Archiv der Kategorie: Reise

Eine Reise nach Marokko

Dieser Post wurde ewig nicht fertig, aber weil ich bestimmt nicht mehr viel weiterschreiben würde, veröffentliche ihn jetzt mal. Er ist quasi ein fünfter Teil meiner Rundbriefe, die ich während meines Freiwilligenddienstes 2014/15 geschrieben habe und damit im Stil ein bisschen anders als gewöhnliche Blogposts: Wer die vorherigen Rundbriefe gelesen hat, wird sicher ein paar Bezüge darauf entdecken. Dazu passt übrigens auch die zweite Episode meines Podcasts, die ich mit einem Freund aufgezeichnet habe: LP002 In Rabat mit Mahdi El Idrissi und Episode 276 des Biertaucher Podcasts, in dem ich von meinem ersten 3id lkbir erzähle.

Tour Hassan
Eines der Wahrzeichen von Rabat: Der Tour Hassan

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Eine Reise nach Venedig

Kürzlich habe ich ein paar Tage in Venedig verbracht. Und weil ich viele schöne Fotos geschossen habe und mir außerdem ein paar Sachen merken will, die ihr, meine liebsten Leser_innen, vielleicht auch brauchen könnt, mach ich einfach einen Blogpost draus!

Um die klassischen Sehenswürdigkeiten zu besichtigen und auch für den öffentlichen Nahverkehr (Vaporetto: Schiffe statt U-Bahnen!) lohnt es sich, schon vor der Reise Tickets zu kaufen. Im August ist die Stadt wirklich gestopft voller Tourist_innen und vor den entsprechenden Verkaufsstellen gibt es endlose Schlangen. Mit einem Citypass konnten wir die allerdings einfach passieren, um uns z.B. den Dogenpalast anzusehen.

Blick aus dem Dogenpalast

Darin gibt es allerlei prunkvolle Räume, Waffen und Rüstungen und schöne Gemälde. Durch die berühmte Seufzerbrücke kann man vor dort aus in das Gefängnis laufen. Das einzige was ich daran einigermaßen interessant fand, ist die Tatsache, dass es das erste Gebäude war, das einzig und allein dem Zweck diente, Sträflinge zu beherbergen (*Banausin*?)

Der Markusplatz mit dem Dom und dem Campanile gefiel mir nachts am besten, vor allem weil weniger los ist als tagsüber. Sehr sympathisch sind außerdem die Musiker_innen in den sündteuren Cafés, denen man von Weitem ebenso gut lauschen kann. Überhaupt lohnt sich ein Nachtspaziergang, um die beleuchteten Gebäude anzuschauen.

nacht

Das Glasmuseum auf Murano war ebenfalls in meinem Stadtticket enthalten. Der Palazzo, der die Ausstellung beherbergt, ist an sich schon wunderschön (auf dem Foto unten sieht man eine der reich geschmückten Decken) und hat zudem einen ruhigen Garten, den ich nach dem ganzen Trubel außerhalb gut gebrauchen konnte.

decke im glasmuseum

Gezeigt werden Glaskunstwerke aus mehreren Jahrhunderten, dazu Infotafeln und -filme zu verschiedenen Herstellungsmethoden, die sich im Laufe der Zeit natürlich stark verändert haben. Zusätzlich zu den normalen Ausstellungsräumen gibt es auch eine Sonderausstellung. Momentan ist das „Identidad desaparecida“ von Silvia Levenson, die sich in ihren gläsernen Skulpturen mit dem Militärputsch 1976 in Argentinien auseinandersetzt.

murano

Die Stimmung auf Murano ist allgemein ganz anders als auf der Hauptinsel (viel entspannter!) und es gibt viele süße Geschäfte, die Gläsernes verkaufen. Auf dem Campo Santo Stefano haben wir bei Busa alla Torre gegessen. Fast der ganze Platz ist mit Plastikstühlen und -tischen des kleinen Restaurants vollgestellt. Dieser eher billige Eindruck bestätigt sich beim Menü jedoch nicht. Die Preise sind zwar wie überall in der Stadt ziemlich happig, aber man bekommt für sein Geld sehr gute bodenständige Speisen.

busa alla torre - kraken

Ich habe dort kleine Kraken (wie heißen diese Tiere genau?) und Bigoli mit Zwiebeln und Sardellen gegessen, die mich wirklich begeistert haben! Auch die Profiteroles waren ziemlich lecker.

kaffeerösterei

In der Kaffeerösterei Torrefazione Cannaregio habe ich einen Espresso getrunken (für unschlagbare 90 Cent!), der mir Teetrinkerin erstaunlicherweise sogar schmeckte.

Eine weitere Empfehlung möchte ich für die Osteria Ae Sconte unweit der Rialtobrücke aussprechen, wo wir sehr gute Meeresfrüchte gegessen und dann ziemlich viel Limoncello getrunken haben.

vaporetto canale grande

Mit einem Vaporetto kann man nicht nur den Canale Grande entlang fahren und entspannt die schönen Palazzi und Brücken anschauen, sondern auch bis zum Lido kommen. Diese Insel fühlt sich eher an wie Strandurlaub in Jesolo, auf den breiten Straßen fahren wenige Autos (!), dafür viele Fahrräder. Es gibt viele Eisdielen, Restaurants und Bars, und das Beste: einen richtigen Sandstrand. Der war zwar recht überfüllt (wie es sich für einen italienischen Badetourismusort im Hochsommer gehört 😉 ), aber nach mehr als einem Jahr ohne Meer in meiner Nähe störte mich das ausnahmsweise nicht.

Wer viele Leute auf einem Haufen nicht mag, ist in Venedig, besonders zur Hauptreisezeit, eh sehr schlecht aufgehoben. Für einen Kurztrip lässt sich das Getümmel aber schon aushalten und vielleicht habt ihr ja auch das Glück, zum Ausgleich auf der Zugfahrt wie ich ein ganzes Abteil für euch zu haben.

Zum Schluss noch ein paar Schilder, die mir gefallen (diese Diebstahlwarnung ist doch wahnsinnig putzig, nicht?):

diebstahlwarnung

caffè

leere gasse

re:publica

Dieses Jahr war ich tatsächlich „in echt“ auf der re:publica – für alle, die sie nicht kennen: „Europe’s most exciting conference on Internet and Society“ – in Berlin. Und wie ich mir gedacht hatte, versank ich ganz und gar darin und tauchte an jedem der drei Tage erst spätabends, völlig vollgestopft mit Input wieder auf.

Und bevor ich die Hälfte wieder vergesse, folgt hier eine Liste meines persönlichen #rpTEN-Programms und was ich so davon hielt:

Am ersten Tag freute ich mich erstmal über mein silbernes Namensbadge und spazierte so lange über das Gelände, dass ich die Opening Ceremony verpasste. Dafür setzte ich zum ersten Mal in meinem Leben eine VR-Brille auf und hatte kurz das Gefühl, nicht mehr soo sicher auf meinen Beinen zu stehen. Die #TTIP-Leaks hätten mir wohl auch den Boden unter den Füßen weggezogen, doch der Saal war ohnehin zu überfüllt. Aber das lässt sich bestimmt noch irgendwo online nachlesen.

Der erste Talk, dem ich schließlich lauschte, war von netzpolitik.org-Chef Markus Beckedahl. In „Fight for your digital rights“ blickte er auf den netzpolitischen Diskurs der letzten Jahre zurück und rief zur aktiven Mitarbeit an einer digitalen Gesellschaft für alle auf:

Edward Snowden in einer Live-Diskussion mit Luciano Floridi über Digitalisierung wollte natürlich auch jede_r sehen, weshalb ich schon wieder keinen Platz bekam. Aber „The Fourth Revolution“ gibts hoffentlich auch bald bei YouTube.

Moritz Metz hat mich mit seiner Serie „Wo das Internet lebt“ ziemlich begeistert, weshalb ich auch seinen Talk „Fliegende Computer und ihre tollkühnen Piloten“ angeschaut habe, wo er sein neues Audiofeature zum Thema Drohnen multimedial vorstellte.

Im Sendezentrum, der Podcast-Ecke auf der re:publica, gaben die PodcastpatInnen eine Einführung in verschiedene Formate, die hoffentlich bald auch als Aufzeichnung zu hören ist.

Julia Reda forderte mit „Ending geoblocking: This content really ought to be available in your country“ die Abschaffung von Ländergrenzen im grenzenlosen Internet.

Mein Lieblingstalk des ersten Tages war eindeutig „Sexy or Sexist? Ads on the Facepalm Beach“. Elle Nerdinger redet wirklich unglaublich witzig und hat übrigens auch vor gar nicht so langer Zeit einen lesenswerten Artikel zu einem ähnlichen Thema geschrieben.

Durch einen Workshop von Annalena Schiller und Tanja Capell bin ich irgendwann mal auf Sketchnotes aufmerksam geworden, deshalb konnte ich mir „rpTENicons – re:publica-Geschichte zum Mitzeichnen“ nicht entgehen lassen. Die beiden kritzeln in einem unglaublichen Tempo und tollen Visualisierungsideen: #catcontent!

Selbstverständlich fehlte auch Sascha Lobo nicht zum zehnjährigen Jubiläum der Netzmenschenkonferenz, doch weils den sowieso auf YouTube zu sehen gibt („The Age of Trotzdem„), war ich bei „Six degrees of Wikipedia“. Das ist zwar ein unglaublich lustiges Spiel – zwei Spieler_innen müssen sich von einem vorgegebenen Begriff zu einem anderen durch Wikipedia klicken und bekommen je nach Schnelligkeit und Eleganz Punkte dafür – funktionierte nur wegen wackeliger Netzwerktechnik nicht.

Die Notfallkabel gabs leider erst später:


Kombucha

An Tag zwei startete ich wieder erstmal mit im-Hof-sitzen-und-sich-sonnen und einer Runde über das Gelände. Dabei begegnete ich einer großen Karaffe Kombucha, die aber nicht zum Trinken da war, sondern zurProduktion von „vegetarischem“ Leder. Das wiederum konnte man in einem Workshop zu Wearables verarbeiten – leider habe ich verpasst, mich dafür anzumelden.

Weiter gings mit Podcasting: Mit „Listen to me, Baby“ gab Sara Weber einen Überblick über die amerikanische Szene. Medienunternehmen dort produzieren professionell und persönlich und ermöglichen damit besonderes Storytelling.

Ex-Wikigeeks Claudia Krell und Ralf Stockmann nahmen das Publikum mit „Zurück in die Podcast-Zukunft“ und riefen 2016 als das letzte Jahr der schlechtklingenden Podcasts aus.

Sketchnote: Zurück in die Podcast-Zukunft (Claudia Krell, Ralf Stockmann)

Mein All-Time-Favorite der re:publica-Talks ist Friedemann Karigs „Überwachung macht impotent“ von 2014. Sein diesjähriger Talk „Die pubertäre Gesellschaft und das Netz“ war zwar auch nicht schlecht, aber kam meiner Meinung nach nicht an den vorherigen ran.

Ich hatte mich schon sehr auf Anne Wizorek gefreut, die gemeinsam mit Kübra Gümüsay auftreten sollte. Sie fiel zwar aus, doch der Vortrag zu Organisierter Liebe war trotzdem enorm berührend.

Gleich darauf verschlug es mich wieder ins Sendezentrum. Die PodcastpatInnen sprachen diesmal über Publikationsformen:

Die „Netzpublizisten im Gespräch“ mit Philipp Banse schaute ich mir hauptsächlich wegen dasNuf Patricia Cammarata an. Die geriet gegen Ende ziemlich an Tilo Jung, was aber das einzig Spannende der Runde war (ich habe die letzten 15 Minuten allerdings nicht gesehen, ist da noch etwas passiert?). Ich hätte auch gerne „Das islamische Empörium“ der superwitzigen Datteltäter und, weil ich Dialekte so gern mag und auch noch in Österreich wohne, „Oida Depperter, bist augrennt? – Shitstormen auf Österreichisch #oidaRP“ gesehen, aber diese drei Veranstaltungen waren leider alle zur gleichen Zeit…

xkcd-Zeichner Randall Munroe stellte im Anschluss mehr oder weniger sein neues Buch vor, allerdings gibts „What if you had a Thing Explainer“ nicht zum nachschauen. Das Store Check-Out Horse (Zebra) bleibt mir auf jedenfall im Gedächtnis:

https://twitter.com/blog_bleistift/status/727571645028806656

Den Übergang zur Party bildete die großartige Karaoke-Party „The Internet of Sings“.

https://www.instagram.com/p/BE9MukBkN6q/?taken-by=zuckerbaeckerei


Der dritte Tag begann mit einem weiteren Highlight. Wer meine sonntäglichen Linksammlungen liest, hat bestimmt schon bemerkt, dass ich ein Laurie-Penny-Fangirl bin. Ihren Vortrag „Change the story, change the world“ zu Fanfiction und dessen politischer Macht solltet ihr euch unbedingt anschauen (hoffentlich bald auf YouTube!), denn sie ist eine hervorragende Rednerin mit wichtiger Botschaft.

Auf der viel zu kleinen Stage J gabs im Anschluss eine Mitmachaktion: #bingecreating statt bingewatching. Als Erstes: Zeichne ein Huhn auf Stelzen, das gegen einen Star Wars-Charakter kämpft. Ich habe leider noch nie einen einzigen der Filme gesehen, Darth Vader und Lichtschwerter konnte ich glücklicherweise gerade noch damit assoziieren.

Als nächstes war etwas schwierigeres dran: Acht verschiedene Hände an einem Kraken.

Level drei war dann wenig spezifiziert: Zeichne etwas, das du nicht zeichnen kannst, „Alles“ zählt nicht:

Unter dem Hashtag #bingecreating finden sich auf twitter und Instagram noch viele mehr dieser „Kunstwerke“ – falls ihr ein bisschen Prokrastinationsinspiration braucht 😉

Zum kurzfristig im Programm aufgetauchten Food Blogger-MeetUp kam ich selbstverständlich auch, war allerdings nicht besonders begeistert. No offense an die anderen Teilnehmer_innen, aber ich blogge über Kuchen, weil ich den gerne mag, und nicht nur um irgendwelche Kooperationen mit PR-Menschen einzugehen… Unabhängig davon war ich aber mit Ineke von Das Leben ist süß Kaffeetrinken, was mir echt sehr gefallen hat 🙂

Weiter im re:publica-Programm – Ingrid Brodnig, die auch schon beim Netz-Publizisten-Panel war und außerdem einen äußerst sympathischen österreichischen Akzent hat, sprach in „Nichts als die „Wahrheit“ warum Lügengeschichten so gut funktionieren“ über die Mechanismen, die Falschmeldungen im Internet so schnell verteilen.

Ein vom Tricotautomaten gestricktes Selbstporträt

Anders als beim Kombucha-Basteln habe ich mich früh genug für den Tricotautomat angemeldet. So konnte ich mit der gehackten Strickmaschine unter Anleitung ein wahnsinnig treffendes Selbstporträt anfertigen.

Im Sendezentrum gabs am letzten Tag eine Liveshow der PodcastpatInnen. Drei Menschen mit Podcastambitionen (darunter auch ich) stellten ihre Idee vor. Diese Mini-Interviews wurden dann live bearbeitet und innerhalb nur einer Stunde hier zum Nachhören veröffentlicht. Im Gespräch mit Ulrike vom exponiert-Podcast zeigt sich auch, dass Standard-Deutsch-Sprechen nicht ganz so mein Ding ist…

Das Techniktagebuch gehört zu meinen Lieblingsblogs und auch die Blogs/Twitteraccounts der Speaker_innen lese ich richtig gern. Deshalb konnte ich mir das Live Let’s Play nicht entgehen lassen. Passend zum Thema traten auch gleich Probleme mit der Bühnentechnik auf, was allerdings gar nicht weiter störte. Unter anderem war Kathrin Passig als Telekom-Archäologin unterwegs, Anne Schüßler klickte sich durchs Labyrinth der Essener Stadtbibliothek und Alexander Matzkeit schimpfte ein bisschen über die re:publica-Webseite.

In der Closing Ceremony wurden die Zahlen zur #rpTEN vorgetragen (46% Speakerinnen finde ich auch gut, aber nicht so gut, dass man sich so enorm dafür feiern sollte…) und selbstverständlich wieder Bohemian Rhapsody gesungen.


Endlich mal in Berlin dabei zu sein und nicht nur via YouTube hat mir wirklich gut gefallen. Ich habe mit schlimmen Informationsoverkill gekämpft, tolle Vorträge gesketchnoted, das live-twittern ausprobiert und gleich wieder aufgegeben, in ein paar Mikrofone gesprochen, mit netten Menschen geredet und eine tolle Zeit verbracht. Hoffentlich schaff ichs nächstes Jahr Anfang Mai wieder nach Berlin!

— Nachtrag —

Auf der re:publica habe ich in ein paar Mikrofone gesprochen, mittlerweile sind die zugehörigen Podcasts veröffentlicht:

Im Innenhof habe ich zufällig Gregor von den Biertauchern getroffen, weshalb wir eine Außenbericht für Folge 255 aufgenommen haben. Torsten vom eGovernment Podcast habe ich im Sendezentrum kennengelernt; für seine Folge hat er neben mir auch noch mit fünf anderen Leuten über die re:publica geredet, darunter auch Claudia Krell vom Sendezentrum.

Eine Reise nach Brüssel, Namur und Nancy

Meine allerersten Semesterferien, also offiziell „vorlesungsfreie Zeit“, nutzte ich für eine kleine Reise zu Freund_innen, die sich über ganz Europa verteilt hatten. Nach einer gefühlt ewigen Zugfahrt kam ich am späten Nachmittag in Brüssel an. Kaum stieg ich aus dem Zug, lief ich schon schwerbewaffneten Soldaten entgegen – der Terroralarm ist offensichtlich noch nicht vorbei. Aber gleich darauf holte mich eine Freundin ab, was den ersten Eindruck wieder rettete. 😉

Ein ausgedehnter Stadtspaziergang sollte mich am nächsten Tag an Brüssels Wahrzeichen vorbeiführen. Meine ehemalige Mitbewohnerin in Marokko hatte zwar in der Stadt gewohnt, sie allerdings noch nie touristisch erkundet – die klassischen Sehenswürdigkeiten konnten wir dank kamerazückender Menschen trotzdem entdecken. Später hatte ich auf Wikipedia nachgelesen, was es mit diesen architektonischen Attraktionen eigentlich auf sich hatte.

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Marokko-Lieblinge: Orte

Meine Reise-Rubrik habe ich in letzter Zeit so vernachlässigt, obwohl ich so oft wie nie vorher unterwegs bin. Schon jetzt fange ich an, zu vergessen, was ich wo gut fand. Deshalb hier eine Zusammenfassung meiner Lieblinge an verschiedenen Orten Marokkos, die ich im Laufe dieses Jahres größtenteils mehrmals besucht habe.

rabatRabat, meine Stadt. Ich kenne keine besser in diesem Land und habe sie recht liebgewonnen. Ihr solltet wenn ihr vorbeikommt, unbedingt zum Hassan-Turm gehen und einen Blick ins Mausoleum des ehemaligen Königs (Foto) werfen, das ist nämlich kostenlos und wunderschön. Darüberhinaus ist die Chellah für wenig Eintritt einen Besuch wert, genauso wie das Musée Mohammed VI für moderne Kunst und die Villa des Arts mit ihrem wunderschönen Garten. In der blau-weißen Oudaya gibt es zwar nur fürchterlich schlechten Kaffee, der Ausblick über Salé und das Meer ist aber wunderschön. Solltet ihr aus irgendwelchen Gründen am südlichen Stadtrand sein, könntet ihr dem Zoo einen Besuch abstatten. Der ist recht neu und ziemlich schön angelegt. Ansonsten noch meine liebsten Cafés/Bars/Restaurants/Straßenküchen:

Café Renaissance
Avenue Mohammed V
Jeden Montagabend gibt es hier eine Jam-Session auf offener Bühne, ansonsten auch recht häufig Konzerte, Poetry-Slams und Theater ohne bestimmtes Terminschema.

Elyzy
am Marché Central, Kreuzung Avenue Mohammed V und Hassan II
Die beste Eisdiele in Rabat! Lasst euch nicht vom Fischmarkt gleich nebenan abschrecken, schnappt euch einfach ein, zwei Kugeln Eis (zum Beispiel Dattel und Mandel) und spaziert ein bisschen durch die Stadt.

Dar Naji
gegenüber Bab lHad
Marokkanische Hausmannskost in ziemlich touristischer, aber trotzdem angenehmer Atmosphäre.

SottoSopra
10, Rue Al Marj – zwischen Nationaltheater und Hotel Le Tour Hassan
Eher mittelmäßiges italienisches Restaurant, aber ganz gute Drinks zu sehr vertretbaren Preisen. Meine Empfehlung, wenn ihr eine angenehme Bar sucht.

Le Dhow
Avenue al Marsa, an der Marina Bouregreg
Das Restaurant-Bar-Lounge-Schiff an der Marina kommt irgendwie (auch preislich) ziemlich elitär daher, aber es ist ganz entspannt, im Sommer abends auf dem Deck zu sitzen.

Riad Senso
Rue Jamaa Tillo
Hier bin ich voreingenommen, denn das Riad Senso ist eine Verkaufsstelle von Migrants du Monde, für die ich arbeite. Die Zimmer sind aber sehr schön eingerichtet und das Essen ebenfalls lecker. Sehr gut gelegen ist es noch dazu!

Sfinch und Fettgebackenes
Rue de Konsul, vom Bab Mellah kommend auf der linken Seite
Zwei kleine, namenlose Läden, die die besten Sfinch und anderes Fettgebackenes verkaufen, finden sich hier gleich nebeneinander.

casa

Casa aka Dar lBaida mag ich als Rabatia traditionsgemäß nicht besonders gern. Zu groß, zu laut, zu dreckig. Wenn ihr dort seit, solltet ihr aber, am besten kurz vor Sonnenuntergang an der großen Moschee Hassan II (Foto) vorbeischauen. Ein Besuch im Quartier Habous ist auch ganz nett. Wenn die entweihte Kathedrale Sacre-Coeur offen ist – z.B. wenn gerade eine Kunstausstellung stattfindet – könnt ihr auf deren Dach klettern und einen tollen Blick über die Stadt werfen. In der Gastro-Szene kenne ich mich leider nicht aus, einen netten Laden kann ich euch trotzdem ans Herz legen:

Bao Club
Boulevard de la Corniche, Ain Diab
„Afrikanischer“ Club, in dem hauptsächlich afrikanische Tanzmusik, Dancehall und HipHop läuft. Anteil der gaffenden Typen am Rande der Tanzfläche (wie in den meisten marokkanischen Clubs) gering, man kann sich auch als Mädchen entspannt amüsieren.

marrakech

Marrakech mag ich noch weniger als Casa, jetzt am Ende habe ich wirklich keine Lust mehr in diese Stadt zu fahren. Hauptsächlich liegt das an den astronomischen Preisen, die wohl den vielen Touristen zu verdanken sind. Es ist grundsätzlich davon auszugehen, dass ihr von jedem Taxifahrer über den Tisch gezogen werdet und Preise für ganz gewöhnliches Essen und Trinken sind in der Medina schnell doppelt so hoch als vertretbar. Es gibt dennoch ein paar schöne Orte, z. B. die Medrsa ben Youssef, eine ehemalige Koranschule, oder den Jardin Majorelle im Gueliz-Viertel. Auch der Jmaa lFna (Foto) hat abends ein ganz besonderes Flair, selbst wenn auch das schnell in anstrengend umschlagen kann. Gastronomisch ist die Stadt aber sehr gut aufgestellt:

Café 16
Place du 16 Novembre, Gueliz
Richtig leckeres Brot, echte heiße Schokolade, super Salate, entspannte Atmosphäre. Super Laden und nicht weit weg vom Bahnhof, guter erster Stopp nach der Reise!

SoftySweet
Rue Ibn Toumerte, nahe dem Marché Central von Gueliz
Sehr süßer kleiner Laden mit superleckerem Ziegenmilch-Eis, ums Eck vom Café 16.

DjellaBar
2 rue Abou Hanifa, Hivernage
Superkitschig eingerichtete Bar mit chilligem Vorgarten, guten Drinks und leckeren Snacks.

Café Clock Marrakech
Derb Chtouka, Kasbah
Sehr weit ab vom Schuss und nicht so gut wie das in Fès, aber dennoch empfehlenswert. Entspannte Atmosphäre und gutes Preis-Leistungsverhältnis für Leckereien wie Milkshake mit hausgemachtem Datteleis.

Riad KifKif
Derb El Kadous, 9, Rue el Ksour, Medina
Hostel in unterster Preisklasse, aber richtig toll. Guter Service, saubere Zimmer und vor allem viele nette Gäste aus aller Welt, die sich abends auf der Dachterasse treffen.

essaouira

Essaouira, die Windige. Lasst euch nicht täuschen, auch im Hochsommer kann es hier recht frisch werden. Gechillt am Strand liegen ist wegen sehr viel Sand in der Luft ohnehin schwer möglich, deshalb spaziert lieber durch die Medina und zur portugiesischen Festung Sqala. Besonders viel zu sehen gibt es darüberhinaus nicht, aber viel zu tun: Wellenreiten, Windsurfen, Kiten… Oder Essen:

Ocean Vagabond
Strandpromenade, letztes Restaurant vor Ortsausgang
Hier verbrachte ich schon viele Stunden, windgeschützt auf einem der Liegestühle, Strandkörbe oder Sitzecken. Es gibt leckere Salate und Säfte.
Loft
direkt am Bab Squala
Recht neues Café mit integriertem Kunsthandwerksladen. Täglich abends Livemusik, dazu frische Säfte oder Kaffee.

Sfinch und Fettgebackenes
Avenue Mohamed Zerktouni, nahe Bab Doukkala
Während meines einmonatigen Essaouira-Aufenthalts kaufte ich mir beinahe täglich etwas bei diesem Laden.

bin el ouidane

In Bin el Ouidane gibt es außer dem Stausee, Natur und zwei, drei Luxushotels: Nichts. Aber das ist auch gut so, man kann einen wirklich entspannten Nachmittag am Ufer verbringen, oder mit Zelt auch ein paar Nächte. Solltet ihr in der Gegend sein, schaut dort vorbei, vor allem wenn ihr in Besitz eines Autos seit. Mit (semi-)öffentlichen Transportmitteln ist es doch recht mühsam, dort anzukommen.

ouzoud

Die Wasserfälle von Ouzoud sind wohl eines der beliebtesten Ausflugsziele im Land. Deshalb ist es dort an Wochenenden/Feiertagen/usw. auch ziemlich überfüllt. Das Naturschauspiel ist trotzdem toll und etwas abgelegen kann man auch vortrefflich, wenn auch sehr kalt, baden.

fes

Fes beeindruckt mich als Stadt nach wie vor sehr. Das Gassengewirr der Medina verbirgt einfach so viele Schätze! Da wäre zum Beispiel das Bab Boujloud, die Mdrasa Bou Inania und der große Platz Rcif. Der Jardin Jnan Sbil ist eine Oase ohnegleichen, ganz im Gegensatz zu den stinkenden Gerbereien, die trotzdem einen Besuch wert sind. Sollte man die Hügel bis außerhalb der Stadtmauern erklimmen, hat man außerdem einen Wahnsinnsausblick über die Altstadt und die Umgebung. Auf keinen Fall verpassen dürft ihr aber mein allerliebstes Lieblingscafé in ganz Marokko:

Café Clock
Derb Chtouka, an der Talaa Kbira
Neuinterpretationen von marokkanischen Klassikern, spannende Burger (Kamel, Lamm!), Frühstück bis spätnachmittags und der beste Schokokäsekuchen der Gegend. Dazu chillige Atmosphäre auf vielen Etagen, viele Bücher, kulturelle Veranstaltungen und freundlicher dreisprachiger Service.Wäre ich statt Rbatia Fassia geworden, müsste ich bestimmt einmal wöchentlich hingehen.

Restaurant No. 7
Zkak Rouah, an der Talaa Sghira
Ein wunderschön renoviertes Riad, das einem zweimonatlich wechselnden Küchenchef die Bühne für ein marokkanisch-inspieriertes Menü überlasst. Überragendes Ambiente und echter Service, der in Marokko so oft fehlt.

chefchaouen(Chef)Chaouen, die blaue Stadt im Rif, ist gar nicht mal so groß und hat neben der Quelle Ras lMa eigentlich auch nur die Medina als Sehenswürdigkeit zu bieten. Die ist dank der Höhenunterschiede ziemlich anstrengend, aber wunderschön. Außerdem ist sie, wie das gesamte Gebirge, bekannt für den Anbau und Handel mit Marihuana und Haschisch.

akchor

Fast ums Eck von Chefchaouen liegen die Wasserfälle von Akchor, die im Gegensatz zu denen von Ouzoud tatsächlich nur nach mehrstündiger Wanderung zu erreichen sind. Wenn man nicht vom Pfad abkommt (was ich mit meinen Freunden geschafft habe), ist der Weg aber gar nicht so schwierig. Außerdem wartet am Ende dieser tolle Ausblick und leckere Gemüsetajine.

tetouanTetouan ist architektonisch eine meiner Lieblingsstädte in Marokko. Den spanischen Kolonialeinfluss sieht man der Neustadt sehr an, doch auch die alte Medina hat ihren Reiz. Eine Wohltat sind die vielen gepflegten Grünflächen, die zum Verweilen einladen.

Café Manhattan
Avenue Hassan II
Das Café ist sehr bemüht „modern“, hat aber eine zumindest teilweise originelle Karte. Außerdem wahnsinnig leckeres Nicht-Weißbrot und eine gute Konditorei.

tangerTanger ist ebenfalls von spanischer Kolonialarchitektur geprägt, allerdings ist auch englischer Einfluss bemerkbar. Beispielsweise an der anglikanischen Kirche (auf dem Foto der weiße Turm links), die christliche Gebete in arabischer Schrift an den Wänden trägt und von einem verwunschenem Friedhof umgeben ist. Den Wahnsinnsausblick vom Foto gibts von der Terasse des Grand Hotels direkt daneben. Von der Kasbah kann man über das Meer nach Europa sehen und an der Promenade den modrigen Charme der Stadt genießen. Die doch unerreichbare Nähe zu Europa zieht sehr viele Menschen an, die leider oft ins Elend stürzen, wodurch man überdurchschnittlich viele Obdachlose, Betrunkene und Straßenkinder kreuzt.

Le Salon Bleu
Kasbah
Das nette Restaurant-Café ist komplett in blau eingerichtet und von der Terasse kann man ebenfalls nach Europa schauen.

Dar Jmeel
Rue Mohamed Bergach
Eines der sympathischten Hostels in dem ich im Laufe des Jahres übernachtet habe. Trotz günstiger Preisklasse hat jedes Doppelzimmer ein eigenes Bad mit Handtüchern, Bademantel und Teeecke.assilahAssilah ist winzig klein, aber total quirlig. Praktisch alle Wände in der Medina sind mit Streetart bemalt und viele Künstler haben ihre Türen in den Gassen geöffnet. Außerdem ist der Strand der Stadt richtig schön.

Ich hoffe meine winzige Tour von meiner (noch) aktuellen Heimatstadt Richtung Süden und vom Inland weiter an die nördliche Küste hat euch gefallen, meine liebsten Leser_innen. Habt ihr noch mehr Städtetipps? Dann gerne in die Kommentare damit!

Neues aus Marokko 2

Letzte Woche war ich gemeinsam mit meinen Mitfreiwilligen auf Reisen durch Marokko. Von Essaouira aus gings zu erst in ein kleines Dorf in der Voratlasebene. Die karge Landschaft und die Ruhe dort war sehr eindrucksvoll(s. Titelbild).

Die Anreise dorthin gestaltete sich für uns problemlos, obwohl die Nord-Süd-Autobahn für mehrere Tage voll gesperrt war. Das wäre ja an sich nicht so außergewöhlich, doch der Grund dafür waren nicht tatsächlich Dreharbeiten für Mission Impossible 5!

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Weiter gings nach Marrakech, das quirlig und voll und stickig wie es im Sommer ist, ein krasses Gegenteil zu den vorherigen Tagen darstellte. Die unzähligen Garküchen, die abends am Jmaa l’Fna aufgebaut werden, sind eine der touristischen Hauptattraktionen, weshalb man dort ziemlich aggressiv umworben wird, sich doch bei diesem oder jenem Stand niederzulassen. Man kann dort lecker essen, verglichen mit den Preisen in den Seitenstraßen ist es aber ziemlich teuer dort und man bekommt gelegentlich etwas, dass man zwar nicht bestellt hat, aber trotzdem bezahlen muss. Nichtsdestotrotz darf ein Besuch dort keinesfalls fehlen, um Marrakech kennenzulernen.

neues aus marokko2-2

Eine marokkanische „Eigenart“, die ich in Marrakech kennengelernt habe, sind sogenannte Laiterien. Sie sind weder Café noch Restaurant und auch viel mehr als ein Hanut (ein kleiner Kiosk mit Waren für den täglichen Gebrauch, der sich quasi an jeder Straßenecke findet). Im Sortiment haben Laiterien meistens Sandwiches auf die Hand, manchmal zusätzlich Gebäck, aber wie der Name schon sagt, Milchprodukte in allen Variationen und, was ich dort am häufigsten kaufe: frische Smoothies wahlweise auf Orangensaft- oder Milchbasis – sooo lecker! Auf dem Foto seht ihr Avocado-Milch und Pfirsich-Orangensaft.

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Nach einer fast 9-stündigen Busfahrt landeten wir dann in Fès, das eindeutig meine liebste Stadt der Reise wurde. Die Medina stammt teilweise aus dem 9. Jahrhundert und ist dementsprechend eng und verwinkelt gebaut, was ihr gemeinsam mit der Lage mitten im Hang ein besonderes Flair verleiht. Zudem ist die Stadt für ihre herausragenden Handwerker bekannt, egal ob Leder- ,Textil- oder Töpferwaren, es ist das reinste „Shoppingparadies“ und im Gegensatz zu Marrakech werben die Verkäufer viel gemäßigter, sodass man in Ruhe herumspazieren kann.

Das Café Clock ist auch unbedingt einen Besuch wert. Es nennt sich selbst „cross-cultural“ und ist wirklich einzigartig in seinem Konzept (zumindest in dem Rahmen, den ich bis jetzt kenne). Neben den tollen Räumlichkeiten mit Terasse hat das Café auch Konzerte, Lesungen und andere Projekte zu bieten. Es gibt zudem ein Kochbuch mit einem Großteil der Rezepte, die auf der umwerfenden Speisekarte stehen. Ich konnte mich wirklich nur schwer für ein Gericht entscheiden, denn von marokkanischen Klassikern wie Harira (eine Suppe mit Hülsenfrüchten) bis zu veganen Spezialitäten war vieles Tolles dabei. Der Exotik halber probierte ich schließlich den Kamelfleischburger, dessen hausgemachte Pflaumen(?)-Soße mich sehr begeisterte. Die darauffolgende Nachspeise – ein für Marokko völlig untypischer Double Chocolate Cheesecake – verdient mehr als nur ein paar lobende Worte. Ich kann mich nicht erinnern, in letzter Zeit einen so leckeren Käsekuchen gegessen zu haben! Den für marokkanische Verhältnisse happigen Preis (40 DH ~ 3,50 €) ist dieser Kuchen auf jeden Fall wert. Leider hatte ich meine Kamera nicht dabei, um das Café oder den tollen Kuchen zu fotografieren, doch solltet ihr, meine liebsten Leser, jemals nach Fès kommen, schaut unbedingt im Café Clock vorbei!

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Einen gut 20-minütigen Fußmarsch von der Stadtmauer von Fès entfernt gibt es ein paar Ruinen (auf dem vorherigen Foto im Hintergrund zu sehen) auf einem Hügel, von dem aus man einen atemberaubenden Blick über die Stadt und – in die andere Richtung – die Berge rundherum hat. Der Aufstieg in der Sommerhitze hat sich für diese Aussicht gelohnt!

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Von Fès aus gings für mich dann auf nach Rabat, meine zukünftige Heimatstadt. Hier habe ich eine (anfangs völlig leere) Wohnung bezogen und auch schon die ersten paar Tage in meiner neuen Arbeitsstelle, der FOO, verbracht. Leider bleibt mir momentan kaum Zeit für die Zuckerbäckerei, weil ich meine ganze Freizeit mit Erledigungen und Besorgungen für meine neue Umgebung verbringe. Unsere Küche ist mittlerweile aber einigermaßen brauchbar ausgestattet (abgesehen von einem nicht vorhandenen Kühlschrank) und vielleicht schaffe ich es, euch schon in der nächsten Woche wieder ein Rezept zeigen zu können. Zum Abschluss seht ihr den Sonnenuntergang mit dem Atlasgebirge am Horizont, bis bald!

Eine zweite Reise nach Barcelona

Letztes Jahr war ich auf Klassenfahrt in Barcelona, dieses Jahr auf Abifahrt mit vier Freundinnen. Und natürlich war die Stadt auch diesmal wieder eine hervorragende Wahl. Und weil ich die Sachen, die ich gerne mag, besonders gerne mit anderen teile, will ich euch heute meine persönlichen Barcelonafavoriten zeigen.

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Die einzige „Sehenswürdigkeit“, die wir uns diesmal angeschaut haben, war der Parc Güell (das obige Foto entstand dort). Von dort aus hat man eine wirklich tolle Aussicht auf ganz Barcelona und kann in den vielen Höhlen und Pavillions Gaudís der Hitze entfliehen. Leider muss man seit diesem Jahr Eintritt für einige Teile des Parks bezahlen, was ich ziemlich schlecht finde, da jetzt, zumindest soweit ich weiß, kein einziges Werk Gaudís mehr kostenlos zu besichtigen ist. Wer sich nicht am Eintrittspreis schreckt, dem empfehle ich, die Sagrada Família zu besuchen. Ich war letztes Jahr darin und es war wirklich die beeindruckendste Kirche, die ich jemals gesehen habe.

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Für mich als Foodbloggerin ist gutes Essen natürlich besonders wichtig. Denn zwischen den unzähligen, völlig überteuerten Touristenbistros kann man selbst in der Innenstadt richtige Perlen auftun:

gelaaati! (Calle Llibreteria 7, Barri Gòtic) habe ich euch schon letztes Jahr vorgestellt, doch bleibt es weiterhin mein allerliebster Lieblingseisladen auf der ganzen Welt. Eisfavoriten in diesem Jahr waren eindeutig Ingwer-Zimt und Dulce de Leche, wobei die Kombination Erdbeere und Basilikum nach wie vor unschlagbar lecker ist.

Die Xurreria (Carrer Banys Nous, Barri Gòtic) verkauft nur Fettgebackenes. Ob Churros (siehe Foto oben), Kartoffelchips oder Anisgebäck, alles frisch frittiert. Der kleine Laden scheint zwischen den ganzen Modeboutiqen, die ihn umgeben, ein bisschen aus der Zeit gefallen mit seinen weißen Kacheln und ohne jegliche Anstrengung, irgendwie „hip“ zu sein. Trotzdem: wenn ihr vorbei kommt, kauft euch uuuuunbedingt eine Tüte frische Churros mit ganz viel Zucker für etwas weniger als zwei Euro, uuuunglaublich lecker!

In der Pastisseria Ayub (Carrer Hospital 95, Barri Raval) fühlt man sich wie im Orient. Baklava in allen Variationen, dazu türkischen Honig, Marzipan in allen Farben, Halva und arabisches Fladenbrot. Ich habe gleich zweimal eine ganze Schachtel Süßes gekauft (hier auf Instagram zu sehen) und empfehle euch das selbe zu tun.

Ein bisschen „Shoppen“ war ich selbstverständlich auch. In den vielen kleinen Läden im Gassengewirr der Stadt finden sich viele tolle Sachen:

Claudine (Baixada de la Gloria 7, Gràcia) versteckt sich zwischen gefühlt tausenden schrecklicher Made-in-China-Souvenirshops auf einem Weg zum Parc Güell hinauf. Aber mit diesem süßen Sortiment braucht sie sich nicht zu verstecken. Filigraner Schmuck, Taschen, Schals, Kleider und außergewöhnliche Postkarten sind dort zu erstehen.

Bei Parrup (Carrer Banys Nous 17, Gótic), wusste ich gar nicht, wofür ich mich entscheiden soll. Das stylische Geschäft verkauft Schmuck, Kleidung, Geschirr und Grafiken von vielen verschiedenen Künstlern. Letztendlich schlug die Foodbloggerin in mir wieder durch und ich kaufte eine Porzellanplatte, die bestimmt bald auf einem meiner Fotos auftauchen wird.

In der Bijuteria Rossello (Carrer Hospital 34, Raval) gehen einem die Augen über. Farblich sortierte Perlen vom Boden bis zur Decke, dazu Verschlüsse, Anhänger und was man sonst noch alles braucht von Silber und Gold bis Messing und Kupfer. Bänder, Strassteine, Pailetten, sowie bereits fertige Schmuckstücke ergänzen das Angebot. Besonders gefällt mir die Art, Perlen zu kaufen. Man kann sich zwischen verschieden großen Schraubgläsern entscheiden, die man dann randvoll mit allen möglichen Perlen machen darf. Für das kleinste z. B. zahlt man nicht mehr als 3,50€!

Auf meiner Liste nicht fehlen darf Kling (Carrer Banys Nous 14, Gòtic und Carrer Tallers 16, Raval), mein wohl liebstes Kleidungsgeschäft überhaupt. Im Sortiment sind fast nur Kleider, alle wirklich gut verarbeitet und nichteinmal so teuer.

Und noch etwas: Leiht euch ein Fahrrad, z. B. bei ajo bike (Carrer d’En Roig 5, Raval) und fahrt einfach entlang der Radrundwege. Es gibt kaum günstigere (4€ für zwei Stunden) und entspanntere Wege, in Barcelona herumzukommen.

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Das Haus auf dem obigen Foto muss ich euch einfach zeigen. Es steht direkt neben der Metrostation Vallcarca und mutet als alleinstehendes Reihenhaus einfach wirklich seltsam an. Ein bisschen wie Willy Wonkas Elternhaus in Charlie und die Schokoladenfabrik, nur voller Graffiti.

barcelona_5Appropos Graffiti: Statt zu übermalen, kommentiert das Ajuntament de Barcelona die allgegenwärtigen „Schmierereien“ einfach mit Stencilgraffiti. Ziemlich cool!

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Auf Schnappschusstour im Park Güell – danke fürs Foto, Franzi!

Vielleicht kommt ja eine(r) von euch, meine liebsten Leser, in nächster Zeit auch mal nach Barcelona. Über weitere Tipps zur Stadt würde ich mich freuen, das war bestimmt nicht das letzte Mal, dass ich sie besuche!

Eine Reise zum Trattberg

Wie jedes Jahr war ich auch in diesem Spätsommer auf einer Almhütte am Trattberg im Tennengau. Kühe sind hier genauso alltäglich wie das Fehlen von Elektriziät und Warmwasser.

hütte2Die linke Hütte war mein Feriendomizil. Weit und breit nur Wiesen, Bäume und gelegentlich noch eine andere Hütte.

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Leider konnte ich mich nicht von der verhassten Wanderung drücken. Aber auf ebendieser Wanderung fand ich ein riesiges Feld voller Heidelbeeren. Ein paar Himbeeren und Brombeeren habe ich auch noch gesammelt und so konnte ich am Abend im Holzofen diese Beerenbrötchen backen. Mit ein bisschen gezuckertem Joghurt oder Schmand sind sie unschlagbar lecker!

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Das Rezept kann ich euch nicht verraten, denn eine Waage für die Zutaten habe ich nicht gefunden. Grob kann ich sagen, es ist gezuckerter Hefeteig gefüllt mit Beeren, die mit Zucker und Vanille eingekocht wurden. Gebacken bei gut eingeheiztem Holzofen, etwa 15-20 Minuten.

Eine Reise nach Barcelona

Letzte Woche war ich mit meinem Jahrgang auf Studienfahrt in Barcelona. Natürlich haben wir viel Kultur gesehen und sind gefühlte 30 Kilometer zu Fuß durch die Stadt gewandert. Ich habe sagenhafte 438 Fotos geschossen, ein neuer Rekord – ein paar davon, abseits der klassischen Sehenswürdigkeiten, muss ich euch unbedingt zeigen.

Die meisten Straßenhändler in Barcelona verkaufen wie überall in Touristenregionen nur Ramsch. Dieser Getränkedosen-Bastler hatte aber echt tolle Produkte in seinem Sortiment.

Take-Away-Mojito von Arenal direkt am Strand. Unschlagbar lecker und mit 6 € vor allem günstig im Vergleich zu den Nobel-Bars (Veuve Cliquot etc) am anderen Ende der Playa de la Barceloneta, wo ein einziger Drink 17 € kostet.

Vom besten Mojito zum meiner Meinung nach weltbesten Eis bei gelaaati!. Täglich habe ich mir auf dem Nachhauseweg vom Strand einen Becher gekauft. Hier auf dem Foto eine meiner Lieblingskombinationen der Woche, Basilikum und Erdbeere. Außerdem habe ich Ziegenkäse/Cheesecake (seltsam), Zimt/Mojito (einzeln sehr lecker, miteinander ebenfalls seltsam), Reis/Chilischokolade (sehr scharf) und Acai/Mango/Melone (fruchtig) probiert. Ich wünschte, es gäbe bei mir in der Nähe eine genauso gute Eisdiele!

Bei Artisa, nicht unweit von unserem Hotel, habe ich mir Churros gekauft. Sehr fettig, zuckrig und mit warmen Schokopudding als Dip – wunderbar!

Am Donnerstag haben wir die Sektkellerei Freixenet besucht. Nach einem Spaziergang durch die früheren Lagerräume, in denen noch mehr als eine Million Flaschen stehen, und einer rasanten Zugfahrt durch die modernen Produktionsanlagen durfen wir ein bisschen Sekt verkosten.

Bernies Diner habe ich schon in meiner Vorrecherche für Barcelona gefunden, bin dann aber mit zwei Freundinnen ganz zufällig daran vorbeigekommen. Auf dem Foto seht ihr meinen superleckeren Burger, die anderen beiden aßen wunderbare Pommes und Mozarellasticks mit Tomatenchutney. Der Laden ist total authentisch aufgezogen, es stehen alte Jukeboxen herum, auf den Bildschirmen läuft Grease und ansonsten Rock’n’Roll. Sehr schön!

Was mir besonders aufgefallen ist auf unseren ewiglichen Stadtwanderungen sind die äußerst kreativen Straßenschilderverzierungen. Wirklich lustig!
Die ganze Studienfahrt hat mir ausgesprochen gut gefallen, Barcelona ist trotz unzähliger Taschendiebe und anderer zwielichtiger Gestalten eine wunderschöne Stadt, die ich gerne wieder besuchen würde. Danke noch an meine beiden Handmodels Anne (Eis) und Ellen (Churros) 😉 !