Zuckersüß 300

Bei meinem Ö1-Praktikum hat sich in dieser Woche einiges getan. Ich habe bei der live-Sendung punkteins „In welchem Land liegen die Pole und wem gehört der Mond?“ mit Xaver Forthuber von der Regie aus zugeschaut und nebenbei mit-gesketchnotet:

Dann ging nicht nur mein erster Text für help (Postkarten-Apps im Test) online, sondern auch mein erster Radiobeitrag. Cannabis-Trend CBD: Kaum erforscht, nicht reguliert konnte ich zwar nicht selbst einsprechen (meine Aussprache ist einfach zu bairisch, schade!), aber sonst habe ich alles weitestgehend in Eigenverantwortung gemacht, eine spannende Erfahrung! Der Beitrag ist bis nächsten Samstag nachzuhören, der zugehörige Text noch viel länger zu lesen.

Vor dem Feiertag leistete ich mir mal wieder einen Restaurantbesuch. Im Karma Ramen war ich vor ein paar Monaten schon einmal gewesen. Damals kämpfte ich sehr lange mit dem Ramen, diesmal sprang ich über meinen Schatten und bat gleich zu Beginn um eine Gabel. Edamame gehört nach wie vor zu meinen liebsten simplen Vorspeisen, das Tempuragemüse war auch nicht schlecht. Das Seidentofu mit Kimchi dagegen schmeckte mir leider gar nicht, freundlicherweise tauschte meine Begleitung seine sehr leckere Schüssel Ramen mit mir. Der Matcha-Brownie (hier im Blog gibts auch ein Rezept für Matcha-Blondies, btw) war etwas zu dunkel geraten, das sehr interessant schmeckende Misokaramell konnte darüber aber hinwegtäuschen.

Zuhause versuchte ich mich noch an einer spontanen Cocktail-Kreation ohne Zitrusfrüchte, die der Vorrat nicht hergab. Nach Konsultation meiner Cocktail-Bibel bastelte ich einen Drink aus Pfirsisch und Rosmarin (4cl weißer Rum, 1/2 gekochter Pfirsich, Rosmarinnadeln 1/2 TL Zucker, 2cl Sprudelwasser), der gar nicht mal so schlecht war. Dazu gab es eine veganisierte Version meiner allerliebsten Salz-Pfeffer-Cracker (übrigens das erste Rezept, das ich mit meiner DSLR bebildert habe!). Die übrigen Pfirsiche  und Rosmarin verarbeitete ich am nächsten Tag zu Scones, der Post dazu folgt bald.

Zum Wochenende hin wurde ich wieder zur Stadtführerin, die selbst noch einiges an Wien entdecken konnte. So besuchte ich mit meinem Gast erstmals den Dachboden des 25 hours hotel. Abgesehen vom sehenswerten Ausblick über die Stadt gibts dort oben echt spannende Cocktails zu halbwegs vernünftigen Preisen (13€/Cocktail). Ich trank einen „smashing pumpkin“ (Zimt-Rum, Ingwer-Likör, Hokkaido-Fruchtfleisch, Vanille, Limette und Kürbiskerne). Weil wir der beleuchteten Wand in Schwedenplatznähe auf den Grund gehen wollten, begaben wir uns eben dorthin, wo ich natürlich noch ein Eis (Walnuss-Feige, gar nicht schlecht) kaufte.

Außerdem machte ich zum ersten Mal eine richtige Radltour durch Wien. Mit dem citybike gings durch Döbling, über die Donauinsel, durch die Leopoldstadt bis zum Stephansplatz. Zum Mexikoplatz gelangten wir eher zufällig auf unserem Weg zur architektonisch interessanten WU. Doch an den Litfaßsäulen mit Texten und Grafiken zur österreichisch-mexikanischen Geschichte blieb ich einige Zeit kleben. Die Posterausstellung gibt es laut Webseite noch bis Oktober, also radelt/spaziert doch mal dran vorbei!

Zur Stärkung aßen wir dann thematisch passend Tacos bei Max&Benito, dass ich mir als gute und günstige Mittagessensgelegenheit in der Mariahilfer Straße merken werde. Danach gabs noch das unverzichtbare Eis vom Greißler: Topfen-Stachelbeere (sehr gut), Karamell-Salzbrezel (etwas langweilig in meinen Augen).

Abends wagten wir uns noch an ein aufwändiges Essens-Projekt: Selbstgemachte Pasta. Zwei Teige (einer mit, einer ohne Ei) formten wir zu Spaghetti und Tagliatelle, die es mit viel Knoblauch, etwas Rosmarin, Tomatenmark und frischen Kirschtomaten gab. Als Nachspeise gab es, wenig abwechslungsreich, aber sehr gut, die gleichen Nudeln mit gequetschtem Mohn und Puderzucker. Dazu abermals Cocktails, diesmal mit Zitrone: Rosmarin Gin Fizz (6 cl Gin, 3 cl Zitronensaft, 2 cl selbstgemachter Rosmarinsirup, Sprudel).

Der Sonntag war Ausstellungstag. Im Wien Museum spazierten wir kurz durch „Mit Haut und Haar. Frisieren, Rasieren, Verschönern“, das zwar sehr schön eingerichtet, aber inhaltlich irgendwie nicht besonders ergiebig war. Abgesehen von der Tatsache, dass wasserfeste Wimperntusche offenbar in Wien patentiert wurde, habe ich wenig daraus mitgenommen. Für die zweite Sonderausstellung des Hauses über Otto Wagner schlossen wir uns dann aber der Führung an und ich bekam sehr viel Input. So viel, dass selbst meine Live-Notizen in den Insta-Stories nicht alles fassen konnten. Der Architekt hat wirklich sehr viele Bauwerke in Wien verantwortet (z.B. die Stadtbahn aka U6 oder das Majolikahaus in der Wienzeile) und war tatsächlich so etwas wie ein Immobilienentwickler. Er entwarf und baute zahlreiche Mietshäuser, nur um sie kurze Zeit später weiterzuverkaufen. Als Professor an der Akademie der bildenden Künste ließ er nur sehr wenige Schüler in seine Klasse und verstand offenbar auch sonst  viel von Exklusivität und wie er sich am besten vermarkten konnte. Er legte viel Wert auf Symmetrie, aber vor allem auf die Zweckmäßigkeit seiner Entwürfe – was nicht praktisch sei, könne auch nicht schön sein. Zum Schluss gab es noch einen überraschenden Fakt: das typische „Otto-Wagner-Grün“, in dem u.a. die Geländer der Stadtbahn angestrichen sind, gab es nie. Ursprünglich waren die Metallteile nämlich cremefarben lackiert. Genug Ausstellungsnotizen für einen Blogpost – hier folgt nun die 300. Ausgabe meiner Sonntagsserie mit leider recht wenigen Links (zu viel offline-Zeitvertreib in den vergangen Tagen):

REZEPT

Jam Bars – Lottie + Doof
Ein Projekt für den Winter, wenn es keine frischen Früchte mehr gibt.

Chocolate Banana Muffins – Dessert for Two
Ein „Small-Batch“-Rezept für eine matschige Banane.

Pistachio Peach Salad with Ricotta Salata – Naturally Ella
Diese Zutatenkombi finde ich spannend.

Fisch mit Romescosauce und Zucchinipüree – Anke Gröner
Die Romescosauce klingt cool!

Blackberry Cobbler Ice Cream – A Beautiful Mess
Seit ich das Grießschmarrn-Eis beim Eis-Greißler probiert habe, will ich mal selber welches mit einer „Körner“-Komponente machen.

TEXT

Warum Milch, Wasser und Benzin in Marokko boykottiert werden – Heinrich von Arabien (via Lea Wölfl)
Nicht mehr tagesaktuell, aber dennoch interessant.

Bei dem Boykott geht es aber längst nicht nur um hohe Preise. Mit der Kampagne ist ein heterogenes Bündel von enttäuschten Erwartungen, latenter Unzufriedenheit und handfestem Frust verknüpft. Jeder in Marokko kennt Sidi Ali, Centrale und Afriquia. Dasselbe gilt für die Personen und Familien, denen die Unternehmen gehören. Auf sie und auf das System, für das sie stehen, richtet sich die Wut vieler Marokkanerinnen und Marokkaner. Denn ihre schier unermessliche politische und wirtschaftliche Macht spottet den alltäglichen Sorgen, unter denen die Menschen leiden: Steigenden Lebenshaltungskosten, Arbeitslosigkeit und Korruption.

RSS-Feeds nutzen – Süddeutsche.de
Feedly ist neben Twitter die Hauptquelle für meine sonntäglichen Linksammlungen.

RSS ist die tollste Technologie, die kaum jemand kennt – und das sollte sich ändern. Die drei Buchstaben stehen für Really Simple Syndication. Fast alle großen Webseiten bieten sogenannte Feeds an, die sich mit RSS-Readern abonnieren lassen. Sobald sich der Inhalt der Seite ändert, erzeugt das einen Eintrag im Feed. […]Das klingt banal, doch jeder, der sich für Nachrichten interessiert, regelmäßig Online-Medien besucht, spart mit RSS Klicks und ist besser informiert. Die Technologie gilt als kompliziert, dabei ist sie ganz einfach. Es braucht nur zwei Dinge: eine Webseite, die RSS unterstützt, und eine Software, die die Feeds sammelt.

Frauenpolitik, adieu! – Falter
Ich habe zwei ganze Falter-Ausgaben auf Papier gelesen und mich recht geärgert, dass ich die spannenden Artikel daraus nicht anständig speichern/verschlagworten kann. Für diesen einen Artikel habe ich mir die Mühe aber händisch gemacht.

Diese Regierung hat einen Plan. Sie setzt an verschiedenen Stellen unseres politischen Systems an: Hier eine kleine Gesetzesänderung, da eine Budgetkürzung, dort eine Steuererleichterung. Doch wenn man, wie bei „Malen nach Zahlen“, all diese isolierten Punkte miteinander verbindet, kommt langsam, aber immer deutlicher, das große Bild zum Vorschein: Diese Regierung ist fest entschlossen, mit der Gleichstellungspolitik Schluss zu machen.

AUDIO/VIDEO

Was hat uns bloß so ruiniert
Witziger, aber sehr deprimierender Film über Wiener Bobo-Eltern.

SONST SO

The Microscopic Structures of Dried Human Tears – Smithsonian
Tränen unterschiedlicher Herkunft sehen unter dem Mikroskop unterschiedlich aus!

FOTO

Der Milleniumtower und die Donau.

BACKKATALOG

2010: Zwetschgenkuchen mit Pistazien
2011: Zwetschgencrumble
2012: Julia Childs Schokoroulade
2013: Griacherl-Frangipane-Tarte
2014: Msimn – Marokkanische Pfannkuchen
2015: Bastilla
2016: Eis ohne Eismaschine (Himbeere und Karamellmandeln)
2017: Eine Reise in die USA, Pt. 1: NY

 

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