Eine Reise nach Venedig

Kürzlich habe ich ein paar Tage in Venedig verbracht. Und weil ich viele schöne Fotos geschossen habe und mir außerdem ein paar Sachen merken will, die ihr, meine liebsten Leser_innen, vielleicht auch brauchen könnt, mach ich einfach einen Blogpost draus!

Um die klassischen Sehenswürdigkeiten zu besichtigen und auch für den öffentlichen Nahverkehr (Vaporetto: Schiffe statt U-Bahnen!) lohnt es sich, schon vor der Reise Tickets zu kaufen. Im August ist die Stadt wirklich gestopft voller Tourist_innen und vor den entsprechenden Verkaufsstellen gibt es endlose Schlangen. Mit einem Citypass konnten wir die allerdings einfach passieren, um uns z.B. den Dogenpalast anzusehen.

Blick aus dem Dogenpalast

Darin gibt es allerlei prunkvolle Räume, Waffen und Rüstungen und schöne Gemälde. Durch die berühmte Seufzerbrücke kann man vor dort aus in das Gefängnis laufen. Das einzige was ich daran einigermaßen interessant fand, ist die Tatsache, dass es das erste Gebäude war, das einzig und allein dem Zweck diente, Sträflinge zu beherbergen (*Banausin*?)

Der Markusplatz mit dem Dom und dem Campanile gefiel mir nachts am besten, vor allem weil weniger los ist als tagsüber. Sehr sympathisch sind außerdem die Musiker_innen in den sündteuren Cafés, denen man von Weitem ebenso gut lauschen kann. Überhaupt lohnt sich ein Nachtspaziergang, um die beleuchteten Gebäude anzuschauen.

nacht

Das Glasmuseum auf Murano war ebenfalls in meinem Stadtticket enthalten. Der Palazzo, der die Ausstellung beherbergt, ist an sich schon wunderschön (auf dem Foto unten sieht man eine der reich geschmückten Decken) und hat zudem einen ruhigen Garten, den ich nach dem ganzen Trubel außerhalb gut gebrauchen konnte.

decke im glasmuseum

Gezeigt werden Glaskunstwerke aus mehreren Jahrhunderten, dazu Infotafeln und -filme zu verschiedenen Herstellungsmethoden, die sich im Laufe der Zeit natürlich stark verändert haben. Zusätzlich zu den normalen Ausstellungsräumen gibt es auch eine Sonderausstellung. Momentan ist das „Identidad desaparecida“ von Silvia Levenson, die sich in ihren gläsernen Skulpturen mit dem Militärputsch 1976 in Argentinien auseinandersetzt.

murano

Die Stimmung auf Murano ist allgemein ganz anders als auf der Hauptinsel (viel entspannter!) und es gibt viele süße Geschäfte, die Gläsernes verkaufen. Auf dem Campo Santo Stefano haben wir bei Busa alla Torre gegessen. Fast der ganze Platz ist mit Plastikstühlen und -tischen des kleinen Restaurants vollgestellt. Dieser eher billige Eindruck bestätigt sich beim Menü jedoch nicht. Die Preise sind zwar wie überall in der Stadt ziemlich happig, aber man bekommt für sein Geld sehr gute bodenständige Speisen.

busa alla torre - kraken

Ich habe dort kleine Kraken (wie heißen diese Tiere genau?) und Bigoli mit Zwiebeln und Sardellen gegessen, die mich wirklich begeistert haben! Auch die Profiteroles waren ziemlich lecker.

kaffeerösterei

In der Kaffeerösterei Torrefazione Cannaregio habe ich einen Espresso getrunken (für unschlagbare 90 Cent!), der mir Teetrinkerin erstaunlicherweise sogar schmeckte.

Eine weitere Empfehlung möchte ich für die Osteria Ae Sconte unweit der Rialtobrücke aussprechen, wo wir sehr gute Meeresfrüchte gegessen und dann ziemlich viel Limoncello getrunken haben.

vaporetto canale grande

Mit einem Vaporetto kann man nicht nur den Canale Grande entlang fahren und entspannt die schönen Palazzi und Brücken anschauen, sondern auch bis zum Lido kommen. Diese Insel fühlt sich eher an wie Strandurlaub in Jesolo, auf den breiten Straßen fahren wenige Autos (!), dafür viele Fahrräder. Es gibt viele Eisdielen, Restaurants und Bars, und das Beste: einen richtigen Sandstrand. Der war zwar recht überfüllt (wie es sich für einen italienischen Badetourismusort im Hochsommer gehört ;) ), aber nach mehr als einem Jahr ohne Meer in meiner Nähe störte mich das ausnahmsweise nicht.

Wer viele Leute auf einem Haufen nicht mag, ist in Venedig, besonders zur Hauptreisezeit, eh sehr schlecht aufgehoben. Für einen Kurztrip lässt sich das Getümmel aber schon aushalten und vielleicht habt ihr ja auch das Glück, zum Ausgleich auf der Zugfahrt wie ich ein ganzes Abteil für euch zu haben.

Zum Schluss noch ein paar Schilder, die mir gefallen (diese Diebstahlwarnung ist doch wahnsinnig putzig, nicht?):

diebstahlwarnung

caffè

leere gasse



Hi, ich bin Jana.
Seit 2009 veröffentliche ich hier wöchentlich Rezepte, Reiseberichte, Restaurantempfehlungen (meistens in Wien), Linktipps und alles, was ich sonst noch spannend finde. Ich arbeite als Podcastproduzentin und freie Kulinarikjournalistin. Lies mehr über mich und die Zuckerbäckerei auf der About-Seite.

Meine Sketchnotes:
jasowieso.com

Creative Commons Lizenzvertrag
Porträtfoto: (c) Pamela Rußmann

IMPRESSUM

DATENSCHUTZERKLÄRUNG

Newsletter

Meine Lieblingslinksammlung Zuckersüß wöchentlich direkt in deinem Postfach!

Powered by Buttondown. Ohne Tracking!

Rechtliche Angelegenheiten

Impressum
Datenschutzerklärung
Creative Commons Lizenzvertrag
Alle Bilder und Texte der Zuckerbäckerei sind lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz. Wenn du Fragen zur Verwendung meiner Inhalte hast, schreib mir einfach eine E-mail. Danke!

Kategorien

Tags

Archiv

Zuckersüß

Im Zuckersüß sammle ich (fast) jeden Sonntag meine liebsten Links der Woche: Rezepte für die Nachback-Liste, lesenswerte Blogposts, Zeitungsartikel und Longreads, Podcasts oder Musik, die mir gerade gefällt und oft genug auch Internet-Weirdness. Außerdem schreibe ich auf, was ich sonst so interessant fand: neue Rezepte in meiner Küche, Lokale, in denen ich gegessen, Pullover, die ich gestrickt oder Texte, die ich geschrieben habe.

Schreibe einen Kommentar

1 Comments