auch einiges über die Geschichte der Stadt. Das Habsburgerreich zeichnet sich z. B. immer noch gut an der Architektur ab, doch Jože Plečnik, quasi der Otto Wagner (dessen Schüler er war und an dessen Stadtbahn/U6-Haltestelle Gumpendorfer Straße er mitgewirkt hat!) oder Antonio Gaudí von Ljubiljana hat vielerorts sein Werk hinterlassen.

So schön grün alles!

Auf der Ljubilanica, dem kleinen Flüsschen (40 km lang und 37 Brücken!) das durch die Stadt fließt, fahren mehrere Boote auf und ab, die zu jeder vollen Stunde anlegen. Unseren obligatorischen Aperitivo (ich war mit ein paar Italiener_innen unterwegs) genossen wir also während einer 45-minütigen Bootstour.

Der „Berg“ ist nur etwa 70m hoch.

Zur Burg hinauf kann eins entweder zu Fuß gehen, oder faul wie wir, mit einer vollverglasten Seilbahn-Kapsel (1,50€ einfach für Studis) fahren. Knausrig wie wir sieht eins dort oben dann leider auch nicht so viel, die meisten Teile der Burg können nur mit einem Museumsticket besucht werden. Für den Ausblick über die Stadt und auf die Alpen lohnt sich das Ganze aber trotzdem.

Aussicht über Ljubiljana von der Burg aus
Aussicht über Ljubiljana von der Burg aus

Wie kaum anders zu erwarten, interessierte ich mich sehr für die lokale Küche. Glücklicherweise erzählte uns einerseits die Stadtführerin einiges über slowenisches Essen, andererseits konnte ich auch durch ein Kochbuch blättern, während meine Freund_innen die kitschigsten Kühlschrankmagneten aussuchten. Und probiert habe ich es natürlich auch:

Direkt am Anfang der von Plečnik erbauten Markthalle, die – Funfact – während des 2. Weltkriegs fertiggestellt wurde, weil die italienischen Besatzer sie wegen ihres Baustils als perfekte Ergänzung zu ihrem großrömischen Reich sahen, aßen wir zu Mittag. Mein Sauerkraut-Eintopf mit weißen Bohnen schmeckte mir so gut, dass ich ihn bei der nächsten Schlechtwettergelegenheit nachkochen werde. Dazu gab es gleich zwei Beilagen: Strudelj, das mir wie eine Mischung aus österreichischen und italienischen Gerichten erschien: Nudelteig gefüllt mit verschiedensten Sachen – Frischkäse, Spinat, Hackfleisch, Nüsse, Apfel etc – zum Strudel gerollt, gekocht und mit Butterbröseln serviert.
Ajdovi žganci fand ich besonders interessant, übersetzt war es als „Buckwheat Spoon Bread“, und stellte sich als gequollenes Buchweizenmehl mit Grammeln heraus.

In der Güjžina, einem etwas feineren Restaurant mit großer Weinauswahl konnte ich dank meiner vielen Begleiter_innen, die jeweils etwas anderes bestellten, praktisch die halbe Karte probieren. Und wieder waren die österreichischen und italienischen Einflüsse unübersehbar. Es gab Gnocchi mit Kürbiskernpesto und großzügig Kernöl, Kranjska klobasa, Käsekrainer mit Kren, Gulasch und Dödole, Kartoffelknödel mit Sauerrahm. Prekmurska gibanica, das traditionelle Dessert, mochte ich besonders. Es besteht aus einem Mürbteigboden und darauf vielen Lagen Strudelteig, der abwechselnd mit Mohn, Walnüssen, Äpfeln und Topfen gefüllt ist.

Glücklicherweise schaffte ich es auch, meine Reisegefährt_innen auf ein Getränk ins Kolibri zu überreden. Diese Cocktailbar erinnert nicht nur vom Namen her sehr an das BirdYard in Wien, sondern war auch so ähnlich gestaltet: großflächige Dschungeltapeten, viel glänzendes Metall und eine prominente Spiritousen-Wand. Die Signature-Cocktailkarte aus goldenglitzerdem Papier war parfümiert (wohl mit hausgemachter Vanilleinfusion) und enthielt sehr viel Interessantes. Ich probierte den „Coco & Rum“, der aus Kokosnussfett-gewaschenem (muss bei dieser Technik immer an den Murmeltierfett-Schnaps aus dem All You Can Eat-Magazine denken!) Rum, Cocoa Nib Syrup, Schokoladen- und Angostura Bitters gemixt war. Ebenfalls sehr gut fand ich den Rhubarbini mit Wodka, Rhabarber-Minz-Püree, Zitronensorbet und Prosecco. 11€ pro Getränk fand ich einen fairen Preis, wobei wir im Top Six, einem Club im sechsten Stock (super Aussicht) gewöhnliche Longdrinks um die Hälfte bekamen (viel weniger fancy, versteht sich).

Sortenreines Schokoeis bei cacao

Begeistert war ich auch von der Eisauswahl des „Cocoa“, das gleich neben der Dreifachbrücke beim Prešeren -Platz liegt. Dieser Laden hat tatsächlich eine extra Eiskarte mit Single Origin-Sorten! Ich probierte Santo Domingo- und Ecuador-Schokoeis, wobei es auch verschiedene Haselnusssorten und ca. 20 „normale“ Eissorten gab.

Ich hatte insgesamt mit etwas mehr jugoslawischen Übrigbleibseln gerechnet und vielleicht auch etwas günstigeren Preisen, aber das waren wohl meine uninformierten Vorurteile über den Ex-Ostblock. Unser AirBnB (das rein für touristische Zwecke vermietet wird und deshalb immerhin auch eine entsprechende Abgabe erforderte) gab für seinen günstigen Preis allerdings enorm viel her, die Küche dort war besser als die so mancher WG im meinem Umfeld. Und dem Plattenspieler nach ist der Gastgeber auf Hipster als Besucher_innen eingestellt. Ich entdeckte gleich zwei mir vorher unbekannte Künstler_innen bzw. Alben, die mir sehr gut gefielen: Equinoxe von Jean Michel Jarre (Psychodelisches Elektrozeug von 1978) ist in meiner Playlist verwigt, beim zweiten erinnere ich mich nicht an den Namen… Und aus unerfindlichen Gründen blieb mir ein Ohrwurm von Indochine‘s 3 nuits par semaine, vielleicht vertreibt ihn ja diese Verlinkung aus meinem Kopf.

Zurück kam ich mit dem Eurocity, der für 25€ Ljubiljana und Wien in 6h direkt verbindet – sehr wahrscheinlich, dass ich nochmal ein paar Tage in dieser wunderschönen Stadt verbringe!

Eine Reise nach Napoli

Im Februar habe ich ein Wochenende in Napoli verbracht. Die Stadt interessierte mich natürlich wegen ihrer kulinarischen Tradition, doch ein da muss ich unbedingt mal hin – Reiseziel war sie nicht. Bis ich feststellte, dass der Regionalzug von Campobasso, wo ich einen Teil meiner Semesterferien verbrachte, nur etwas länger als drei Stunden in die kampanische Hauptstadt braucht und das für 10,25€!

So wenig informiert war ich auch noch nie in einen Städtetrip gestartet, doch die Empfehlungen von und Spaziergänge mit befreundeten Locals (Erasmussemester sei dank!) waren am Ende eh viel besser als jeder Reiseführer. Es stellte sich heraus, dass Napoli doch recht anders war, als ich es mir vage vorgestellt hatte. Ein wirklich konkretes Bild hatte ich nicht im Kopf, nur so lose Ideen einiger breiter Straßen und viel Müll (Mafia sei dank).

Geht man eine Viertelstunde, ändert sich das Stadtbild nämlich ziemlich schnell. Rund um den Bahnhof – eine nicht besonders einladende Gegend, btw – stehen einige Hochhäuser, deren goldene Zeiten offensichtlich vorüber sind.

Viele Hochhäuser und eine Riesenbaustelle vorm Bahnhof Napoli Centrale.

Auf dem Weg ins historische Stadtzentrum werden die Straßen enger, die Autos und Mofas aber nicht weniger.

Überall Wäscheleinen, Klischee erfüllt!

Und es gibt so unendlich viele Kirchen. Manchmal konnte ich nicht unterscheiden, wo die eine anfing und die nächste aufhörte. Die wichtigste Kirche, der Duomo di Napoli, besteht selbst schon aus so vielen Kapellen, dass ich den Überblick verlor. Der wunderschöne Steinfußboden in der Krypta blieb mir aber in Erinnerung.

Eine Kirche links, eine Kirche rechts und dazu noch eine monumentale Heiligenstatue.
Der Heiligenschein strahlt mit der Litfaßsäule und der Ampel um die Wette.

Nicht nur die Kirchen zeugen von der Frömmigkeit Napolis, auch eine andere Tradition, die ich recht befremdlich finde: Hausaltäre. Die gibt es in sehr groß und in Schaukasten-klein, ebenerdig und hoch oben an Hausmauern. Darin drapiert sind Heiligenbilder, Fotos Verstorbener, Blumen und Kerzen. Nachts sind sie häufig beleuchtet.

Dieser Altar befindet sich gegenüber eines Supermarkts
Ein besonders prächtiger Hausaltar.

Im Dunklen fühlte ich mich manchmal wie nach Marokko versetzt. Einige Gegenden Napolis könnten mit ihren schlecht gepflasterten Straßen, Straßenständen für Waren aller Art und absurd schnell fahrenden Mofas genauso auch in einer marokkanischen Medina platz finden.

Napoli oder Rabat?
So einen günstigen Gemüsehändler hätte ich auch gern in Wien.

Der Eindruck ändert sich ein paar Gehminuten später wieder vollständig. Auf der Piazza Bellini steht nicht nur eine Statue des Komponisten, sondern auch viel Grün, das sich die Straße den Hügel hinunterzieht. Undenkbar in Marokko: Die Studis (und wir), die ab dem späten Nachmittag einen Spritz für nur 2€ im Freien schlürfen.

Noch ein Altar und ein paar Graffiti dazu.
Eine Mini-Allee im historischen Zentrum!

Durch ein teilweise überdachtes Gässchen gelangt eins zur Piazza Dante, die an diesem Februarsonntag voller kostümierter Kinder und Konfetti war.

Fasching!

Auf der Via Toledo, der Haupteinkaufsstraße, sah das nicht viel anders aus. In den Menschenmassen kam ich kaum vorwärts und hätte außerdem beinahe die Galleria Umberto I. übersehen. Die Geschäfte darin interessierten mich zwar überhaupt nicht, aber das Gebäude ist ziemlich schön anzuschauen.

Die Galleria Umberto I erinnert mich an die Galeries Royales in Brüssel
Fasching auf der Piazza Plebiscito

Von der riesigen Piazza Plebiscito aus, in den sowohl die Via Toledo als auch die Luxuseinkaufsstraße Via Chiaia mündet, ist schon das Meer zu sehen. Einen Stadtstrand gibt es nicht, sondern nur eine befestigte Promenade, an der es sich aber gut flanieren lässt.

Meer! Nur viel zu dreckig, um darin zu schwimmen.
Luftballonverkäufer gibt es ziemlich viele in Napoli.

Irgendwann war mir das mehr-oder-weniger-planlos-durch-die-Stadt-spazieren aber zu anstrengend (viele Kilometer und Höhenmeter kann eins auf einem Städtetrip eigentlich machen?) und ich wollte ein bisschen *Kultur* (mit Vermittlung).

Der Eingang zu Napoli Sotteranea ist – wer hätte das gedacht – neben einer Kirche.

Napoli Sotteranea, der Untergrund der Stadt war mir von vielen Seiten empfohlen worden. Gleich morgens um zehn schlossen wir uns (für 10€ pro Person) der italienischsprachigen Führung an. Englisch hätte es auch gegeben, aber erst eine Stunde später und die wollte ich nicht warten. Überhaupt halte ich es für eine super Sprachlern-Herausforderung, einer Museumsführung zu folgen. Mein Italienisch ist ungefähr auf 3-Monate-Duolingo-Level, aber dank meiner doch recht brauchbaren Französischkenntnisse verstehe ich meistens doch ziemlich viel. Und tatsächlich, ich konnte dem Rundgang weitestgehend folgen.

Die Geschichte des Museums ist schon ziemlich beeindruckend, denn eigentlich waren die Räume vor mehr als 2000 Jahren griechische Zisternen. Genutzt wurden sie, bis im 18. (oder 19.? – ich erinnere mich nicht) die Cholera ausbrach. Anschließend lagen sie einige Jahrzehnte brach, bis ihnen im zweiten Weltkrieg die Nutzung als Bunker zufiel.

Sehr nichtssagend an der Oberfläche, dabei ist im Keller ein antikes Theater.

Über einen anderen Eingang zu erreichen, aber ebenfalls in der Führung war das römische Theater. Versteckt im Fundament ganz normaler neapolitanischer Wohnhäuser war es sehr lange niemandem aufgefallen. Irgendwann geriet allerdings jemand mit Fachkenntnis zu antiker römischer Mauertechnik in einen der Keller dort – und erkannte das 2000 Jahre alte Bauwerk. An der Oberfläche ist bis heute nichts davon zu sehen, denn nach wie vor sind die Wohnungen bewohnt.

Haupteingang des Museo Archaeologico Nazionale di Napoli

Das Museo Archeologico Nazionale di Napoli hatte mir ein Freund wegen der umfangreichen Pompeii-Dauerausstellung (es gibt noch fünf weitere Bereiche und eine Sonderausstellung) empfohlen.

Am Anfang war ich halbwegs enttäuscht: 15 € (7,50 € ermäßigt) ist echt ziemlich teuer für einen einzelnen Eintritt. Und der erste Saal, den ich angeschaut habe (keine brauchbaren Wegweiser!) schien in den 1980ern stehen geblieben. Gläserne Vitrinen ohne jeglichen Erklärungstext, hin und wieder ein vergilbter schreibmaschinengetippter Absatz auf italienisch.

Die Palme wächst aus dem antiken Blumentopf!
Der Blick aus dem Fenster auf den Innenhof gibt ein 1A-Insta-Motiv, findet ihr nicht?

Doch mit der Zeit konnte mich die Ausstellung über Pompeii immer mehr begeistern, die Fresken waren nämlich sehr wohl beschriftet (wenn auch die Schilder häufig 5 Meter entfernt von den Ausstellungsstücken standen) und erzählten von Figuren, die ich mit meiner mangelnden Altertumskenntnis zumindest ein bisschen einordnen konnte: Ikarus und Dädalus, Iphigenia, Europa.

Nach mehr als zwei Stunden, als ich eigentlich wegen einer Verabredung schon fast gehen musste, entdeckte ich dann noch die Sonderaustellung zu Essen in Pompeii, auf die ich leider nur einen kurzen Blick werfen konnte.

Die Asche des Vesuv hatte nicht nur die Häuser, Wandbemalungen und Alltagsgegenstände der antiken Stadt konserviert, sondern auch viele Lebensmittel. So sind in den zwei Austellungsräumen Knoblauchzehen, Datteln, Feigen, Mandeln und sogar zwei Laib Brot zu sehen (und ausführlich/zeitgemäß/zweisprachig beschrieben):

Brot aus Pompeii

Apropos Essen. Ich habe versucht, alles, was nur annähernd als „Spezialität“ Napolis gilt, zu probieren. Natürlich Pizza, aber nicht beim berühmten Sorbillo in der Via Tribunali, vor dessen Lokal sich mittags und abends eine riesige Menschentraube bildete, sondern ein paar Meter weiter bei Vesù. Pizza Fritta (Pizzateig gefüllt mit Ricotta, Speck und Tomaten, als Calzone frittiert) erinnerte an den Teigstellen ziemlich an Langos ohne Knoblauch und war mir insgesamt viel zu mächtig. Pizza Portafoglio, eine zusammengeklappte Margerita, die es gefühlt an jeder Ecke gibt, würde ich am liebsten auch in Wien als verbreiteten Snack haben.

Was ich vor meinem Besuch nicht wusste: Frittiertes hat eine große Tradition in Napoli. Arancini, panierte Reisbällchen mit unterschiedlichen Füllungen (z.B. Erbsen und Hackfleisch, Auberginen) mochte ich am liebsten, aber auch Crochetti di Patate (Kroketten mit Käsefüllung) und Frittatina di Pasta (Macaroni in Bechamelsauce oder so, in Teig frittiert) waren gut. Auf der Via Tribunali, einer wichtigen Straße in der Altstadt gibt es alle paar Meter winzige Geschäfte, die Frittiertes verkaufen. Mir schien aber, dass nicht alle davon alles selber machen, sondern auf Tiefgekühltes setzen. Empfehlenswert ist auf jeden Fall Matteo, von dem die Frittatine di Pasta auf dem Foto stammen. Bei einer zweiten Frigittoria, an deren Namen ich mich nicht genau erinnere – irgendetwas mit Präsidenten oder Prinzen oder so schmeckte es auch sehr gut.

Faschingsfrittiertes

Weil gerade Karneval ist, gab es auch viele frittierte Süßigkeiten. Chiacchiere, flache Teigplatten mit ein paar Löchern und leichtem Orangenblütenwasseraroma, scheinen die Klassiker des italienischen Faschingsgebäcks zu sein. Es gibt sie mit Puderzucker bestäubt oder in Kakaoglasur. Sie sind ziemlich knusprig und mir fällt keine deutsche/österreichische Entsprechung dafür ein, denn bei uns scheint sämtliches Frittiertes immer aus fluffigem Hefeteig zu sein.

Das Herz ist wohl eher für Porträts von Menschen gedacht, aber Sfogliatelle machen sich auch gut darin.

Ein Gebäckklassiker Napolis sind Sfogliatelle. Das sind kleine Hörnchen aus vielen Schichten Filoteig (oder so ähnlich, bestimmt kein klassischer Blätterteig!) mit unterschiedlichen Füllungen. Die verbreitetste Füllung besteht hauptsächlich aus Ricotta, der durch etwas Grieß eine spannende Konsistenz und durch kandierte Orangenschalen ein süditalienisches Aroma bekommt. Die Version mit Haselnüssen habe ich allergiebedingt nicht probiert. Ofenwarm sind sie am Besten, vielleicht versuche ich mal, selbst welche zu backen!

Taralli gibt es auch im Supermarkt, die vom Bäcker haben mich wirklich begeistert.

In der Auslage der Pannetteria Coppola auf der Via Tribunali entdeckte ich beim Frühstückseinkauf Taralli. Die kenne ich eigentlich nur als Miniatur-Aperitivo-Gebäck mit Rosmarin oder ähnlichen Kräutern. Die beim Bäcker bestanden allerdings zu mindestens einem Drittel aus grob gehackten Mandeln und waren handtellergroß. Intuitiv hielt ich sie zuerst für süßes Gebäck, aber sie waren mit Salz und Pfeffer gewürzt. Sehr spannend, auch etwas, das ich mal nachbacken könnte.

Trotz des großartigen Streetfoods wollte ich zumindest einmal im Restaurant essen. Leider wusste ich überhaupt nicht, wie ich ein Gutes finden sollte. Keiner der Blogs meines Vertrauens hatte Tipps für Napoli, TripAdvisor-Restaurantbewertungen geben in der Hinsicht fast nie etwas her und lokale professionelle Restaurantkritiker kenne ich nicht. Im Michelin (nicht, dass ich spontan ein Sterne-Restaurant im Sinn gehabt hätte), stieß ich auf Il Gobbeto:

Not far from lively Via Toledo, this authentic family trattoria serves a selection of much-loved, classic Neapolitan dishes. The traditional ambience is enhanced by the typical costumes of Naples worn by the owners. House specialities include gnocchi del gobbetto, pasta with potatoes and Provola cheese, and dried salted cod.

Via Michelin
Muscheln!

Das Restaurant war ziemlich voll und trotz Reservierung mussten wir kurz vor der Tür warten. Der Kellner war mir unsympathisch (hauptsächlich weil er alle Kellnerinnen so ruppig unfreundlich behandelte) und hatte überhaupt keine Geduld (also nichtmal 2 Minuten) für uns übrig. Wir bestellten Miesmuscheln als Vorspeise, die mit Zitrone und ziemlich gutem Weißbrot serviert wurden. Aus den Primi suchte mein Begleiter Spagetti alle vongole aus, die noch sehr bissfest waren. Die sehr simple „Sauce“ aus Butter, Petersilie und Cocktailtomaten (kein Pfeffer!) war dafür so gut, dass ich sie mit dem Brot aufsaugte. Mein erster Gang, Manfredi (breite gewellte Bandnudeln) mit Tomaten-Ricotta-Sauce war ein bisschen fade, da konnte selbst meine große Ricotta-Begeisterung nicht mehr helfen.

Und Fisch!

Ich bestellte als Hauptgang gegrillten Schwertfisch, weil es das einzige nicht frittierte Fischgericht auf der Karte war. Schwertfisch habe ich vorher noch nie gegessen, die Konsistenz erinnerte mich fast an Geflügelfleisch, so fest und mager wie sie ist.

Für meinen Begleiter gab es Alici fritte, fritierre Sardellen. Mit viel Zitrone und Weißbrot schmeckten die wirklich gut. doch nach nur wenigen Minuten verlor die Panade schon an Knackigkeit, schnell essen (teilen!) lohnt sich hier.

Dazu tranken wir den außerordentlich günstigen und ganz guten (hab immer noch keine Anhung von Wein, aber er schmeckte mir) Hauswein (4 € für eine Flasche). Eine Nachspeise ging sich nicht mehr aus, weil wir relativ bestimmt darauf hingewiesen wurden, dass nun die nächsten Gäst_innen kommen würden. Insgesamt war der Restaurantbesuch also vor allem stressig – die Atmosphäre unruhig, die Kellner gehetzt (was sie gut auf die Gäst_innen übertragen konnten, wie unser Beispiel zeigt) – beim nächsten Besuch in Napoli würde ich nicht mehr dort essen gehen.

So gutes Eis, so schlechtes Foto.

Bestimmt nochmal essen würde ich jedoch Eis von Leopoldo Infante auf der Via Toledo. Das Pistazieneis, genauer die Pistaziencreme, war das beste seiner Art, das ich jemals probiert habe. Es erinnerte mich in der Konsistenz an gefrorene Erdnussbutter – unglaublich cremig und fett – und schmeckte einfach sehr pistaz-ig (ganz anders als die vielen Pistazieneis-Verschnitte aus künstlichem Aroma, wie sie in Deutschland verbreitet sind). Die zweite Sorte in meiner Waffel nannte sich Benvenuti al Sud („Willkommen im Süden“) und war gespickt mit gerösteten Mandeln und kandierten Orangenschalenstückchen.

Mein Begleiter suchte sich aus der unglaublichen Sortenvielfalt (bestimmt 4 m Thekenbreite, 3 Eissorten „tief“) dunkle Schokolade und Haselnuss aus.

Ich freue mich schon sehr, wenn in Wien endlich wieder alle Eissalons aufmachen, hoffentlich mit vergleichbar gutem Pistazieneis.

Coole Aktion: („Wenn du mich psst psst, fiuu fiuu rufst… dreh ich mich nicht um. Ich bin nicht deine Katze!“

Was ich in Wien auch cool fände: Eine Posteraktion gegen Alltagssexismus. Vor allem rund um die Uni sind mir in Napoli viele Plakate aufgefallen, deren Message ich sehr sympathisch fand. In Brüssel gibt es mit „Laisse les filles tranquilles“ („Lass die Mädchen in Ruhe“) übrigens eine ähnliche Aktion.

Coole Graffiti gibts auch in Napoli!
Und schöne Schriftarten!

Das wars mit meinem Wochenende in Napoli, im besten Fall schreibe ich auch noch einen Post von meinen 25 Stunden in Rom ein paar Tage später.

Zuckersüß 323

In dieser Woche habe ich es tatsächlich das erste Mal überhaupt geschafft, meine ganzen 4GB an Datenvolumen zu verbrauchen. Die restlichen Zugfahrten (das war nicht wenig Strecke vom Süden Italiens bis nach Wien) verbrachte ich also zwangsweise mit aus dem Fenster schauen und ein bisschen Stricken.

Ein paar Lieblingslinks gibts trotzdem:

Rezepte

Extra thick and fluffy Japanese pancakes – Chopstick Chronicles
In dem Pfannkuchenteig ist Mayonaise!?!?!!

Fluffy Japanese Pancakes: Souffle Pancake Recipe – i am a food blog
Hab mich nicht getraut, Mayo in meinen Teig zu rühren und deshalb dieses Rezept ausprobiert. Hat leider nicht so gut geklappt (vielleicht weil ich statt Milch Sahne verwenden musste).

Matcha Amaretti Cookies – Love and Olive Oil
Die erinnern mich an die Matcha-Ghribas von vor zweieinhalb Jahren.

The Easiest Cacio e Pepe: 4 Ingredients, One Pot, No Draining – i am a food blog
Letzte Woche war ich in Rom und habe kein Original Cacio e Pepe probiert und jetzt habe ich dieses Rezept im Feed. Ein Wink mit dem Zaunpfahl?

Texte

How to Write About Food: In the Classroom with Jonathan Gold – Foodaism
Ich habe vor diesem Blogpost noch nie von Jonathan Gold, einem mittlerweile verstorbenen US-Restaurantkritiker gehört. Das aufgezeichnete Gespräch hat mich sehr beeindruckt und ich würde jetzt auch gern ein Uni-Seminar zu Food Writing besuchen. Ich muss mich wohl mit Restaurantkritiken-Lesen im Selbststudium abgeben…

One, if you’re a food writer, your opinion of the food is really uninteresting. I don’t care. None of your readers really care whether you think it’s a good burrito or a bad burrito. What they care about it knowing what was—what’s in the burrito and how it was put together and… You just got to think about it—what are sensations you’re getting from this particular thing of food than you—that are the same as things you’ve had before, that are different from things you’ve had before.How does it fit into your experience of a burrito? How does it compare in the context of the world of burritos? What is this burrito saying about the person who makes it? Does it, is it one of those gigantic overstuffed, over-steamed San Francisco monstrosities that has grilled meat and black beans and handfuls of cheese and a salad and everything else you can think of stuffed in there?

„Eure Heimat ist unser Alptraum“-Vorabdruck: Das Ende des German Dream – SPIEGEL ONLINE
Noch ein Buch auf meiner zu-lesen-Liste.

Ich bin im Deutschland der Neunzigerjahre aufgewachsen, in dem die widersprüchlichen Parolen „Ausländer sind faul“ und „Ausländer nehmen uns die Arbeit weg“ teilweise aus denselben Mündern miteinander konkurrierten. In meiner eigenen Familie, die über das Anwerbeabkommen zwischen der BRD und der Türkei in den frühen Siebzigerjahren eingewandert ist, konnte es sich weder jemand leisten, faul zu sein, noch, irgendwem die Arbeit wegzunehmen. Alle arbeiteten immer in den Jobs, die nicht für Deutsche, sondern für sie vorgesehen waren. Leute wie mein Großvater wurden angeworben, weil sie leichter ausgebeutet werden konnten als inländische Arbeiter_innen: gewerkschaftlich kaum organisiert, flexibel, dankbar um jede Sonntagszulage.

Offener Brief an die Mitglieder des Europäischen Parlaments betreffend Urheberrechtsreform – Vienna Writer Authorpreneur
Hoffentlich wird aus der EU-Urheberrechtsnovelle nix. Hier noch etwas, das sehr beunruhigend klingt:

Im März 2018 wurde in den USA der CLOUD Act [beschlossen. Kurz gesagt geht es darum, dass US Behörden (und jene befreundeter Staaten, wenn ich es recht verstanden habe) jederzeit Zugriff auf alle Daten auf Servern von in den USA tätigen Unternehmen haben, unabhängig davon, wo diese Server physisch stehen. Selbst wenn Microsoft anbietet, Daten auf Servern in Europa zu speichern, sind sie dort nicht vor Zugriff von US Behörden (oder Behörden, die dort anfragen) sicher. Dieses Gesetz steht bereits der DSGVO genau entgehen und mit der Urheberrechtsreform würden ggf. weitere Gesetze geschaffen, die sich mit dem Behördenzugriff der USA spießen. Jedes Unternehmen kann sich jetzt bereits aussuchen, gegen welches Gesetz es verstoßen möchte – im Falle eines in den USA ansässigen Unternehmens gegen das »Heimrecht« oder gegen das europäische Datenschutzrecht.

U.S. Is a Rich Country With Symptoms of a Developing Nation – Bloomberg.com
Der Autor zieht Parallelen zum heruntergewirtschafteten Italien.

These little examples are the kind of incidents that one might expect to see in a developing country where things are built cheaply or badly. […] across the country, construction costs for both the public and private sectors have swelled as productivity has stagnated or fallen. It costs much more to build each mile of train in the U.S. than in heavily unionized France. No one seems to be able to put their finger on the reason — instead, the U.S. simply seems riddled with corruption, inefficient bidding, high land-acquisition costs, overstaffing, regulatory barriers, poor maintenance, excessive reliance on consultants and other problems. These seemingly minor inefficiencies add up to a country that has forgotten how to build. Unsurprisingly, much  much of the country’s infrastructure remains in a state of disrepair.

Audio/Video

Chilly Gonzales – FM4 Radio Session
Hab beim Arbeiten fast nur Chilly Gonzales gehört in dieser Woche.

Drive – Rebecca Gärtner (via Insta-Stories von Ninia LaGrande)
Popmusik auf der Harfe, ziemlich cool (leider keine besonders gute Aufnahme).

Sonst So

Gogo goes Chinguetti
Mein Papa ist wieder auf Reisen und bloggt darüber.

Weekend reading – Soulzeppelin
Joël (vor einiger Zeit zu Gast in meinem Podcast, btw) schreibt jetzt regelmäßige Linklisten. Find ich super!

It’s about Time we Reinvented the Autochrome – MessyNessyChic (via Buddenbohm&Söhne)
Farbfotos vom Anfang des 20. Jahrhunderts!

Foto

Bergblick in Süditalien.

Backkatalog

Zuckersüß 321

Planänderung. Ich schreib doch wieder ein paar Worte ins Zuckersüß! Ich war nämlich vergangenen Sonntag erstmals im Weltmuseum. Dort habe ich mir zuerst die Verhüllt, enthüllt!-Kopftuch-Ausstellung (noch bis 26. Februar) angeschaut, die mir ziemlich gut gefallen hat. Die Beschreibungstexte der verschiedenen Stücke waren von unterschiedlichen Leuten geschrieben, was dem Ganzen einen sympathischen, persönlicheren Anstrich gab. Die Rolle des Kopftuchs in verschiedenen Religionen war, wie zu erwarten, ein großer Teil, aber viel interessanter fand ich, wie das Kopftuch in den 1950er und 60er Jahren zum Accessoire der anständigen Österreicherin stilisiert wurde. Es gehörte zur Trachtennode, war Teil vieler Reisesouvenirs und auch Werbesujets. Ebenfalls spannend: die „Metamorphose der Kufiya“. Bennant nach einer irakischen Stadt, wurde es in den 1970ern zum Pali-(Soli-)Tuch und ist heute weitesgehend entpolisiert. Trotzdem ist es weiterhin in Protesten zu finden. Außer Bildern, Fotos, Performance-Videos und Installationen gab es auch eine Menge verschiedener Tücher (teilweise schon an die zweihundert Jahre alt!) zu betrachten. Am allerschönsten fand ich ein über und über besticktes El Gounaa aus dem südlichen Marokko.

In der Dauerausstellung des Weltmuseums war ich ziemlich verloren, mir fehlte die Einordnung zu praktisch allen Gegenständen. Zwei Räume blieben mir aber besonders in Erinnerung: Der zur Geschichte der österreichischen Völkerkunde (katholische Priester, die mit anthropologischer „Forschung“ zu belegen versuchten, dass monogame Beziehungen gottgegeben sind?!?) und der zu Fragen des Kolonialismus und der Zukunft von Sammlungen wie im Weltmuseum.

Dann kaufte ich mir spontan Das Millenial Manifest der groschenphilosophin aka Bianca Jankovska und las es in einem Rutsch durch. In der Uni-Lehrbuchsammlung viel mir zufällig ein weiteres Manifest – Frauen und Macht – von Mary Beard in die Hände, mehr dazu dann in meinem Extra-Bücher-Post (s.a.: Bücher im Januar).

Am Dienstag bin ich dank Twitter zufällig in den Creative Writing-Workshop von F.u.C.K. geraten. Frauen, non-binary, trans und inter Personen und Computer-Kram ist allein schon ein großartiges Akronym, aber die chaosnahe Initiative dahinter erst recht. In halbwegs regelmäßigen Abständen treffen sich ein paar Leute in angenehmen, sicherem Rahmen, um ihr Wissen zu teilen, Neues zu lernen und ein bisschen zu netzwerken. Klaudia Zotzmann-Koch (die übrigens in Folge 8 meines Podcasts zu Gast war) hat uns vom Bücherschreiben, Schreibenden-Organisationen, writing prompts, der Heldenreise und anderen Plotmodellen erzählt. Und dann haben wir uns noch am free writing versucht: 10 Minuten auf Papier schreiben, ohne den Stift abzusetzen, egal was passiert. Ich stellte fest, dass ich am Ende (genau eine A4-Seite ging sich aus!) nicht mehr wusste, was ich am Anfang geschrieben hatte.

Nachdem ich mich die vorherigen Tage mit meiner BA-Arbeit geplagt hatte, die ich schon längst abgegeben haben wollte, aber die einfach nicht vorangeht, war es schön zu sehen, dass ich doch noch Sachen „herunterschreiben“ kann.

Schokoladen-Hefezopf-Brot vom März 2014

Ebenfalls gut bei Schreibblockaden: Backen um Mitternacht. Ich habe mal wieder das Schokoladen-Hefezopf-Brot von 2014 gemacht und außerdem das Kartoffelkibbeh aus Katharina Seisers Immer schon vegan ausprobiert.

Hier folgen mal meine Links der Woche, ich muss jetzt doch wieder weiter über complementizer agreement im Niederbairischen schreiben, statt über andere Sachen, die mir in den letzten Tagen begegnet sind.

Zuckersüß 321 weiterlesen

Zuckersüß 316

Die vergangene Woche habe ich hauptsächlich in Campobasso verbracht. Und die meiste Zeit davon hatte ich in irgendeiner Weise mit Essen zu tun. Auf dem Weihnachtsmarkt probierte ich mich durch sechs verschiedene Sorten Lakritze (tl;dw: reine Lakritze ohne Zucker schmeckt so schrecklich, dass nicht einmal ein Becher Glühwein den Geschmack vertreiben kann) und aß eine ganze Tüte Maroni. Täglich gab es Pizza, mal alla Romana mit Sardellen, mal mit Ricotta, mal ganz einfach Margerita.

Im Miseria e Nobiltà in der Altstadt von Campobasso aß ich ziemlich nobel. Als Amuse Bouche gab es Karottenpüree und knuspriges Brot mit super Olivenöl. Weiße Bohnen mit Cicoria (das ich erst seit September kenne), einem Polentataler und knusprigem Guiancale (Speck-Erklärung bei Wikipedia) gab es als Vorspeise. Die Hauptspeise war der Grund, warum ich unbedingt diesen Menüvorschlag (es gab vier davon) auswählen wollte: Tintilia-Pasta auf Caciocavallo-Sauce (Käse-Erklärung bei Wikipedia) mit Wirsing (?) und gebratenen Maroni. Dazu tranken wir Tintilia aus der Region. Als Nachspeise gab es Vanille-Semifreddo mit Nusskaramell. Alles ziemlich gut und nicht besonders teuer (25€/Person ohne Getränke).

Daheim kochte ich grandiose Pasta mit Salsiccia-Bällchen (Salsiccia ist wirklich wahnsinnig lecker):

pastasalsiccia
Super Pasta!

Und dann machte ich noch Olivenölbrownies (Rezept folgt!) und  Unmengen an kandierten Zitrusschalen – wieder nach Katharina Seisers Rezept, nur anders als im Sommer auch mit Orangen.

Wirkliche Juwelen: Kandierte Orangen- und Zitronenschalen

Als Dessert für den Abschiedsabend in Italien (mit österreichischem Erdäpfelgulasch) entstanden dann noch Zimtschnecken. Der Teig dazu war angelehnt an Highfoodality’s Brioche Burger Buns, in die Füllung aus Butter, Zucker und Zimt warf ich gleich noch eine handvoll gehackter kandierter Zitrusschalen. So super!

Ich glaube, ich mache nie wieder Zimtschnecken ohne kandierte Zitrusfrüchte in der Füllung!

Am Freitag pünktlich zu Sonnenaufgang frühstückte ich dann ein trockenes Nachtzug-Semmerl und eine ebenfalls trockene, aber um Welten bessere Zimtschnecke und schoss sehr viele verwackelte Fotos aus dem Abteilfenster (s. Titelbild). In Wien war ich gleich zum Tee und Kuchen (das Rezept für Apfelkuchen mit Sauerrahm-Schicht muss ich mir noch besorgen!) eingeladen und am Abend folgte das jährliche WG-Weihnachtsessen.

Einer meiner Mitbewohner und seine zwei besten Freunde kochen jeden Dezember einmal unendlich aufwändig (5 Gänge) für gefühlt unendlich viele (etwa 40) Leute. Diniert wird auf umfunktionierten Schreibtischen und langen Holztafeln auf Bücherstapeln mit ständig wechselnder Sitzordnung. Letzes Jahr steuerte ich mit Quitten-Zimt-Eis einen Dessertgang bei, dieses Jahr einen Cocktail ohne Namen:

Sieht super künstlich aus, ist aber alles selbstgemacht!

In Ermangelung von Gläsern und Schnaps gab es den zwar nur in Shotbechern, begeistert waren aber fast alle. Umgerechnet auf ein ganzes Cocktailglas: 5 cl Wodka, 3 cl Mandarinensaft, 2 cl Zitronensaft, 3 cl selbstgemachter Vanillesirup. Der Glasrand in Zitronensaft und selbstgemachtem Vanillezucker und dazu selbstkandierte Orangenschalen.

Ansonsten gab es noch Pho mit Pak Choi und/oder Rindfleisch, Thunfisch-Lachs-Tartar oder Mango-Avocado-Tartar mit Brot, Krautwickerl mit Speck- und Blunzenknödeln oder Semmelknödeln und als Dessert Tarte au Citron, Cheesecake-Brownies und Glühwein.

Am nächsten Tag machte ich mich Richtung Niederbayern auf (drei Länder in >48h, das schaffe ich auch nicht oft), wo der nächste Kaffee-Tee-Restaurant-Bar-Marathon losging. Bemerkenswert für den 23. Dezember: Es gab Fasanbraten mit Orangen und Zitronen unter der Haut (Vegetarierin kann ich mich jetzt wirklich nicht mehr nennen). Die nächsten Tage werden kulinarisch sicher nicht weniger spannend, ich berichte im nächsten Zuckersüß.

Und jetzt weiter mit (wenigen) Lieblingslinks:

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Zuckersüß 304

Mit dem Bücher (oder Prüfungsstoff) lesen klappte es in dieser Woche leider nicht, aber dafür war ich bei mehreren *Kulturveranstaltungen*. Beim „kunstschatzi“ im Kunsthistorischen Museum wurde das ohnehin schon eindrucksvolle Gebäude mit bunter Beleuchtung, Diskokugeln, DJ und Cocktails noch beeindruckender. Ich gehe gerneins Museum, aber unter diesen Bedingungen macht es noch viel mehr Freude (wenn auch der Signature Cocktail meiner Meinung nach nix taugte). Passend zum Motto des Abends „Wild Thing“ gab es stündlich Führungen durch verschiedene Ausstellungen.

Bei der ersten, die den Titel „Wilde Kerle“ trug, erfuhr ich zum Beispiel, dass Einhörner ursprünglich eher wie „Wolpertinger“ gedacht wurden statt so knuffig und süß wie heute. In „Freestyle – Künstler auf dem Holzweg“ ging es um Peter Paul Rubens Werke auf Holz, die leicht kaputt gingen und aufwändig restauriert werden müssen. In einer Restaurierungsaktion von 1815 passierte dann sogar mal ein Fehler, den man getrost Photoshop-Fail (Shoutout an Jana) nennen könnte: Ein Fuß aus einer Skizze unter dem Gemälde wurde freigelegt und steht jetzt ohne Körper im Bild!

In der Altertumssammlung folgte ich der Tour „Die jünglingsraubende Sphinx“. Selbige steht als Statue im KHM und führte viele heroische junge Männer mit einem einfachen Rätsel ins Verderben: „Was hat am Morgen vier Beine, am Mittag zwei und am Abend drei?“ (Kommt wer von euch lieben Leser_innen auf die Lösung?).


alterlaa
*Wunderschönes* Alterlaa

Am Wochenende war Open House, auf das ich schon seit einigen Wochen hinfiebere. Bei dieser Aktion stehen ansonsten (halbwegs) private Gebäude zur Besichtigung offen. Ich wollte unbedingt mal den Wohnpark Alt-Erlaa  sehen, weshalb ich gleich am Samstagmorgen in den 23. Bezirk fuhr. Ich wäre sicher nicht *zufällig* dorthin gekommen, aber ohne Führung durch das Gelände wäre der Besuch auch nur halb so spannend gewesen.

Auf dem Dach

Dachpool
Dachpool, FTW

Eigentlich ist der Gebäudekomplex ja außerordentlich hässlich, doch die Wohnqualität darin ist so hoch, dass alle der 3000 (oder mehr?) Wohnungen vermietet sind. Jede davon hat eine Loggia oder einen Balkon, und alle Bewohner_innen können kostenlos die Pools und Saunen am Dach nutzen. Ein Einkaufszentrum, mehrere Schulen und eine Kirche (die einzige in Österreich, die nicht der Kirche gehört!) gibts dort auch noch.

Oft siehts aus, als wäre der ganze Wohnpark in den 1980ern stehen geblieben

Die U6-Station passt in ihrer Gestaltung super zum Wohnpark

Die Atmosphäre im riesigen Gebäudekomplex ist wirklich angenehm, obwohl sehr vieles enorm altmodisch wirkt. Im Rahmen der Führung durften wir Besucher_innen sogar in eine Einzimmerwohnung schauen. Daran hat mich am meisten der Balkon begeistert, in den Trögen darauf wächst nämlich nicht nur ein halbes Gemüsebeet, sondern auch kleinere Bäume.

Eingangshalle der Länderbank

Zurück in der *Stadt* schaute ich mir die Länderbank an. Die stammt von Otto Wagner, weshalb ich den Plänen dazu schon in der Ausstellung im Wien Museum (s. Zuckersüß 300) begegnet bin. Die Führung hier war nicht uninteressant, aber ich konnte mich nicht so für das Gebäude begeistern wie in Alterlaa.

Viel Tageslicht überall

Danach gings noch weiter zur WU, wo ich an einer Führung durch das Library & Learning Center teilnahm. Leider ist dort fotografieren verboten, sodass ihr entweder selbst zum Prater fahren, oder euch die offizielle Webseite anschauen müsst, um das futuristische Bauwerk von Zaha Hadid zu sehen. Im ganzen Gebäude gibt es nicht einen rechten Winkel und sehr viele Flächen sind weiß, sodass sogar ein jährliches Malerbudget zur Instandhaltung eingeplant wurde. Der Prestigebau kostete fast 500 Millionen Euro und ist seit 2013 eröffnet – jetzt sieht er noch immer sehr cool aus. Ich frage mich allerdings, ob das Gebäude in dreißig oder vierzig Jahren auch so furchtbar wirkt wie heute die Wohnblöcke in Alterlaa.

Bis es soweit ist, könnt ihr ja meine liebsten Links der Woche lesen, heute mit recht viel politischem Inhalt:

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Heidelbeer-Apfel-Birnen-Pie

In meiner Woche in den Bergen bin ich genau ein einziges Mal so weit gegangen, dass es als Wanderung durchgehen könnte. Auf dem Trattberg war ich in den vergangenen Jahren schon öfters, weshalb ich vorsichtshalber eine leere Tupperbox mitgenommen habe. Außer Anstrenung erwartete ich mir nämlich auch volle Heidelbeersträucher auf dem Weg zum Gipfel.

Leider waren die meisten Sträucher schon leergeklaubt, und die Beeren, die übrig waren, recht verschrumpelt. Zwei Handvoll konnte ich aber trotzdem zusammentragen und freute mich den ganzen Heimweg lang auf einen Kuchen daraus. Es sollte ein Pie nach Bravetarts super Grundrezept (aus ihrem noch supereren Buch) werden, das ich mittlerweile schon für Pfirsich-Heidelbeer-Pie und Pumpkin Pie verwendet hatte.

Der Teig muss aber unbedingt eine Nacht kühlstehen (in meinem Fall mangels Kühlschrank wenigstens möglichst weit entfernt vom Holzofen), sodass der Erfolg der Wanderung erst am nächsten Tag essbar wurde.

Heidelbeeren vom Berg, drei Birnen aus dem Supermarkt und ein Apfel vom Markt.

Nach dem Waschen, Schälen, Putzen: hatte ich blaue Finger

Zwei Handvoll Heidelbeeren waren natürlich zu wenig für einen ganzen Pie, weshalb ich noch drei Birnen und zwei Äpfel dazuschnitt.

Obst allein reicht nicht für die Pie-Füllung

Ohne Wage musste ich mich außerdem mit Volumenmaßen begnügen: Zu den Früchten kommen noch zwei Esslöffel Zucker, ein Esslöffel Stärke und eine Prise Salz.

Blindbacken ohne Gewichte ist eine schlechte Idee, wie man an meinem Pieboden erkennt

Zwischenzeitlich habe ich die Hälfte des Teiges in der einzigen halbwegs geeigneten Form, die ich in der Hüttenküche finden konnte, blindgebacken. Leider hatte ich keine trockenen Hülsenfrüchte zur Hand, mit denen ich den Boden beschweren konnte, sodass er große Blasen schlug, die ich nach dem Backen wieder zerstechen musste.

Die Heidelbeeren färben alles rot und später lila.

Der Rest des Teiges kommt geflochten als Deckel auf die Früchte

Den restlichen Teig wollte ich nicht einfach als langweilige Platte auf den Pie legen. Deshalb habe ich mich an einem Gitter versucht, das wieder einmal weit entfernt von perfekt war (ich sollte mir nach fünf Versuchen insgesamt wohl nicht erwarten, Pies wie @lokokitchen zu backen). Was danach noch übrig war, habe ich mit einem Schnapsglas (daran herrscht auf Berghütten kein Mangel) ausgestochen und die Kreise auf unvorteilhaften Stellen verteilt.

Milch und Zucker für eine schönere Kruste

Statt mit Milch und Eigelb habe ich das Teiggitter dann noch mit Milch alleine bestrichen und ein bisschen Zucker zum Karamellisieren darübergestreut. Und den Luftzug des Holzofens aufgemacht, in der Hoffnung, dass der Ofen heiß würde, mein Pie aber nicht schwarz.

Alles gut gegangen im Holzofen!

Ein Bilderbuch-Pie (für meine Verhältnisse)

Und siehe da, nach einer halben Stunde war der Pie goldbraun! Weil meine Schwester am Vortag schon Brownies zu Kohle gebacken hatte, habe ich meinen Pie vorsichtshalber alle zehn Minuten gedreht, was wohl das Geheimnis war. Mein Joghurtkuchen am nächsten Tag hatte nämlich ebenfalls zwei Millimeter verkohlte Kruste…

Eine Kaffeepause auf der Terrasse!

Die paar Heidelbeeren sind so voller Farbstoff, dass sie den ganzen Pie rot färben

Der Regen, der am Vormittag nach der Wanderung eingesetzt hatte, verzog sich sogar, als der Pie fertig war – Kaffeepritscheln auf der Terrasse!

Pie vor Bergkulisse. Schön, oder?

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Zuckersüß 293

Wie es sich für eine Abschiedswoche gehört, habe ich in den vergangenen Tagen enorm viel unternommen und erledigt (und keine Zeit zum Bloggen gehabt). Bevor ich mein ganzes Geschirr an Freund_innen und das ESN übergeben habe (Rezeptideen für Wohnheimsküchen gibts hier, btw), habe ich noch spontan French Toast gebacken, weil Katharina Seiser ein so schönes French Kipferl getwittert hatte. Gleich anschließend habe ich vorsichtshalber auch noch 20 Pfannkuchen gemacht, um nicht nur auswärts essen zu müssen.

https://twitter.com/jasowies_o/status/1008994070960705536

Nach dem Frankreich-Auftakt habe ich tatsächlich nochmal Fußball geschaut – das erste Deutschlandspiel mit vielen mexikanischen Freund_innen, die sich nach dem Sieg nicht mehr einkriegten, und zwei Kolumbienspiele mit vielen kolumbianischen Freund_innen (einmal traurig, einmal mit viel Jubel). Nachdem ich bestimmt mehrere Jahre lang kein einziges Fußballspiel verfolgt hatte (so. fad.), musste ich feststellen, dass es gar nicht so langweilig ist, mit netten Menschen gemeinsam in einer Kneipe auf eine Leinwand zu schauen. Ich trank zwar Tee dabei und fieberte verhalten bis gar nicht mit, aber so war es mir auch völlig egal, dass Deutschland so schlecht gewesen war.

Im Kino war ich auch noch, denn mein gratis-Ticket, das ich als ERASMUS-Willkommensgeschenk bekommen hatte, wollte ich nicht verfallen lassen. Im Caméo lief neben ein paar aktuellen Filmen, von denen mich keiner recht zusagte auch 2001: A Space Odyssey. Ich wusste praktisch nichts über diesen Film, außer dass er irgendwie wichtig ist. Immerhin wird er ja 50 Jahre nach Erscheinen nochmal gezeigt! So landete ich gemeinsam mit einer lieben Freundin, die mich vorher noch zum Handkäs-Katerfrühstück eingeladen hatte (ich muss auch erst ins Nachbarland, um regionale deutsche Spezialitäten zu probieren?) in der 14-Uhr-OV-Vorstellung. Einmal wieder fiel mir auf, wie viele Leute in Frankreich alleine ins Kino zu gehen scheinen, zumindest im Vergleich zu Bayern/Wien, wo ich kaum Ähnliches beobachtet habe. Noch erstaunlicher fand ich die „Pause“ im Film: Einfach ein paar Minuten graues Bild, aber weiterlaufende Filmmusik und Saalbeleuchtung. Ich bin leider immer noch nicht dazugekommen, etwas über den Film zu lesen – ein bisschen Einordnung könnte ich schon gebrauchen.

Nach so vielen Leinwänden brauchte es auch einmal Abwechslung: Beim Rendez-Vous Place Stanislas wird gleich auf fünf Fassaden gleichzeitig projiziert. Jeden Abend um 22.45h gibt es dort eine bunte Animation auf dem Rathaus, der Oper, dem Kunstmuseum usw. : Kronleuchter werden an und ausgeschaltet, Shilouetten rennen durch die Gänge, ein überdimensionaler Stanislas wünscht einen schönen Abend, die Mauern werden mit Neon-Buntstiften bemalt und am Ende gehen die Illustrationen mit Geschichtsbezug in Discolichter mit Electro-Swing über. Der dreidimensionale Sound dazu hat mich ebenfalls sehr beeindruckt, der Platz ist rundherum mit Lautsprechern bestückt. Solltet ihr vor Mitte September in Nancy vorbeikommen, empfehle ich euch unbedingt, euch dieses Spektakel anzuschauen!

Eine Freundin machte in ihrer Lernpause (es sind immer noch Rattrapages!) mit mir einen Ausflug zum Gelände des Michto-Festivals in Maxeville. Das findet zwar erst wieder im Herbst statt, aber zwei sehr coole Containerkonstruktionen stehen ganzjährig da. Freiwillige hatten an diesen so herumgebastelt, dass die eine jetzt eine geschnitzte und bemalte Holzfassade hat und die andere aussieht wie ein Zirkuszelt.

Die Fête de la Musique am Donnerstag verpasste ich nicht: In Nancy spielten dafür in vielen Bars Live-Bands, manche Leute stellten einfach ein Soundsystem auf die Fensterbretter im ersten Stock und machten die Straße darunter zur Tanzfläche. Leider gab es nirgends einen Zeitplan für den Abend, sodass ich irgendwie immer dann irgendwo ankam, als gerade der letzte Song angestimmt wurde. Außerdem wollte ich dieses Fest zu meiner Abschiedsparty machen, aber *alle* meine Freund_innen in einer Stadt voller Menschen zusammenzuhalten stellte sich als Ding der Unmöglichkeit heraus. Trotzdem, die Fête de la Musique ist eine super Initiative und könnte sich meiner Meinung nach ruhig noch weiter verbreiten.

Zum Umzugswochenende bekam ich freundlicherweise Besuch von meinen Eltern, die mich dann mit dem Auto mit zurücknahmen. Vorher waren wir aber noch in der Gentilhommière (sooo schöne Desserts!) und bei La petite cuillère essen. Beim Excelsior hat sich herausgestellt, dass es von außen (superschöne Ecole de Nancy-Glasscheiben) schöner ist als von innen und nicht unbedingt einen zweiten Besuch wert ist.

Und weil ich jetzt eh schon sagenhafte drei Tage verspätet bin mit diesem Post, erzähle ich nicht noch länger, sondern gehe zu meinen liebsten Links der vergangenen Tage über: Zuckersüß 293 weiterlesen

Nicht Nudeln mit Tomatensauce: #mealplanning für die Wohnheimsküche

Anders als die meisten anderen Bewohner_innen meiner Résidence universitaire (zumindest die, die ich in den vergangenen vier Monaten in der Küche angetroffen habe), ertrage ich es nicht, mich hauptsächlich von Nudeln mit Tomatensauce (aus dem Glas!) zu ernähren. Nun ging ich aber aus Gründen (Vegetarierin mit allerlei Lebensmittelallergien) nicht in die Kantine, wo es vielleicht ein bisschen Abwechslung aus diesem Schema gäbe und wohne außerdem fast zwei Kilometer von nächsten *richtigen* Supermarkt entfernt (völlig überteuerte Fertiggericht-Geschäfte und Tankstellenshops zählen nicht).

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