zuckersuess 258

Zuckersüß 258

In der vergangenen Woche habe ich endlich wieder eine Folge meines Podcasts Lieblings-Plätzchen (LP006 mit Joël Adami beim Kuchenbaum) veröffentlicht und noch dazu einen sehr langen Blogpost zu meiner Reise in Kentucky. Dabei bin ich schon so viele Worte losgeworden, dass ich mich jetzt kurz halte. Es folgen nun Links, die ich für lesens/sehens/hörenswert befunden habe:

REZEPT

Sweet Potato, Red Onion and Lentil QUesadillas – Top With Cinnamon
Obwohl bestimmt schon 10 Mal in einer Linksammlung geteilt, habe ich bis heute keine Quesadillas gemacht.

Kapuzinerkressenblüten-Sorbet -Highfoodality
Kapuzinerkresse ist mein liebstes Kraut, nächsten Sommer probier ich das aus!

TEXT

Heimat – Anatol Stefanowitsch
Zu viele Parteien setzen momentan auf diesen Begriff, seit neuestem auch schon die Grünen.

Wenn Heimat zu einem politischen Begriff wird, wird er gefährlich, denn dann ist die Heimat derjenigen, die eine Heimat haben, bedroht durch die, die ein Zuhause suchen. Heimat kann immer nur mit denen geteilt werden, für die sie von Anfang an Heimat war.

Dann kauft Euch halt ein Haus – Pia Ziefle
Noch ein Artikel, der auf ein Politiker_innen-Zitat (FDP, wer hätte das gedacht) zurückgeht.

Schade nur, dass all dies dem Realitätscheck nicht standgehalten hat. Keine einzige Bank würde nämlich einen Immobilienkreditantrag (mit einer Rate von 300 oder 400 Euro im Monat) einer Person durchwinken, die für ganze 3 Kinder zu sorgen hat, Unterhalt bezieht (immerhin!) und ansonsten in einem Buchladen arbeitet. Seltsam aber auch. Ganz und gar seltsam.

Links von Mittwoch 27. September – Anke Gröner
In ihrer Linksammlung berichtet Anke Gröner auch von ihrem Einsatz als Wahlhelferin bei der Bundestagswahl.

(Nebenbei: Den Witz „Meine Stimme ist für die Tonne“ habe ich mindestens zehn Mal gehört. Ich erinnerte mich an meine Zeiten im Kino, als die Leute beim Einlass auch gerne den Satz „Jetzt hast du meine Karte kaputtgemacht, brauch ich ne neue?“ lustig fanden. Nochmal nebenbei: Ich finde es auch doof, dass die heilige Wahlurne eine Mülltonne ist.)

Kurzzeitgedächtnis – Wiener Zeitung Online
Österreich steckt ja immer noch im Wahlkampf.

Doch Sebastian Kurz hat sich verändert. Wenn er heute von Migranten spricht, dann sind es Menschen, die in „unser Sozialsystem“ zuwandern. Flüchtlinge will er sogar zu Zwangsarbeit verpflichten. Für ein Taschengeld sollen sie putzen und „in der Gemeinde aushelfen“. Die gemeinsamen Geschichten aus seiner Meidlinger Jugend spart er sich hingegen. Sie haben keinen Platz mehr in der „neuen Volkspartei“, die er anführt. Lieber erzählt er von seinen Wochenenden auf dem großelterlichen Bauernhof im Waldviertel. „Die Willkommenskultur war falsch“, sagt er nun.

Undercover-Reise mit Rassisten – Stern.de
Der Schreibstil macht mich fertig. Aber die Geschichte ist trotzdem interessant/erschreckend.

Die Szene in Yad Vashem stellt für mich eine Zäsur dar. Udos und Fabians Worte zeigen spätestens, dass die Teilnehmer mit ihrer angeblichen Israel-Liebe die Menschen hintergehen, die sie in in dem Land treffen. Die Museumsführer, die Hotelangestellten und Leah. Ich würde sie gerne – auch weil ich an ihren Großvater, das KZ-Opfer, denken muss – fragen: Ist ihr das nicht nun endgültig zu viel? […] Jedenfalls bringen mich die Holocaustleugnungen meiner Reiseteilnehmer, hier, am Ort des Gedenkens, beinahe um den Verstand.

Donald Trump Is the First White President – The Atlantic  (via Anke Gröner)

It is often said that Trump has no real ideology, which is not true—his ideology is white supremacy, in all its truculent and sanctimonious power. Trump inaugurated his campaign by casting himself as the defender of white maidenhood against Mexican “rapists,” only to be later alleged by multiple accusers, and by his own proud words, to be a sexual violator himself.

The Article is Dead. Long Live the Article – medium
Überlegungen zum Geschriebenen.

Envision how the presentation software Prezi works: This PowerPoint competitor forces the creator to organize ideas into groups and then draw appropriate paths through them, paths that can be changed based on the audience. So imagine that what was an article becomes a collection of assets — the latest, the backgrounder, the timeline, the players, etc. — and that the journalist can create distinct paths among them: one for the novice, one for the expert, another for a student, another for the policymaker. Each of those assets — unlike an article in an archive — can be updated as needed. Each of the paths can be personalized based on knowledge and need.

Beyond 800 words: new digital story formats for news – BBC News Lab
Nochmal Journalismus-Zukunft mit Formatanalyse.

Frequently the news industry is taking formats developed elsewhere in the technology industry and repurposing them, or producing one-off, expensive innovations that aren’t repeated. […] The reasons for this perceived lack of innovation aren’t critical for me right now: maybe constant restructuring stops anyone doing sustainable things, maybe the challenges of monetisation dominate, maybe we can’t compete with the social streams or maybe Google and Facebook have won already. And this situation might be fine.

I asked Tinder for my data. It sent me 800 pages of my deepest, darkest secrets – The Guardian (via Netzpolitik)
Dass Tinder so trackt, war irgendwie zu erwarten.

  “Tinder knows much more about you when studying your behaviour on the app. It knows how often you connect and at which times; the percentage of white men, black men, Asian men you have matched; which kinds of people are interested in you; which words you use the most; how much time people spend on your picture before swiping you, and so on. Personal data is the fuel of the economy. Consumers’ data is being traded and transacted for the purpose of advertising.”

In your face – Jungle World
Enno Park über verschiedene Gesichtserkennungssysteme.

Künstliche Intelligenzen (KI) können mit mehr oder weniger hoher Treffergenauigkeit Krankheiten oder die sexuelle Orientierung aus den ­Fotos herauslesen. Zwar sind viele solcher Experimente statistisch und ­methodisch eher fragwürdig, könnten aber versehen mit dem Label »Künst­liche Intelligenz« zu einer Renaissance des Schädelvermessens führen wie vor 200 Jahren, als Wissenschaftler glaubten, aus den Ausformungen des Kopfes allerlei Charaktermerkmale herauslesen zu können.

Jo mei – Datum (via @tschinderle)
Ein schöner Text.

Grete ist jetzt 82 und lebt zu Hause, in einem kleinen Dorf im Süden von Niederösterreich. Sie hat die 5er-Pflegestufe und seit acht Jahren eine 24-Stunden-Pflege aus der Slowakei. Zwei Damen, die sich jeden zweiten Dienstag abwechseln, wenn ein Fiat Ducato die eine bringt und die andere holt. Dass das einmal so kommen würde, dass der Staat und die Gesellschaft solch ein Leben im Alter einmal ermöglichen, das hätte sich damals, vor 82 Jahren, wohl niemand gedacht.

Marrakech Retreat 2017 Recap – Local Milk Blog
Nach diesem Bericht bin ich sehr verwundert, welche super-duper-Luxus-für-reiche-Amerikaner_innen-Seite Marrakech zu bieten hat. Aber: coole Fotos!

Each morning our Marrakech retreat began with yoga before a day immersed in travel, photography, and food—eating lots of food. We spent the first few days of this week long retreat exploring the medina—the winding pink walled city center. […] We enjoyed evening bonfires, traditional mystical Gnawa music, the company of the aforementioned camels, and true slow living.

AUDIO/VIDEO

LP006 Mit Joël Adami beim Kuchenbaum – Lieblings-Plätzchen
Nochmal der Hinweis auf die aktuellste Folge meines Podcastprojekts.

Lieblings-Sammlung 16 – Lieblings-Plätzchen
Ebenfalls drüben beim Podcast: Ein Blogeintrag mit tollen Podcastfolgen.

SONST SO

Short Trip – Alexander Perrin
Ich weiß nicht, was diese Webseite soll, sie ist aber schön anzuschauen und eine lustige Spielerei.

Hello, Robot – MAK
Leider ist diese Ausstellung mit heute zu Ende gegangen, sonst wäre ich nochmal hin. Mein Lieblingsausstellungsstück:

Politics of Power – Automato.farm
Steckerleisten als Sinnbild für verschiedene politische Systeme.

FOTO

Kunstwerk in der Hello, Robot – Ausstellung im MAK.

BACKKATALOG

2010: Apfeltarte
2011: Bruckbam
2012: Pochierte Vanillebirnen mit Sahne
2013: Schoko-Zimt-Cupcakes
2014: Olive Oil Plum Cake
2015: Gewürz-Haselnuss-Kekse
2016: Biskuitroulade mit Aprikosenfüllung und Kardamom

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