Archiv der Kategorie: Lokale

Über Restaurants, Cafés und Bars in Wien und anderswo

L’Orient

Rotensterngasse 22, 1020 Wien

Ich habe schon viel zu lange nicht mehr marokkanisch gegessen, weshalb ich Anfang Oktober dem L’Orient erstmals einen Besuch abstattete. Dass das Restaurant schön aussieht, habe ich mir bereits durch die Webseite denken können, doch in echt war es fast noch schöner: marokkanische Blechlampen an der Decke, in den Wänden gemauerte Bögen mit Ornamentmuster, ein großes Mosaik hinter der Theke und bequeme Bänke mit vielen Lagen von Webstoffen.

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Veggiezzz

Opernring 6, 1010 Wien

Weil ich kürzlich für Ö1 help einen Beitrag über vegane Burgerpatties gestaltet habe, hatte ich Lust, mal wieder Burger essen zu gehen – in dem Fall natürlich veganen. In der Swing Kitchen habe ich schon fast alle Burger durchprobiert, weshalb ich mal in einen anderen (explizit veganen) Burgerladen gehen wollte. Nach dem Besuch im MAK lag das Veggiezzz am Opernring am Weg.

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Kikko Bā

Schleifmühlgasse 8, 1040 Wien

In der Vergangenheit habe ich alle meine Restaurant-/Café-/Barbesuche in den Sonntags-Linksammlungen verwurschtelt, doch ich glaube, dass es sinnvoller ist, sie in eine extra-Kategorie im Blog auszulagern. Hier kommt deshalb mein erster Lokalbericht zum Kikko Bā, mit ziemlich schlechen Handyfotos (besser als nix).

Das Popup-Restaurant der Mochi-Leute hat einen kleinen Schanigarten (ohne Reservierungsmöglichkeit!), in dem schon Fliesdecken auslagen, als ich endlich mal dorthin kam (schon seit der Eröffnung Ende Juni auf meiner To-Do-Liste). Das Konzept ist schnell erklärt: häufig wechselnde Tapas-Variationen mit asiatischem Einfluss und oft viel Chili.

Zu zweit aßen wir insgesamt sieben Tellerchen (wirklich schönes Geschirr!), doch mit großem Hunger sollte eins besser nicht dorthin gehen, denn die Portionen sind eher sparsam bemessen. Zu Beginn bestellten wir Spicy Edamame, Gekochte Sojabohnen mit einer Sauce aus fruchtig-scharfen Chilis. Die färbte ziemlich stark, wer also mit den Fingern isst wie ich (ich kann immer noch nicht mit Essstäbchen umgehen?!) sollte aufpassen, keine strahlend roten Flecken zu verursachen (been there, done that). Vorm Dessert orderten wir (Hunger!) noch ein zweites Schüsselchen Edamame und ich glaube, ich sollte endlich herausfinden, wo es Sojaschoten zu kaufen gibt, damit ich sie auch zuhause snacken kann.

Als nächstes: Bing Bread – Humus – Chili Oil – Sesame. Das warme Bing Bread stellte sich als dünnes, in Fett ausgebackenes Hefefladenbrot heraus, das mich an eine Mischung aus marokkanischem Batbot und Msimn erinnerte. Stellenweise war es so dünn, dass es beim Reinbeißen knisterte, der Rand war aber weich genug, um das sehr sesamlastige Humus aufzustippen. Im Teig war wohl auch etwas Zucker, anders kann ich mir den Geschmack des Brotes nach Faschingskrapfen nicht erklären. Dieses Gefühl wurde von der großzügigen Menge an flockigem Salz, mit dem die Oberseite bestreut war, gut abgedämpft. Ich hätte gern noch mehr Brot gehabt, denn es reichte nicht für die recht üppige Dip-Menge und schmeckte auch pur ziemlich gut.

Anschließend folgte Portobello Sando – BBQ – Chimichurri Cabbage, ein aufgespießtes Sandwich gefüllt mit paniertem Pilz und extrem fein gehobelten Kraut. Das Weißbrot ähnelte Brioche, es schmeckte nach Zimt und Zitrone und war karamellisiert getoastet. Geschmacklich war das mein Favorit des Abends, doch mit 8,90€ für ein paar Bissen auch ziemlich teuer. Dann noch Greek Piri Piri Salad – Feta – Olive Salsa, ein Salat aus Gurken, rotem und gelben Paprika und Tomaten in groben Stückchen, darüber krümeliger Feta und pestoartige Olivensauce. Insgesamt recht unspektakulär.

2 mochi bällchen und eine schüssel mit eis und walnusscrumble
Die beiden Desserts

Die Nachspeisen wollte ich beide probieren: Elderberries – Walnut Crumble – Lychee Ice Cream sowie Ice Cream Mochi. Ersteres stellte sich als spannende Geschmackskombination heraus, wobei das Dessert eiskalt viel besser war als nur wenige Minuten später, als es zu einer einheitlichen Suppe zusammengeschmolzen war (die Eisnocke war nicht besonders groß). Die Eismochi fand ich ziemlich enttäuschend, denn das Eis (einmal Vanille, einmal Erdbeer) schmeckte sehr künstlich. Und die Reisteigschicht außen herum war zu spärlich für meinen Geschmack (nicht, dass ich mich besonders gut mit Mochi auskenne).

Zum Essen tranken wir Holunder-Minz-Soda bzw. Zwetschgen-Jasmin-Limonade. Ersteres fand ich halbwegs fade, doch die Kombination aus Zwetschge und Jasmin (und ein bisschen Ingwer) werde ich mir merken. Auf der Weinkarte stehen genauso viele Punkte wie auf der Speisekarte, außerdem gibt es Sake und anderen Schnaps für „after dinner“.

Fazit: Ich habe einen schönen Abend im Kikko Ba verbracht, das Essen war größtenteils sehr gut, doch ein wow blieb aus.